Usability Engineering: Nutzerzentrierte Entwicklung von Websites mit Hilfe von Personas

Je besser man die Anforderungen, Bedürfnisse und Wünsche von Nutzern kennt, desto geringer ist das Risiko „am Nutzer vorbei“ zu entwickeln. On-Site Befragungen stellen eine geeignete Methode dar, um Daten und Informationen über die Besucher einer Web- Site zu erhalten. Die Erhebung der Daten ist jedoch nur der erste Schritt. Entscheidend ist: Die erhobenen Daten derart aufzubereiten, dass diese auf einfache Weise und in allen Phasen des Entwicklungs-/Optimierungsprozesses berücksichtigt werden. Hierbei helfen sog. Personas ( = archetypische Nutzerbeschreibungen, die stellvertretend für reale Nutzer stehen).

Wie werden Personas gebildet?
Für die Identifikation von Nutzergruppen auf Basis von On-Site Befragungen können z. B. Clusteranalyseverfahren eingesetzt werden. Die Nutzergruppen werden danach durch je einen archetypischen Nutzer (=Persona) repräsentiert, welchem konkret ausgeprägte soziodemographische Merkmale, Bedürfnisse und Verhaltensweisen zugeschrieben werden. Dabei bleibt es nicht bei einer tabellarischen Auflistung von Merkmalen: Durch Fotos und Namensgebung bekommen die Personas ein „Gesicht“. Dieser Schritt – von den Nutzer- Gruppen zu den Personas – erfordert sehr viel Erfahrung und kann nicht (nur) mit Hilfe von rechnerischen Analysen durchgeführt werden.

Vorteile von Personas im Überblick:

  1. Nutzer werden für das Entwicklerteam „greifbar“. Das Team gestaltet und programmiert für typische Vertreter der gesamten Nutzerschaft. 4-6 Personas sind dabei in der Regel ausreichend.
  2. Nutzwert von (potentiellen) Funktionen, Services und Inhalten kann besser bewertet werden.
  3. Entscheidungen über den Einsatz von finanziellen und personellen Mitteln basieren nicht auf (rein) subjektiven Einschätzungen.

Ergebnis: Zielgruppengerechte und damit erfolgreiche Websites, Intranets und Online- Shops!

Haben Sie Erfahrungen mit Personas?
Was halten Sie von diesem methodischen Ansatz?

2 Gedanken zu „Usability Engineering: Nutzerzentrierte Entwicklung von Websites mit Hilfe von Personas

  1. Martin Beschnitt

    Sehr schöner Artikel, und fast seiner Zeit voraus. Nachdem nun fast ein Jahr vergangen ist seit dem Schreiben des artikels, kann man sagen: Personas sind nun doch auch im Internetbereich (Website, Webapplikationen) im Kommen.
    Endlich entdecken erste große E-Commerce-Angebote die Vorteile dieser nutzerzentrierten Methode.
    Keine andere Methode kann die Nutzerstruktur so real und so greifbar beschreiben, wie eine gebildete Persona.
    Anhand von Personas wie z. B. Dirk – dem Diplomingenier oder Erik – dem Einsteiger lässt sich der Einsatz einzelner Features und Funktionen abwägen. Zudem ist einmal schön über Nathalie zu sinnieren („Würde Nathalie eine Merkzettel-Funktion gefallen?“). Denn sie macht die staubtrockenen Zahlen/Daten lebendiger und kommunikativer.
    Ich denke, das diese Methode auch in Zukunft noch größere Bedeutung zu kommen wird.

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  2. Thorsten Wilhelm

    Personas sind im „Kommen“ … Ich denke das liegt vor allem daran, dann wir immer neue Funktionen auf Websites bekommen und sich so langsam das „Gesicht“ der Sites verändert. Da muss man wissen, wer die Zielgruppen sind, was sie wollen und was sie stört, welche Einstellungen sie haben (vor allem auch zu „Neuem“ – Stichwort: Variety Seeking … ein Konzept auf dem Marketing) und welche Intentionen sie verfolgen. Hoffe dass das immer mehr Websitebetreiber erkennen ….

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