Entwicklung nutzungsfreundlicher Intranets

Intranets werden bei vielen mittelständischen und größeren Unternehmen zur Kommuni- kation von Betriebsterminen, Wissensmanagement (z.B. Skill- und Supportdatenbanken, Marketing- und Kundeninformationen) oder zur Fortbildung (z.B. Web Based Trainings) eingesetzt. Die theoretischen, betriebswirtschaftlichen Wirkungen von Intranets liegen auf der Hand: Kostenreduzierung durch effizientes Wissensmanagement, Verbesserung des Kundenservice durch schnellere Antwort- und Reaktionszeiten, kürzere Einarbeitungszeiten von neuen Mitarbeitern, Vermeidung von administrativen Doppelarbeiten etc. Diese positiven Effekte eines Intranets können jedoch nur wirksam werden, wenn das Intranet eine hohe Nutzerakzeptanz hat und eine effiziente und effektive Nutzung zulässt. Leider ist dies nur selten der Fall.

Neben der Suche und guten News-Archivfunktion ist die Informationsarchitektur ein zentraler Erfolgsfaktor für die intuitive Nutzbarkeit und Zugänglichkeit von Inhalten. Aber genau das ist das Problem: Intranets sind oft über Jahre „gewachsene“ Systeme. Die Inhalte sind abteilungs- bzw. herausgeberorientiert strukturiert, d.h. Abteilungen legen Inhalte und Vorlagen in „ihrem Abteilungsordner“ ab.

Die Folge: Mitarbeiter können Informationen nur dann auffinden, wenn sie die Verantwortungsgebiete der Abteilungen kennen. Eine intuitive Navigation ist nicht oder nur sehr schwer möglich.

Erfolgsfaktor Informationsarchitektur

Eine Strukturierung der Inhalte nach Themen, also inhaltlichen Kriterien, würde die erwähnten Probleme lösen. Hier hilft nur eins: Card Sorting – kein neues Spiel, sondern eine bewährte Methode zur Entwicklung nutzungsfreundlicher Informationsarchitekturen (und das nicht nur für Intranets!).

Card-Sorting Tests sollten in der konzeptionellen Phase eines Web-/Intranet-Projekts durchgeführt werden. Zu diesem Zeitpunkt besteht in der Regel Klarheit darüber, welche Inhalte und Services bereitgestellt werden sollen.

Es fehlen jedoch häufig Antworten auf diese Fragen:

  • Wie sollen die vorhandenen Inhalte strukturiert werden?
  • Wie viele Hauptrubriken sind erforderlich?
  • Wie sollen die Haupt- und Unterrubriken benannt werden?
  • Welche Inhalte bzw. Unterrubriken sollen den Hauptrubriken zugeordnet werden?

Mit Hilfe der sog. Card-Sorting Methode können diese Fragen beantwortet werden. Bei einem Card-Sorting Test fassen die Nutzer Kärtchen mit Begriffen, die die Inhalte des Intranets repräsentieren, zu Gruppen zusammen. Die Gruppierung erfolgt dabei unter Berücksichtigung inhaltlicher und funktionaler Überlegungen. Anschließend werden den Gruppen Namen zugewiesen, welche die späteren Hauptrubriken darstellen (sollen).

Ergebnisse eines Card Sortings (klein)

Die Ergebnisse der Sortierung bilden das mentale Modell der Nutzer ab und bieten somit eine wertvolle Datengrundlage zur Entwicklung einer nutzergerechten Informationsarchitektur.

Erfolgsfaktoren eines Card-Sorting Tests:
Die richtige Auswahl der Testteilnehmer/-innen und die eingesetzte Analysemethode, mit deren Hilfe die ideale Informationsarchitektur auf Basis der Sortierungen aller Testteilnehmer in aggregierter Form abgebildet wird.

Wer von euch hat schon mal einen solchen Test durchgeführt – sei es als Testverantwortlicher oder Testteilnehmer? Euere Meinung interessiert mich sehr…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.