Auf der Suche nach der „guten Suche“, oder wie finde ich den Urlaub der zu mir passt?

Welche Funktionen und Merkmale zeichnen eine gute Suche auf einem Reiseportal aus?

Urlaubsreif

Generell gilt, es sollte nach allem gesucht werden können…
Hier ist die Unterscheidung nach dem WAS ich suche entscheidend.

Der Flug von X nach Y ist sicherlich immer noch das einfachste und am wenigsten emotionale Produkt, mit welchem auf fast allen Internetseiten schnell und komfortable gesucht werden kann. Die meisten Reiseportale unterscheiden hierbei zwischen Business und Leisure und haben über zusätzliche Filter für beide Urlaubsarten die „richtige“ Suche parat. Auch ein Hotelzimmer ist mittlerweile über fast alle großen Hotelbroker und Anbieter einfach zu finden.

Aus meiner Sicht wird es bei der Suche nach der Pauschalreise, Rundreise und allen Reisen mit mehr als einer Leistung am schwierigsten.
Die meisten Reiseportale suchen nach Schema X. An der Abfrage des Reisezieles scheitern alle die sich noch inspirieren lassen möchten. Und: Auf der Suche nach „den schönsten Tagen im Jahr“ spielt sicherlich nicht nur der Preis eine Rolle.

Aber wie findet man die Wunschreise oder das Reiseziel das den Wünschen am nächsten kommt?

Hier mal ein Schritt zurück, nämlich ins Reisebüro. Dort werden zu den Hauptkriterien wie Reisetermin und Dauer auch Bedürfnisse des Kunden in Augenschein genommen.

Klassischer Strandurlaub, oder lieber Kultur und Erlebnisprogramm?

Das Urlaubsmotiv kommt bei den meisten Reiseportalen viel zu kurz. In einer Ergebnisliste von über 100 Angeboten verliert der Kunde schnell den Überblick und auch die Lust, jeden einzelnen Hoteltext zu studieren.

Viele Anbieter haben versucht die Angebote zu klassifizieren, meist nach der Urlaubsart (Familienurlaub, etc.) – aber reicht das schon aus?
Ein Praxisbeispiel: Eine 36 Jährige Frau, allein erziehend mit 5 Jährigem Kind möchte für 14 Tage in den Urlaub. Sie gehört zwar zur Kategorie „Single mit Kind“ hat jedoch ganz andere Bedürfnisse und möchte ihren Urlaub nicht von einem Angebot „Doppelzimmer zum Einzelzimmer Preis“ abhängig machen. Die gemachten Vorschläge in dieser Kategorie sind schnell vom Tisch und die Suche beginnt von vorne.

Doch wie findet der Urlaubssuchende zum Traumurlaub? Lassen sich Reisen klassifizieren?
Auch hier noch mal einen Schritt zurück. Der Katalog eines Reiseveranstalters bietet eine Hülle an Informationen. Je nach Darstellung sind diese zu der Unterbringung (oder Rundreise) so ausführlich, das eine Suche anhand der angebotenen Leistungen möglich wäre.
Leider kann auf keiner mir bekannten Website danach gesucht werden. Einige bieten eine Freitextsuche an (z.B. fly.de), jedoch hängt es auch hier an der Umsetzung. Wenn der Begriff nicht exakt dem Katalogtext entspricht, wird das Objekt auch nicht gefunden.

Hier mal drei exemplarische Fragen am Beispiel „Single mit Kind“ (diese Fragen könnten in unserem o.a. Fall zum tragen kommen):

  • Miniclub ja/nein UND ab welchem Alter und zu welchen Öffnungszeiten. (Eine Suche nach dem Mindestalter ist aktuell bei keinem Anbieter möglich)
  • Publikum: Familien/Singles/Senioren? (Versuchen Sie mal anhand des Stammpublikums ein Hotel zu suchen…)
  • Babysitter ja/ nein (gibt es ebenfalls nicht als Suchkriterium)

Alle 3 Punkte sind in fast jeder Katalogbeschreibung enthalten, eine Suche danach ist jedoch bei keiner Website möglich!

Eine Suche könnte einfach sein, die erste und einfachste Möglichkeit wäre die Beschreibungstexte zu „verschlag Worten“ und in Kategorien einzusortieren.
Eine innovative Suche, mit Ergebnisvorschlägen, der Verfügbarkeit anhand einer Terminvakanz und einer Preisübersicht habe ich bisher noch nicht gesehen… Sie vielleicht?

Es gibt in Netz aber schon einige Portale mit recht innovativen Ansätzen bei der Suche nach dem Traumziel.

  • expedia.de bietet mit dem Strand-Inspirator und Städtereisen-Inspirator zwei innovative Ideen an, die beide eine sehr gute Filterung ermöglichen.
  • fly.de bietet auf der Startseite mit „Einfach mal stöbern…“ ein kinderleichter Einstieg in die Urlaubssuche an. In der Kategorie Lastminute & Urlaubsreisen wird neben einer Volltextsuche auch eine Tag-Cloud mit Suchbegriffen andere User angeboten.

Kennen Sie noch weitere innovative Ansätze, vielleicht aufgrund Ihrere eigenen Urlaubssuche?

10 Gedanken zu „Auf der Suche nach der „guten Suche“, oder wie finde ich den Urlaub der zu mir passt?

  1. Nicolas Scheel

    Ich stimme diesem Artikel voll und ganz zu. Es erscheint in der Tat unverständlich, warum gerade bei einem so emotionalem Thema wie dem Buchen einer Reise in den letzten Jahren kaum Innovationen Einzug gehalten haben. Aus meiner Sicht gibt es hierfür zwei Hauptgründe.
    Erstens die schiere Masse: Es gibt schlichtweg nicht „die“ Pauschalreise. Selbst das 08/15 Hotel auf Mallorca kann zu unterschiedlichen Reiseterminen, mit unterschiedlichen Aufenthaltsdauern, Zimmer- und Verpflegungsarten, Abflughäfen usw. gebucht werden. Das macht bei einem typischen Veranstalter schnell Millionen von Datensätzen, die bei der Suche berücksichtigt werden müssen. Von unterschiedlichen Öffnungszeiten von Pool oder Kidsclub im Laufe einer Saison noch gar nicht zu sprechen. Es fehlt zur Zeit noch an einer innovativen Lösung, dieser Datenflut Herr zu werden.
    Zweitens stellt sich die Frage, wer die beschriebene Verschlagwortung vornehmen sollte. Der Veranstalter? Jedes Reiseportal? Die Hoteliers? Ein (neutraler) Dritter? Und wie kann sichergestellt werden, dass alle Anbieter die Schlagworte gleich interpretieren? Ich erinnere nur an die beliebte Aussage „strandnah“… Für eine begrenzte Zahl von Produkten kann eine derartige Verschlagwortung geleistet werden (siehe http://www.aldiana.de), aber im Moment nicht für sämtliche Produkte eines Veranstalters.
    Eine Aussage zu der beschriebenen „innovativen Suche“ würde den Raum des Kommentars sprengen. Aber Sie können mir bei Interesse gerne eine Nachricht zukommen lassen.

    Antworten
  2. ToM80

    Es gibt noch einen weiteren sehr wichtigen Punkt.
    Die Technik die hinter dem ganzen steht ist sehr alt.
    Das liegt nicht an den Reiseportalen oder Suchmaschinenanbietern, sondern an den standartisierten System dass bei den Veranstaltern genutzt wird.

    Anders als z. B. bei einem Onlineversandhaus, Autohändeler, o. ä. ist das jeweilige Portal auf die Informationen angewiesen die ihm von einer vielzahl von Anbietern (Veranstaltern) geliefert wird.
    Diese Datenlieferung ist mehr als verstaubt und basiert auf der Technik der 80er Jahre als die Reisen EDV-buchbar gemacht wurden.
    Ich denke man kann sich ausmalen was das heißt.
    Zudem lässt sich nicht beliebig auf die Datenbanken der Veranstalter zugreifen, da diese Zugriffe reglementieren.

    Es wird sicher in Zukunft innovativere Suchen geben, aber solange nicht die grundlegende Software im Hintergrund geändert wird, sind alles nur Notlösungen die mal besser, mal schlechter funktionieren.

    Antworten
  3. Hendrik Dohmeyer

    Hallo Frau Kraft,

    Ihren Beitrag hatte ich schon vor ein paar Wochen mit Interesse gelesen und Ihre kritischen Anmerkungen haben mich sicherlich auch bei unserem aktuellen Projekt mit „inspiriert“. Einige der von Ihnen aufgezeigten „Mängel“ in der bisherigen Urlaubsplanung können durch die neue Suchtechnik „Inspirationen“ gelöst werden.

    Kernnutzen der Anwendung ist die zielgruppenorietierte Planung einer Urlaubsreise auf Basis von Hotelbewertungen tatsächlich vor Ort gewesener Gäste. Je nach Motivation und Situation können die Suchenden sich von anderen Singles, Familien, Paaren oder Freunden inspirieren lassen.

    Die Qualitätsanforderungen sind individuell skalierbar (Top-Bewertungen, viele Hotelbewertungen, Empfehlungsrate).

    „Veredelt“ werden die präsentierten Ergebnisse, wenn sich die Suchenden noch für eine besondere Gewichtung der Ergebnisse entscheiden. Insgesamt 9 Bewertungskriterien stehen hierfür zur Auswahl: Zimmer, Familie, Essen & Trinken, Service, Wellness, Strand, Pool, Lage oder Sportangebot. Familien können so z.B. ihren kommenden Winterurlaub anhand der Empfehlungen andere Familien sicherer planen und bei der Auswahl die Benotungen der Kindertauglichkeit der Hotels besonders hervorheben.

    Es würde mich interessieren, wie Sie als Expertin die Neuerung beurteilen und freue mich auf Ihr feedback.

    Sie finden zusätzliche Informationen und ein Video mit einem Planungsbeispiel auf dieser Seite: http://www.last-minute.de/urlaub/inspirationen/so-gehts-eine-videoanleitung.html

    Herzliche Grüße

    Hendrik Dohmeyer

    Antworten
  4. ToM80

    Das ganze ist auch von Partners Software in Bremen aufgegriffen worden. Mit TOURPORT wird da schon seit einiger Zeit an einer neuen Buchungsmaschine gebaut, die den Kunden anhand von zahlreicher Parameter schnellstmöglich das ideale Hotel anbeiten soll.
    Größtes Manko, es wird immer von einem Livegang geredet, doch noch ist das Produkt nur in Stücken auf den Markt 🙁
    Auch der Marktführer in dem Segment (TravelTainment) hat die Arbeit an einer neuen Version seiner Buchungsmaschine aufgenommen, die sicherlich umfangreicher und benutzerfreundlicher sein wird, als die aktuelle.
    Schlussendlich hat sich auch was im Bereich der Datenlieferung getan. Zum einen gibt es einen neuen Datenstandard der über eine Arbeitsgruppe des DRV angeregt und -geleitet wird, zum anderen gibt es zwei neue Anbieter die versuch eine neue Suchtechnik mit neuem Datenformat (der auch mit dem des DRV korrespondiert) in den Markt zu bekommen. Dies sind die Vilauma GmbH und Peakwork Software GmbH. Bei beiden besteht der Führungsstamm aus alten Führungskräften und Gründern von TravelTainement.

    Antworten
  5. Carsten

    Ja, die Suche nach Reiseleistungen …

    Damit sich aber eine Vielzahl von Sucheinstiegen entwickeln lassen, müssen auch Anbieter von IBEs den Zugriff auf deren Daten zulassen, im Idealfall über einen guten Webservice. Sonst werden sich kaum innovative Suchen insbesondere für ganz spitze Zielgruppen entwickeln lassen.

    Antworten
  6. huband

    Hallo

    ein Artikel der mir aus der Seele spricht. Schließlich kommt es nicht darauf an wo man hinreist, sondern dass die Reise an sich so gestaltet ist, dass alle Bedürfnisse und Wünsche damit erfüllt werden. Folglich ist es zunächst wichtig herauszufinden, wie die Reise gestaltet sein soll. Zielegal.de setzt hier ganz vorne an und erfasst durch das einzigartige Inspirationssystem zunächst die grundlegenden Bedürfnisse an eine Reise.

    Der Suchende kann ziel-unabhängig seine Bedürfnisse wie Aktivität, Kultur, etc gewichten und später anhand Budget, Temperatur, verfeinern. Wir arbeiten nur mit besonderen Anbietern, keine Angebote von der Stange. Allerdings führt das wie oben schon beschrieben zum Problem des manuellen Aufwands.

    Wir glauben jedoch, dass die Zeit für die Revolution in der Reisesuche gekommen ist. http://www.zielegal.de machen Sie sich selbst ein Bild.

    Herzlich

    Andreas

    Antworten
  7. ToM80

    Hallo,

    zielegal.de ist eigentlich nichts anderes als die Fuzzylogic Suche die von Traveltainment ausgedacht ist und jetzt noch im Hintergrund arbeitet (s. auch deren Patent: http://register.dpma.de/DPMAregister/pat/PatSchrifteneinsicht?docId=DE000010259206A1&page=1&dpi=150&lang=de).
    Das Problem was ich mit der Prozentualen Passgenauigkeit habe ist der, dass diese rein mathematisch sind und nicht zwingend zutreffend sind.
    Denn neben den gewichteten Kriterien müsste man auch wissen wie wichtig die Kriterien gegenüber den anderen Kriterien sind.
    So kann z. B. im Sport dass er als wichtig angezeigt hat weniger wichtig sein, als die Natur.
    Von daher ist eine 90% Zielgenauigkeit bei einem Angebot was zwar Sport aber keine Natur bietet eher eine 0% Zielgenauigkeit.

    Eine Reisesuche sollte so aussehen, dass man oben viel reinschüttet und unten wenig rauskommt. Mit der fuzzylogic verhält sich das umgekehrt. Der Kunde gibt wenig Angaben an und erhält eine nahezu unübersehbare Menge an mehr oder vor allem weniger passenden Angeboten!

    Das ist keine innovation, nur einfach ein neues Layout.

    Antworten
  8. huband

    Hallo ToM
    Danke für dieses Feedback. Bei uns sind alle Reisen manuell durch eine Person kategorisiert worden. Wir lesen jede Reise durch und entscheiden, wie viel Faktor Natur, Sport, … darin enthalten ist. Funktioniert fuzzylogic auch so?

    Leider verstehe ich Deine Anmerkung zur Gewichtung nicht ganz. Du kannst doch sagen, wie wichtig Dir die Kriterien sind indem Du den Schiebregler einfach höher oder tiefer setzt. Du hast insgesamt drei Stufen und wenn für Dich Natur wichtiger ist als Sport, dann würde ich Natur auf Stufe 2 und Sport auf Stufe 1 stellen. Was wird dann bei Dir angezeigt? Wenn es dann keine Reisen gibt mit 100% Passgenauigkeit, werden die Reisen vorgeschlagen, die dem am nächsten kommen.
    Sicherlich ist das Konzept noch nicht perfekt und wir sind natürlich dankbar über jede Anregung. Ich denke aber, die Idee sich an den Bedürfnissen zu orientieren bei der Reisesuche und Reisen in völlig neue Kategorien (nicht Wanderurlaub, Städtereise, …) einzuordnen ist ein neuer Ansatz.

    Wie Du aber schon im Oktober geschrieben hast: Das ganze hängt sehr stark von Vebesserungen der Software ab. Hier scheinst Du Dich gut auszukennen?

    Viele Grüße

    Andreas

    Antworten
  9. ToM80

    Hallo Andreas,

    ja der Bereich E-Touristik gehört zu meinen Steckenpferden.
    Die Fuzzylogic funktioniert so, dass anhand der Suchkriterien die ein Nutzer eingegeben hat dem Kunden die 100%igen Treffer sowie entsprechende Empfehlungen ausgegeben werden (90- x%). Nichts anderes passiert bei Ihnen auch, unabhängig wie nun die Reisen im Hintergrund gewertet wurden.

    Was bei mir gegen diese Alternativangebote spricht ist die Tatsache dass ich als Nutzer immer irgendeinen Müll angezeigt bekomme den ich gar nicht will, weil er nur ungefähr meinem Wunsch entspricht.

    Ziel einer Buchungsmaschine sollte es sein, dass der Nutzer punktgenau und schnell das findet was er sucht.

    Dass 1-3 Alternativen (z. B. frei nach dem Amazon Stil „Leute die das angeschaut haben, intressierten sich auch für …“) in einem seperatem Bereich angezeigt werden, ist ok. Aber am Ende sollte nur eine kleine Menge rauskommen.

    Wenn ich z. B. ein Gebrauchtwagen suche, und ich geben die Farbe schwarz ein (sehr wichtig), und 150PS (wichtig) und bitte einen Kombi (wichtig) dann will ich doch auch nicht dass mir ein pinker 150PS Käfer angezeigt wird, der dann noch zu 80% meinen Wünschen entspricht 😉

    Beste Grüße und einen guten Rutsch

    Tobias

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *