Textgrößenänderung im Browser – Ja, aber meist nicht nutzerfreundlich

Neue Notebooks haben mittlerweile eine deutliche höhere Auflösung als 1024 Pixel, wie noch vor einigen Jahren. Diese Auflösung auf ein benutzerfreundlichere niedrigere Auflösung einzustellen ist technisch zwar möglich, dies führt aber zu einer deutlichen Verschlechterung der Darstellung. Weiterhin ist es auch für Personen mit Leseschwächen oft ein Problem Internetseiten in der Standardgröße der Texte zu lesen.

Um die Schriftgröße von Internetseite in eine lesbare Größe zu verändern kann die Textgröße im Browser eingestellt werden. Allerdings beherrschen nur wenige Websites diese Disziplin. Und das vor dem Hintergrund, das lesen am Bildschirm schwieriger ist und mehr Zeit benötigt, als Texte in gedruckter Form zu lesen.

Folgende Fehler treten dabei sehr häufig auf:

  • Die Einstellung hat überhaupt keinen Einfluss auf die Darstellung. Die Schrift bleibt unlesbar klein.
  • Grafische Elemente verschieben sich und überdecken andere Inhalte oder werden so selbst unlesbar.
  • Texte verschieben sich ineinander und werden so unlesbar.
  • Text wurde für die Ansicht des Autors optimiert. Es werden z.B. Zeilenumbrüche eingefügt, die bei einer anderen Darstellung zu sehr seltsamen Textformatierungen führen.

Einige der oben beschriebenen Punkte treten auch hier auf usabilityblog.de auf (siehe Screenshot).

Verschiebung der Seitenellemente

Letztendlich führt jeder dieser Fehler dazu, dass die Inhalte nicht vernünftig aufgenommen werden können. Seit ich ein Notebook mit 1600 Pixel Auflösung benutze, muss ich sehr häufig auf die Standartgröße von Texten wechseln, damit ich Seiten überhaupt lesen kann. Oder die Schrift bleibt einfach klein und kann so kaum entziffert werden.

Es ist so nur zu empfehlen, die eigenen Webseiten regelmäßig in den verschiedenen Einstellungen zu überprüfen. Dies ist auch im Rahmen von Barrierefreiheit ein wichtiger Punkt. Man sollte sich auch immer wieder bewusst machen, dass Webseiten auch in verschiedenen Browsern unterschiedlich dargestellt werden, also auch immer mit den verschiedenen Browsern Tests durchgeführt werden.

Leider ist vielen Nutzern nicht bekannt, dass Sie die Darstellung der Texte über die Browserfunktionen verändern können. Hier ist es hilfreich die Anpassung der Textgröße mittels verschieden großen Buchstaben auf der eigenen Website anzubieten. Schriftgröße verändernEin kleines, ein mittleres und ein großes „A“ werden sofort mit dieser Funktion in Verbindung gebracht. So eine Funktion ist leicht zu implementieren und die Nutzer fühlen sich in Ihren Problemen ernst genommen und kommen gerne wieder auf Ihre Seite zurück.

Haben Sie eine extra Textvergrößerungsfunktion auf der Websites implementiert? Oder ist diese so programmiert, dass die Textvergrößerung per Browser einwandfrei funktioniert? Mich würde Ihre Meinung dazu sehr interessieren.

4 Gedanken zu „Textgrößenänderung im Browser – Ja, aber meist nicht nutzerfreundlich

  1. Webstandard-Team

    Das Problem mit den grafischen Elementen und dem Text der sich in ihnen befindet liegt oft daran, dass die grafischen Elemente aus einer Grafik mit einer festen Höhe oder Breite bestehen und damit nicht „flexibel“ sind. Das obige Problem entsteht durch den Wechsel der Positionierung der einzelnen Inhalte. Dieses sollten sich im Dokumentfluss befinden und nicht mit „position: absolute“ herausgenommen werden, dann ensteht dieses Problem erst gar nicht. Verwendet für die Daten der Autoren doch Mikroformate, so können die Daten in den entsprechenden Anwendungsprogrammen (E-Mail-Programmen etc.) gleich weiterverarbeitet werden.

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  2. Steffen Heim

    Stimmt, ich hab gelegentlich mit „position: absolute“ gearbeitet.

    Da ich fast nie die Textvergrößerung per Browser verwende, habe ich nicht daran gedacht, dass es dadurch zu Überlagerungen kommt. Das ganze Thema steht, seitdem mich Herr Lindner letzte Woche drauf aufmerksam gemacht hat, auf meiner To-Do-Liste für eine der nächsten Rollout-Phasen.
    Nach einem Gespräch mit meinem Kollegen Martin Beschnitt habe ich mich dafür entschieden, alle Größenangaben, die aktuell in „Pixel“ deklariert sind zu überarbeiten und durch eine „em“-Angabe zu ersetzten. Dadurch vergrößert sich die komplette Seite und die Proportionen des Design bleiben erhalten.

    Das mit dem Mircoformat ist auch eine sehr gute Idee und wird denke ich auch in eine der nächsten Rollout-Phasen umgesetzt werden. Thx@Webstandard-Team!

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  3. Christoph Lehmann

    Das Entwickeln von flexiblen Templates, die sich mit der Schriftgröße anpassen, muss schon bei der grafischen Ausarbeitung berücksichtigt werden.

    Ändert sich beispielsweise bei der Schriftenvergrößerung auch die Breite einer Website (weil diese in em bemaßt wurde), dann müssen Hintergrundbilder breiter erstellt werden. Die Kopfgrafiken z.B. auf http://www.heutefuermorgen.de/ sind 2000px breit, obwohl bei einer Standardschriftgröße nur 995px zu sehen sind. Skaliert man die Schrift nun größer, werden weitere Teile des Hintergrundbilds sichtbar.

    Mit dem neuen Firefox 3.0 und IE7 sind jedoch solche Schritte nicht mehr unbedingt nötig – beide Browser skalieren Websites nun grafisch größer.

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