Usability-Tests selber durchführen

Manuel Diwosch hat auf drweb.de einen netten Artikel zum Thema „Usability-Tests selbstgemacht“ geschrieben, der sehr anschaulich beschreibt, wie man in kleinerem Rahmen bzw. mit geringem Budget durchaus „inhouse“ testen kann, um die zentralen Schwachstellen seiner Website zu identifizieren.

Schön ist der deutliche Hinweis darauf, dass man unbedingt so früh wie möglich testen sollte. Unsere Erfahrungen zeigen immer wieder, dass bei sog. abschließenden Tests am Ende eines Projektes die resultierende Empfehlungen letztendlich aus Zeit-/Geldmangel.

Selbstverständlich ist es möglich und auch gut, selber Tests durchzuführen, wie Diwosch erläutert. Jedoch sollte man immer Bedenken, dass damit auch eine Betriebsblindheit bzw. Befangenheit einhergeht. Zudem sind die Ergebnisse / die Expertise eines externen Dienstleisters viel „glaubhafter“, wenn es darum geht wichtige Entscheidungen zu treffen bzw. durchzusetzen.

Zur berühmt berüchtigten Kurve von Nielsen (5 Testpersonen entdecken bereits 83% der Usability-Prozesse) muss man jedoch sagen, dass dies nicht ausreicht, wenn man mehrere sehr unterschiedliche Zielgruppen betrachten möchte/muss.

Diwosch nennt am Ende seines Artikels einige „einfache“ Methoden zum Testen der eigenen Website. Besonders der teilweise sehr unterschätzten Methode des Paper Prototypings würde ich hier eine zentrale Bedeutung zukommen lassen. Auch der 5-Sekunden-Test ist eine sehr interessante und schnell durchzuführende Sache, die auch wir teilweise in unseren Testkonzepten einbinden.

So, jetzt will ich euch den Link aber nicht weiter vorenthalten:

Auf jeden Fall lesenswert!

Gruß,
Martin

4 Gedanken zu „Usability-Tests selber durchführen

  1. Claus

    Ich finde es ebenfalls nicht schlecht, mal darauf hinzuweisen, dass auch der kleinste selbstgemachte Usabilitytest immer noch besser ist als gar keinen gemacht zu haben.
    Doch in diesem Fall pflichte ich Martin bei, denn die 85% gefundenen Usability Probleme mit den 5 Testern von Nielsen ist so eine Sache. Erstens denke ich mich zu erinnern, dass es nicht einfach 5 Personen ein müssen, sondern es sich um eine Heuristic Evaluation per Experten handelt (also sind 5 Experten notwendig) und zweitens ist die Frage welche Güte die gefundenen Probleme haben. 85% der heftigen Usability PRobleme oder eher die der kleineren?

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  2. Thorsten Wilhelm

    Interessanter Artikel … Erinnert mich ein wenig an das Zusammenspiel zwischen Google Analytic und den „großen“ Anbietern von „kommerziellen“ Lösungen, wie z. B. Omniture, Nedstat usw. Die berichten immer wieder davon, dass ihr (Neu-)Kunden zunächst mit Google Analytic arbeiten, Daten generieren und daraus dann auch wieder Bedarfe an neuen, anderen Daten. Dann kommen sie schnell zu der Erkenntnis, dass Google Grenzen hat und gehen auf die „kommerziellen“ Anbieter zu. So sehe ich das auch hier: Macht man erstmal „nebenbei“ selbst einen Nutzertest, dann erkennt man erstmal wie schwierig und komplex es ist solche Tests durchzuführen, ein intelligentes Studienkonzept zu entwickeln (und vorab erstmal die richtigen Fragen (!) zu stellen), Daten auszuwerten und dann fundierte Empfehlungen abzuleiten. Ich denke, dass man dann schnell zu der Erkenntnis kommt, dass die eigenen Zeit besser in den eigentlichen Kernkompetenzbereichen „investiert“ ist und man sich besser Usability-Agenturen „mit in Boot“ holt. Hier gibt es ja auch einige Anbieter, die eine Art Coaching / gemeinsame Testdurchführung anbieten. Ein eigener Test ist daher in der Regel Ausgangspunkt für die Zusammenarbeit mit professionellen Agenturen. Alles andere macht einfach keinen Sinn, sei denn man kommt nach dem ersten eigenen Test zum Schluss, dass man den falschen Beruf hat und viel lieber bei einer Usability-Agentur anfangen möchte … So was soll`s ja auch schon gegeben haben … Euch viele Grüße aus Turin, wo die UPA Europe morgen startet, freue mich schon sehr 🙂

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