UPA Europe 2008 – 1. Tag: Usability und Design

UPA Europe 2008 in Turin

Zum ersten Mal findet vom 04. bis 06.12. ein europaweiter UPA – Kongress statt. Ein Experiment… Aus meiner Sicht aber mit einer hohen Wahrscheinlichkeit in 2009 wiederholt zu werden.

UPA Europe: Messestände im Foyer
Messestände im Foyer
UPA Europe: Plakat zur Veranstaltung
Plakat zur Veranstaltung

Perfekte Organisation:
Alle Teilnehmer haben einen so genannten SpotME bekommen. Eine Art PDA, mit einem Verzeichnis aller Teilnehmer. Zudem kann man stets „sehen“, wer sich in der räumlichen Nähe befindet und interessanten Personen eine Message senden. Legt man zwei SpotME zusammen, dann werden die persönlichen Daten einfach ausgetauscht. Networking 2.0. Natürlich enthält der „SpotME“ auch das Programm, die Slides zu den Vorträgen und zahlreiche Informationen zu den Referenten. Alle Daten können vom SpotME auf den eigenen Rechner gezogen werden. Klasse Sache. 🙂

Neben den reinen Informationen und Funktionen zum „networken“ und „kongressen“ gab`s noch Informationen über die Stadt Turin, Events, Restaurants und Hotels in der Nähe, inkl. einer Kartenfunktion. Und – und jetzt hör ich auf mit dem Lob für dieses Tool (das auch noch intuitiv zu bedienen ist 🙂 ), SpotME bietet ein Feedback-System: Man kann Vortragende unmittelbar bewerten, erhält eine Message nach dem Essen mit der Frage: Wie gut hat es Ihnen geschmeckt?, sowie die Chance den Veranstaltern permanent Feedback und Verbesserungsvorschläge zur Organisation zu geben.
Auf unserem Usability-Kongress 2009 wird es so was wohl auch geben.

Am 1. Tag gabs mehr als 10 Vorträge, rund um die Themengebiete:

    Usability & Creativity und Managing Design in Organizations

2 Vorträge davon möchte ich euch kurz vorstellen:

  1. Elizabeth Churchill von Yahoo Labs hat verschiedene Erkenntnisse und Ideen rund um das Thema „Speichern von Daten“ vorgestellt. Mit einigen interessanten Studienansätzen zur Analyse der Einstellungen zum Thema „Datenspeicherung“.
    Sie hat dazu u.a. Vertreter verschiedener Generationen interviewt und beobachtet wie und vor allem warum sie Videos aufzeichnen und wie diese „gespeichert“ werden. Die Intentionen reichen dabei von: „einen besonderen Moment dauerhaft festhalten“ (z. B. Hochzeitsfeier) bis hin zu „sich selbst bei etwas beobachten, indem man sich von anderen aufzeichnen lässt“ (z. B. beim Tanzen, Sport etc.). Letzteres trifft vor allem für die heute 12-16 Jährigen zu. Sie präferieren auch sehr kurze Videos. Ganz anders die Generation 40plus. Sie dokumentieren vor allem Ereignisse in langen Videos. Leider bleibt sie in ihrem Vortrag dann etwas unkonkret in Bezug auf die Frage was Yahoo mit diesen Erkenntnissen konkret anstellt… Da hilft nur eins, immer mal auf Yahoo.com vorbeischauen!
  2. Thyra Rauch, IBM, hat sich dem spannenden Thema: „Agile UCD“ gewidmet. In ihrem sehr gehaltvollen Vortrag hat Thyra Rauch zunächst verdeutlicht was man unter „Agile UCD“ versteht und hat darauf aufbauend Erfolgsfaktoren herausgearbeitet. Zentraler Erfolgsfaktor ist aus ihrer Erfahrung eine gute Kommunikation zwischen allen Projektbeteiligten.

    Thyra Rauch, IBM, bei Vortrag zum Thema \"Agile UCD\"
    Thyra Rauch, IBM, bei Vortrag zum Thema „Agile UCD“

    Diese sollte durch regelmäßige Meetings gefördert werden, die sich zeitlich beschränken: Tägliche Termin von nur 15 Minuten, ergänzt um ein 2 stündiges Meeting pro Woche. Die Termine sollte vor allem dafür genutzt werden Ideen zu entwickeln und über Testergebnisse zu berichten.
    Als weiterer Erfolgsfaktor wurde permanentes „User Feedback“ angesehen, und das in sehr frühen Projektphasen: Feedback zu Paper Prototyps, Wireframes, Klick-Dummys etc. Sie betont in diesem Zusammenhang, dass die Nutzertests immer nur sehr kurz angelegt werden sollten, 2-3 Fragestellungen, so dass diese Tests pro Session nicht länger als 30 Minuten dauern. Weiterhin betont sie die Wichtigkeit von parallelen Tests, also die vergleichende Analyse von verschiedenen Varianten eines Wireframes, Interfaces. Abschließend arbeitet sie heraus, dass man sich beim Testen nur auf die wesentlichen Funktionen beschränken sollte, die aus Sicht der Nutzer (und einer vorgelagerten Anforderungsanalyse) für die Anwendung besonders relevant sind. Auch auf diese Weise kann man die Tests beschleunigen und somit dem Entwicklerteam schnell Ergebnisse liefern. Eine kurze Case-Study stellte das Ende dieses klasse Vortrages dar.
    Für mich ganz klar das Highlight des 1. Tages.

Mein Fazit
Ich hab viel Neues gelernt und auch mein Englisch deutlich verbessern können – alle Vorträge wurden in englischer Sprache gehalten und auch die Gespräche in den Pausen waren zu 90% in englischer Sprache…

4 Gedanken zu „UPA Europe 2008 – 1. Tag: Usability und Design

  1. Pingback: Experiencing spotme at UPA Europe | wireframes & usability

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