UPA Europe 2008 – 3. Tag: Flow-Experience und Web 2.0 Shopping

Der letzte Tag der UPA Europe 2008 stand unter dem Motto: Outlook to the future.
Zentrale Themen waren: Flow-Experience, Web 2.0 Shopping und User Experience.

UPA Europe 2008 in Turin

Im ersten Vortrag des 3. Tages der UPA Europe ging es um das spannende Thema „Flow-Experience“. Genauer gesagt um die Fragestellung wie kann man eine Software so gestalten, dass sich die Anwender voll und ganz auf die mit dieser zu lösenden Aufgabe fokussieren, alles andere ausblenden und dabei ein positives Erlebnis haben.

Eine Fragestellung, mit der sich schon viele Forscher auch im Zusammenhang mit der Nutzung des Internets beschäftigt haben, u. a. auch Institut für Marketing & Handel an der Universität Göttingen. Unsere Ergebnisse damals zeigten, dass es solche Flow-Erlebnisse auch bei der Webnutzung gibt, allerdings sind diese weniger ausgeprägt, als in anderen Lebensbereichen, z. B. im Sport (Ski fahren etc.), bei Künstlern, in der Grundlagenforschung, beim Fernsehen etc.

Warum ist das Ziel eines Flow-Erlebnisses für Hersteller von Software oder Online-Shopbetreiber so erstrebenswert? Es gibt sicherlich viele Gründe: Gelingt es einen Online-Shopper zum „Flow-Erlebnis“ zu bringen, dann bleibt er länger auf dem Shop und wird in der Tendenz mehr kaufen, sich auf jeden Fall „wohlfühlen“ und den Shop in der Zukunft öfters besuchen. Er wird sich auch durch andere Anwendungen und Ereignisse – z. B. eingehende E-Mails, Skype-Nachrichten etc. – weniger ablenken lassen und sich auf den Shop-Besuch fokussieren. Wow – solche Shopper wünscht man sich. 🙂

Leider ist es sehr schwierig in einem Online-Shop solche Erlebnisse zu generieren – so zeigten auch unsere Studien damals (1998-2000). Es könnte jedoch gelingen während einer Websession und dem Besuch mehrerer Shops ein solches Erlebnis hervorzurufen und so über diese Shops hinweg und bezogen auf eine Web-Session (eine Shopping-Tour) extrem positive Erlebnisse aufzubauen; mit allen einhergehenden positiven Effekten für die Online-Shopper, die Shops und deren (langfristigen) Umsatz.
Plattformen wie z. B. Smatch.com sind da schon auf einem guten Weg. Sie verbinden verschiedene Shops über eine Plattform und erhalten während einer Shopping-Tour im Web viele Wiederholungsbesuche. Schon mal eine wichtige Voraussetzung um das Shopping-Erlebnis zu steuern und „aufrechtzuerhalten“. Wie genau? Darauf hab ich noch keine Antworten gefunden, wir suchen aber intensiv danach…

Auch Julie Baher und Bill Westermann – die Referenten zum Thema Flow bei der Nutzung von Adobe Photoshop – gaben diese Antworten leider nicht. Sie stellten fest, dass es verschiedene Nutzertypen gibt, bei denen die Wahrscheinlichkeit von Flow-Erlebnissen sehr unterschiedlich ist. U.a. abhängig vom Expertenstatus in Bezug auf den Umgang mit der Software.

Im zweiten, sehr werblichen 🙁 Vortrag von Catriona Campbell (Foviance) ging es um die Entwicklung und Hintergründe der Plattform myfaveshop.com – ebenfalls eine Social Shopping Plattform.
Es wurde dargestellt, wie diese Plattform entstanden ist, konzipiert und entwickelt wurde.

Was ihr aktuell „online“ nutzen könnte ist noch im Beta-Stadium. Zentral ist der Ansatz „gemeinsamen Einkaufen“ auch im Web zu realisieren, in dem man Freunde einladen kann, mit ihnen über favorisierte und im Web gefundene Produkte reden kann und dann auch gemeinsam über Einkäufe entscheidet. Ein interessanter Ansatz, der sich ganz sicher auch auf vielen Online-Shops in den kommenden Monaten durchsetzen wird – nicht nur auf reinen Social Shopping Plattformen wie Smatch.com oder myfaveshop.com. Interessant ist, wie genau man solche Funktionen umsetzt, so dass sie „usable“ sind und zugleich alle relevanten Anforderungen der Nutzer erfüllen. Hier ist noch viele Grundlagenforschung nötig.
Wir freuen uns darauf diese mit all unseren Online-Shopping Kunden durchzuführen. Ein spannendes Forschungsfeld!

Und zum Schluss noch das Ergebnis einer Umfrage zur 1. UPA Europe 2008 in Turin:
98% der Teilnehmer haben sich dafür ausgesprochen, dass es eine zweite Veranstaltung geben sollte. Ein Klasse Ergebnis… Freuen wir uns auf 2009 und die 2. Veranstaltung.
Vielen Dank an die Organisatoren, vor allem an Sylvia Zimmermann!

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