Checkout-Prozesse – ein interessantes Beispiel

In einem guten Checkout-Prozess soll der Nutzer nur noch seine notwendigen Daten eingeben müssen, um die Bestellung zum Abschluss zu bringen. Dies scheint einfach gesagt und getan.

Dennoch bergen Checkoutprozesse oft Hürden, die Nutzer zum abbrechen bewegen oder einfach nur als störend empfunden werden. Bei der Recherche im Internet sind mir beim ansurfen von Checkout-Prozessen von Online-Shops einige Dinge aufgefallen.  Ein Beispiel möchte ich einmal vorstellen.

Eine sehr interessante Seite ist der Warenkorb von C&A.

Warenkorbansicht C&A

Im Warenkorb wird bereits die Möglichkeit zur Anmeldung gegeben. Auf der einen Seite erspart dies dem Nutzer einen Schritt im Bestellprozess, da viele Online-Shops den Warenkorb und die Anmeldung auf separaten Seiten anbieten. Auf der anderen Seite wirkt die Seite dadurch relativ komplex. Wichtige Informationen (wie z. B. die Gesamtsumme) können dadurch schwerer auffindbar werden. Auch wird in dem Beispielbild lediglich ein Produkt eingekauft. Wie sieht die Seite aus, wenn sich viele Produkte im Warenkorb befinden. Dann rutschen auch die Anmeldeoptionen nach unten. Findet der Nutzer dann noch die Anmeldemöglichkeit?

Schön gelöst ist die formale Aufteilung der Anmeldeoptionen. Auf den „ersten Blick“ haben Nutzer nur zwei Anmeldeoptionen zur Verfügung. Die Option „Neukunde“ unterteilt sich jedoch noch in die Option „Neues Konto anlegen“ und „Ohne Kundenkonto einkaufen“. Durch die formale Gestaltung wird hier Komplexität reduziert. Nutzer die ein Kundenkonto haben können sich schneller einordnen, da sie nur die Auswahl zwischen zwei Anmeldeoptionen haben.

Für Neukunden ergibt sich jedoch eine kleine Hürde. Sie haben die Möglichkeit über Checkboxen eine Option auszuwählen wie sie fortfahren möchten. Ein routinierter Internet-Nutzer verbindet mit Checkboxen jedoch, dass beide Möglichkeiten auswählbar sind. Dann ergibt sich für den Nutzer ein Widerspruch. Man kann ja nicht im Bestellprozess fortfahren und sich gleichzeitig „ein Konto anlegen“ und „ohne Kundenkonto einkaufen“. Radiobutton wären hier aus meiner Sicht die bessere Gestaltungsvariante für diese Auswahlmöglichkeit. Zumal eben diese Funktion hinterlegt ist.

An diesem Beispiel wird meines Erachtens deutlich, dass die Gestaltung des Checkout-Prozesses schwierig sein kann und es viele Dinge zu beachten gibt. Auch zeigt sich, dass es fast unmöglich zu sein scheint alles Richtig zu machen.

Was meinen Sie?

Ein Gedanke zu „Checkout-Prozesse – ein interessantes Beispiel

  1. Thorsten Wilhelm

    Klasse Ansatz, finde ich sehr gut gelöst. Interessant wäre hier mal ein Expertiment im Stil eines AB Tests: Diese Variante gegen eine klassische. Würde mich interessieren welche Variante weniger Abbrüche und mehr Accounts erzielt. Vielen Dank für das super Fundstück …

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