Warum Bankkunden die Online-Angebote ihrer Bank (noch) nicht nutzen.

Der häufigste Grund, warum Online-Banking von den Bankkunden nicht genutzt wird, sind nach wie vor Sicherheitsbedenken. Über 70% derer, die das Online-Banking Angebot ihrer Bank noch nicht nutzen, gaben in einer aktuellen Befragung der eResult GmbH an, dass das Internet für Geldgeschäfte nicht sicher genug sei.
Ein weiterer Grund ist der fehlende Bedarf: 43,4% sehen keine Notwendigkeit Online-Banking zu nutzen, da die nächste Bankfiliale sich ganz in der Nähe befindet. Und gut ein Fünftel gab an, dass das persönliche Gespräch mit dem Bankangestellten eine hohe Bedeutung hat und durch das Internet-Angebot nicht zu ersetzen sei.
Weitere Gründe warum Online-Banking noch nicht genutzt wird sind: Es wurde sich noch nicht ausreichend darüber informiert (16,3%), Angst vor den Folgen von falscher Benutzung (12,4%) und Online-Banking erscheint zu kompliziert (11,6%).

Im Allgemeinen ist die Akzeptanz für die Online-Angebote von Banken in den letzten Jahren stark gestiegen. So nutzt bereits ein Großteil der Bankkunden auch die Möglichkeiten des Online-Banking. Und auch diejenigen, die sich bisher enthalten, sollen durch Vergünstigungen oder spezielle Online-Angebote überzeugt werden. Damit hier gezielt vorgegangen werden kann, ist es natürlich wichtig zu wissen, welche Gründe die Kunden dafür haben, das Internet nicht für Bankgeschäfte zu nutzen. Was im Zusammenhang damit ebenfalls interessant ist: Wie viele der „Nicht-Nutzer“ könnten sich den zumindest vorstellen, in Zukunft Online-Banking zu betreiben und wie viele sind für dieses Thema unter keinen Umständen zu gewinnen?

Im eResult-Omnibus, einer monatlichen Mehrthemenbefragung, wurde diesen Fragen einmal auf den Grund gegangen. Dabei stellte sich heraus, dass die Hälfte derer, die Online-Banking bisher nicht nutzen, sich sicher sind auch in Zukunft darauf zu verzichten. 7% haben jedoch die konkrete Absicht, dieses Angebot zukünftig wahrzunehmen. Eine sehr große Gruppe, nämlich knapp 43%, würde sich vielleicht dafür entscheiden. Das heißt, hier ist großes Potenzial vorhanden, die Beteiligung am Online-Banking zu erhöhen.
Weiterhin ergaben sich bei dieser Frage signifikante Gruppenunterschiede hinsichtlich des Alters: Während sich bei den unter 20jährigen fast die Hälfte der Befragten sicher ist, Online-Banking in Zukunft zu nutzen und der andere Teil sich dies zumindest vorstellen kann, sind Personen über 60 Jahre nach eigenen Angaben nicht mehr dafür zu gewinnen.
Die „Nicht-Nutzer“ zwischen 20 und 39 Jahren sind noch zögerlich: knapp 50% haben eventuell vor, in Zukunft Bankgeschäfte über das Internet zu erledigen. Jedoch sagen auch 44,4% der 20 bis 29jährigen und 50% der 30 bis 39jährigen, dass sie in Zukunft kein Online-Banking betreiben wollen.
Die oben genannten Gründe dafür treffen jedoch auf alle Altersgruppen zu. Sowohl die jüngeren, als auch die älteren Bankkunden zweifeln in diesem Fall an der Sicherheit des Internets.

„So bequem“: Die Sparkasse wirbt um neue Online-Kunden.
„So bequem“: Die Sparkasse wirbt um neue Online-Kunden.

Zusammenfassend kann man sagen, dass das größte Potenzial für die Gewinnung von Teilnehmern am Online-Banking bei den unter 40jährigen liegt. Gelingt es, diese Kunden von der Sicherheit der verwendeten Systeme und den damit verbundenen Vorteilen zu überzeugen, werden sich in Zukunft sicherlich noch viele für die Online-Angebote ihrer Bank gewinnen lassen. Auch der Benutzerfreundlichkeit der betreffenden Oberflächen wird dabei eine entscheidende Bedeutung zukommen, da nur gut bedienbare Systeme eine tatsächliche Alternative zum Gang in die Bankfiliale darstellen werden.

Was sind aus eurer Sicht die erfolgreichsten Strategien zur Neukundengewinnung im Bereich Online-Banking?
Und was mich auch interessiert:
Wie bewertet ihr die Bedienbarkeit der Oberflächen, die ihr persönlich für Online-Banking nutzt?

2 Gedanken zu „Warum Bankkunden die Online-Angebote ihrer Bank (noch) nicht nutzen.

  1. Thorsten Wilhelm

    Eigentlich ja sehr „bedauerlich“, dass grad diejenigen, die von der Bequemlichkeit des Online-Bankings am meisten profitieren könnten (kein Gang zu Bank, etc.), dieses recht deutlich „ablehnen“, die über 60 Jährigen. Kann doch eigentlich nicht daran liegen, dass sie „soziale Kontakte“ beim Besuch einer Bank suchen, also absichtlich noch „zur Bank“ gehen, um mit anderen Menschen in Kontakt zu treten? Oder könnte das auch ein Grund sein, warum man Online-Banking in dieser Gruppe ablehnt?

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