Fahrradhändler im Web – Online-Fahrradbestellungen nur etwas für Cracks?

Der Spritpreis steigt und Umweltzonen werden in immer mehr Städten eingeführt. Das sind, neben gesundheitlichen Gründen, starke Argumente, einmal auf das Autofahren zu verzichten und sich auf den Drahtesel zu schwingen. Jetzt im Frühjahr stellen aber immer wieder viele fest, dass ihr altes Fahrad verrostet oder auf sonstige Weise technisch nicht mehr in Ordnung ist.
Überlegungen, ein neues Fahrrad zu kaufen werden angestellt.

Da wird schnell einmal im Internet nach verschiedenen Angeboten gesucht. Da Fahrräder aber eine langfristige Investition darstellen und der „Normalbürger“ eher selten ein neues Fahrrad kauft, besteht hier Beratungsbedarf. Ist man nicht gerade ein Fahrradfreak, dem Begriffe wie Rahmenhöhe, Vorbau, Kassette, V-Brakes etc. geläufig sind, wird es schwierig.

Viele Online-Fahrradshops bieten auf den Detailseiten zu einem Fahrrad zwar alle Details an, aber diese sind oft nur mit einem Fahrradhandbuch zu verstehen (vgl. Abb. 1).

Abbildung 1: Detailinformationen auf boc24.de
Abbildung 1: Detailinformationen auf boc24.de

Interessenten werden durch komplizierte Begriffe und Produktbeschreibungen eher dazu bewogen, in den stationären Handel zu gehen und sich dort beraten zu lassen.

Abbildung 2: Berechnungstool in unmittelbarer Nähe der Rahmenauswahl
Abbildung 2: Berechnungstool in unmittelbarer Nähe der Rahmenauswahl

Es gibt aber auch positive Ausnahmen, wie z. B. auf profirad.de. Hier wird auf der Detailseite bei der Auswahl der Rahmenhöhe, die entscheidend zum Fahrkomfort beiträgt, sofort ein Berechnungstool angeboten, mit dem man die, für sich optimale, Rahmenhöhe des Fahrrades errechnen kann. Und zwar für unterschiedliche Biketypen wie Rennrad, Tourenrad etc. (siehe Abb. 2).

Aber die Berechnung erweist sich dann als nutzerunfreundlich, da das Ergebnis der Berechnung eher unscheinbar dargestellt wird und nicht sofort ersichtlich ist, da sich die Seite nur wenig verändert (siehe Abb. 3).

Abbildung 3: Ansicht vor und nach der Berechnung der eigenen Rahmengröße
Abbildung 3: Ansicht vor und nach der Berechnung der eigenen Rahmengröße

Ein Blick in die USA zeigt, dass dortige Shops schon etwas weiter zu sein scheinen. Bei dem Online-Shop performancebike.com, werden auf der Produktdetailseite eines Fahrrades nicht nur die technischen Details genannt, sondern auch für Laien etwas erläutert. Z. B. wird auf die Sitzhaltung eingegangen, die durch die spezielle Lenkerform erreicht wird (siehe Abb. 4).

Abbildung 4: Merkmale werden für Fahrradlaien \"übersetzt\"
Abbildung 4: Merkmale werden für Fahrradlaien "übersetzt"

Mein Fazit ist, dass Online-Fahrradshops hierzulande noch erhebliches Potenzial haben, ihre Nutzer stärker zu begeistern und den Online-Kauf leichter zu gestalten.
Was meinen Ihr?

Einen sehr interessanten Beitag zur (Fahrrad-)Navigation per Handy hab ich auf dem digital:next-Blog gefunden.

5 Gedanken zu „Fahrradhändler im Web – Online-Fahrradbestellungen nur etwas für Cracks?

  1. Magnus

    Da ich selbst ein Laie auf dem Gebiet „Fahrrad“ bin kann ich den Beitrag nur unterstützen.
    Gut, ich muss zugeben das ich mich mal gar nicht für Fahrräder interessiere. dafür aber umsomehr für eCommerce.
    An den im Beitrag genannten Bsp. ProfiRad ist gut zu sehen was (jedenfalls mir persönlich) fehlt. Ich würde hier wahrscheinlich nichts bestellen, weil ich mir einfach verdammt unsicher wäre was ich da eigentlich gerade bestelle. Eine grundsolide Beratung zu bieten wie man es wahrscheinlich bei einem Fachhändler bekommen würde ist im Onlinebereich denke ich nur schwer abzufangen. Allerdings kann man sich hier weit aus näher an die reale Welt ranpirschen als bisher.
    Ein Händler hat das Produkt neben sich und kann zeigen was er da erklärt. Somit ist vieles einfacher und schneller zu verstehen. In einem Onlineshop könnte man z.B. auf Bildmaterial zurückgreifen welches einzelne Fachbegriffe darstellt. Eine grundsätzliche Erklärung auf was geachtet werden muss oder ein Video wären hier nette Features.

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  2. Anja Weitemeyer

    Super Beitrag! Bin auch grad dabei, nach einem Fahrrad zu suchen. In Kiel bin ich ja gezwungenermaßen zum Busfahrer mutiert wegen der Parkplatzsituation, aber im Sommer wird das natürlich gaaaanz anders 😉
    Und ehrlich gesagt bin ich gar nicht auf den Gedanken gekommen, online nach Fahrrädern zu schauen. Den Linktipps werde ich jetzt aber natürlich erstmal folgen. Vielfach ausgezeichnet besonders auch wegen der aktiven Community ist ja fahrrad.de. Und sie bieten einen Live-Chat für ganz eilige Fragen.

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  3. Andreas

    Hallo,
    theoretisch finde ich das sehr gut und vor allem als ersten Anhalts- bzw. Orientierungspunkt. Aber ich denke, dass gerade Laien nicht drum herum kommen, das Bike einmal Probe zu fahren. Die Maße unterliegen einem Durchschnitt, der sicherlich nicht auf jeden paßt. Ich bike sehr viel und komme besser mit einer kleineren Rahmengröße zurecht. Deshalb glaube ich nicht an einen Online Bike Kauf…

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  4. Pingback: Bilder & Videos auf Produktdetailseite in einem “Player” integriert | usabilityblog.de

  5. Natascha

    Ideal finde ich eine Kombination aus Ladengeschäft und Online Shop. Bei uns in der Nähe gibt es ein gutes Radgeschäft mit angeschlossenem Onlineshop (http://www.tomsbikecorner.de). Die Preise sind nicht extrem, sondern ausgewogen. Vor allem eine Probefahrt und die Möglichkeit das Rad bei Problemen vorbeizubringen ist einfach das größte Problem bei Fahrradbestellungen im Internet. Da kauf ich lieber in einen Laden.

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