Was ist modern? So sehen es die Webnutzer:

Immer wieder steht man während der Konzeption einer Website vor einer Aufgabe: Modern soll die neue Site sein. Aber was bedeutet eigentlich für diejenigen, die das entwickelte Produkt später nutzen sollen der Begriff „modern“?

Per E-Mail haben wir über 100 Teilnehmer des passiv rekrutierten Online-Access Panels der eResult GmbH gebeten, uns ein Foto eines Gegenstands zu schicken, den sie als modern empfinden.

Zurück kamen ca. 60 Bilder aus den unterschiedlichsten Bereichen. Das Spektrum reichte von der Küchen-Inneneinrichtung bis zur Tablette, mit der Sprit beim Autofahren gespart werden kann. Eine Auswahl davon ist auf der Abbildung zu sehen.

Einige der eingesandten Bilder

Zwei Trends lassen sich aus den Einsendungen eindeutig ableiten:

Geräte, die zum einen neue, für die Verbraucher tatsächlich relevante und nutzbare Funktionen bieten werden sehr häufig als modern empfunden. Sicherlich spielt auch das Design der äußeren Hülle eine Rolle, aber mindestens genauso entscheidend für den Erfolg von iPhone, iPod, Wii und Co sind sicherlich die Bedienkonzepte, die allesamt auf eine sehr intuitive, durch natürliche Gesten bestimmte Steuerung setzen.

Und noch ein zweiter Trend zeichnet sich anhand der eingesandten Bilder ab: Energiesparen steht hoch im Kurs. Egal, ob es ein besonders energiesparendes Haus, ein effizient heizender Ofen oder die schon genannten spritsparenden Caps sind: intelligente Lösungen sind in Punkto Energie sehr gefragt.

Meiner Meinung nach können solche Erkenntnisse in der Ideenfindungsphase einen wertvollen Denkanstoß geben, wenn es beispielsweise darum geht, einen „modernen“ Onlineshop zu entwickeln.

Oder was meint ihr, wie kann man solche Erkenntnisse in der Konzeption am besten einsetzen?

5 Gedanken zu „Was ist modern? So sehen es die Webnutzer:

  1. Thorsten Wilhelm

    Finde das ein super Ansatz un so ein Konstrukt wie „Modern“ oder „Modernität“ fassbar und auch begreifbar zu machen. Grad im Vergleich zu Alternativen, die mir da einfallen: Man gestaltet , konzipiert etwas und fragt dann den Nutzer ob er das modern findet, auf einer Skala zwischen 1 und 10, ggf. noch mit zwei drei weiteren Fragen, die das Adjektiv fassbar machen sollen. Wir beobachten dann immer wieder, dass die Antworten auf diese FRagen einfach kaum differenzieren, zwischen unterschiedlichen Personengruppen (wie z. B. jung vs. alt, Frauen vs. Männern etc.). Wenn man aber doch mal an seine Bekannten, Kollegen und Partner denkt und Gespräche mit denen zu dem was sie modern finden, dass es da doch schon deutliche (!) Unterschiede im Empfinden gibt. Ein Fragebogen kann so was aber nur bedingt abbilden. Fährt man aber einen solchen Ansatz, wie hier kurz beschrieben, dann bekommt man einen „tiefen Einblick“ und vor allem kann man nachgehend dann die eingesendeten Bilder bewerten lassen, von verschiedenen Personen und auf unterschiedlichen Dimensionen. Daraus sollte sich dann ein sehr umfassendes Bild rund um den Aspekt „Modernität“ ergeben, denke ich.
    @ Johanna: ist so was geplant, wie geht es weiter mit diesen Bildern?
    Und wird es weitere Umfragen geben …?

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  2. Johanna Möller Beitragsautor

    Ich könnte mir sehr gut den Einsatz solcher Bildsammlungen in Workshops vorstellen, die sich mit der Neuentwicklung eines Produkts oder mit dem Anstoß eines Redesign-Prozesses beschäftigen. Häufig gibt es ja schon eine bestimmte Vorstellung, in welche Richtung es gehen soll, beispielsweise soll das neue Angebot „seriös“, „fröhlich“ oder halt „modern“ wirken.
    Um Inspirationen für die Workshopteilnehmer zu liefern und diesen einen Eindruck von der Vorstellung der Nutzer zu geben, könnten eingesendete Bilder zu dem entsprechenden Thema bereitgestellt werden.
    Natürlich ist auch eine tiefer gehende Analyse der Einsendungen möglich, durch die konkrete Gestaltungselemente oder Erfolgskriterien definiert werden.

    Und: Ja, es sind weitere Umfragen geplant. Vielleicht habt ihr auch schon Ideen, was ihr gern mal in dieser Form untersucht haben möchtet?

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  3. Thorsten Wilhelm

    Mich würde mal interessieren welche Sites die Webnutzer so beim Start ihres Browsers eingestellt haben: Was lassen sie sich hier anzeigen und warum haben sie sich diese Seiten / Sites ausgewählt? Finde die diese besonders „informativ“, nutzlich im Sinne eines Starts ihrer Surfsessions oder vielleicht „schön“, ansprechend …?

    Was mich auch interessieren würde: Was macht eine „schöne“ Website aus? Sind es die Farben, Bilder, der grundlegende Aufbau …? Also die Frage an die Panelteilnehmer mal während ihren Surfsessions Seiten zu dokumentieren, die sie schön , ansprechend gestaltet finden und auch kurz zu benennen, was genau sie schön finden, den Eindruck zentral geformt hat. Und dann – z. B. bewertet durch einen Experten – würde ich da mal die Usability der Sites gegenüberstellen, bewerten lassen. Um Erkenntnisse darüber zu gewinnen wir der Zusammenhang zwischen Usability und Ästhetik ist. Gleich- oder entgegenlaufend?

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  4. Pingback: So wirken Sie seriös aus Nutzersicht | usabilityblog.de

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