Hat die Standardsortierung von Produkten einen Einfluss auf das Kaufverhalten von Nutzern?

Die Antwort ist: Selbstverständlich!

Interessant ist natürlich eher, mit welcher standardmäßigen Sortierung, die ich meinem Nutzer auf einer Trefferliste oder Artikelübersichtsseite anbiete, erziele ich den Umsatz? Im Endeffekt natürlich durch den Verkauf des „teuersten“ oder des qualitativ „hochwertigsten“ Produktes:-)

Cai und Xu zeigen in ihrem Artikel “Designing Product Lists for E-commerce: The Effects of Sorting on Consumer Decision Making, Intl. Journal of Human-Computer Interaction, 24(7), 700-721, 2008“ interessante Erkenntnisse auf.

Zentrales Ergebnis des von ihnen durchgeführten Tests ist, dass die 30 Probanden im Durchschnitt eine 19% teurere Digitalkamera wählten, wenn diese in absteigender Reihenfolge (sortiert nach der Qualität) angezeigt wurde, als im Vergleich zur einer aufsteigenden Sortierung nach Preis oder einer zufälligen Sortierung.

Dies begründen die beiden Autoren mit einer recht einleuchtenden Hypothese wie ich finde (siehe dazu diesen englischsprachigen Artikel auf humanfactors.com: http://www.humanfactors.com/downloads/apr09.asp#research).

Jedoch gilt es zu beachten, dass es sehr stark vom Sortiment abhängig ist, welche Sortierung ich default-mäßig anbiete!

Schön wäre nun, wenn man dieses Ergebnis einmal quantitativ validiert. Irgendwelche „Freiwilligen“?

Hinweis – Usability-Contest:

In diesem Jahr findet wieder der eResult Usability-Contest statt.
Dazu sind Studenten, Wissenschaftler und Designer herzlich eingeladen. Eingereicht werden können wissenschaftliche Arbeiten zum Thema Usability. Aber auch Designkonzepte für Online-Anwendungen sind willkommen. Insgesamt stehen 7.000 € Preisgelder zur Verfügung.
Weitere Infos findet Ihr unter: www.eresult.de/usability-contest

Euer Usabilityblog-Team.

3 Gedanken zu „Hat die Standardsortierung von Produkten einen Einfluss auf das Kaufverhalten von Nutzern?

  1. Anja Weitemeyer

    Wow, das ist ja mal ne Studie. Frage mich gerade, was für Kameras die untersucht haben, die Rede ist ja von 600 bis 800 Dollar! Wäre natürlich super, wenn es alles Testpersonen gewesen wären, die gerade vor einer derartigen Kaufentscheidung stehen (Stichwort Involvement) … und das nötige Kleingeld in der Tasche. Mal gucken, ob man dazu noch was findet, auf jeden Fall super spannend!
    Ich sortiere bei Technik übrigens immer „Bewertung-absteigend“ und beobachte den gesparten Betrag (ja, mit Mondpreisen hat man eine Chance bei mir 😉 )

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  2. Thorsten Wilhelm

    Vielen Dank für den Hinweis auf diese interessante Studie. Was genau verstehen die Autoren aber unter „Qualität“, wie wurde die operationalisiert und im dem Test beschrieben (Kundenbewertungen, Top-Seller im Sinne von Abverkäifen oder anders?) …

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  3. Internetagentur TYPO3

    @Thorsten Wilhelm: In der ersten Phase des Experiments wurden lt. http://www.humanfactors.com/downloads/apr09.asp#research die für die Probanden wichtigen Attribute beim Kauf einer Digitalkamera ermittelt. In der zweiten Phase (Kaufphase) wurden die Digitalkameras dann anhand der Erfüllung/Ausprägungen der Attribute (u.a. absteigend) sortiert. Das meinte Herr Beschnitt sicherlich mit der Sortierung nach „Qualität“.
    Beste Grüße

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