Meine Impressionen vom 1. UXCAMP 2009 in Berlin (Samstag, Teil 2)

Frisch gestärkt vom gut gefüllten Buffet habe ich mir den Vortrag von Christian Becker (kuelhaus) „UX-Suite: Effiziente Evaluation mit dem Internet“ angehört. Hier ging es primär um 2 Tools mit denen ich online zum einen Card-Sortings durchführen kann. Zum anderen lassen sich über einen eingeblendeten Layer auf einer Website sozusagen interessierte Probanden für einen synchronen Remote Usability Test rekrutieren (Was ist das? Siehe hier).

Ich werde mir besonders das Online-Card-Sorting-Tool einmal genauer anschauen, um es mit Websort, etc. vergleichen zu können. Die Vergleichsmatrix war meines Erachtens nämlich stark „marketingoptimiert“;-)
Bei der Rekrutierung von Testpersonen per Layer durch Angabe der Telefonnummer für einen Live-Website-Tests würden mich mehr Erfahrungswerte interessieren. Vielleicht probiere ichs mal aus mit einer WebEx-Kombination. Bleibt nur noch die Realisierung der sinnvollen Layer-Einblendung. D.h. so etwas sollte ja auch nur erscheine, wenn „Leitungen“ frei sind:-)
Was ich noch mitgenommen habe ich ein neuer Begriff: Business Centered Design. Keine so schlechte Idee! Besonders, weil die sonst so generischen Begriffe viel zu oft verwendet werden.

Den Tagesabschluss bildete der Vortrag von Lutz Schmitt aus dem Hause Nexum namens „Usability vs. Innovation“. Schöner, reißerischer Titel. Da ein gewisser Teil des Publikums der deutschen Sprache nicht vollständig mächtig war, wurde der Vortrag inkl. Diskussion auf Englisch gehalten. Sehr zuvorkommend und „nutzerfreundlich“.
Inhalt des Vortrages war die Frage, wie innovativ Usability sein kann in Bezug auf die Einhaltung und Berücksichtigung von Normen/Konventionen/Standards und der tatsächlichen Zielgruppe(n). Lutz präsentierte den MAYA-Ansatz und entfachte damit eine sehr schöne, kontroverse Diskussion.

maya

Ergebnis dessen war (ich hoffe, ich kann es einigermaßen zusammenfassen): Eine Usability-Agentur sollte sich nicht nur auf Standards und Konventionen berufen, wenn es um die Evaluation eines neuen Interaktionkonzeptes geht. Auf der anderen Seite bedarf es hierfür dann aber auch ein gewisses Budget für entsprechende Tests durch Nutzer. Denn gerade hierfür sind Usability-Agenturen ja da: Für das systematische, nutzerzentrierte Testen neuer Konzepte – inkl. Ableitung von Handlungsempfehlungen. Möchte man dem Nutzer etwas „Innovatives“ bieten, so muss ein gewisser Tradeoff gefunden werden, zwischen Budget, Nutzungsgewohnheiten der anvisierten Zielgruppe, bestehenden Standards und dem Joy of Use bzw. der ganzheitlichen User Experience.
Letztendlich entwirft bzw. konzipiert man für den Nutzer und nicht sich selbst. Vielleicht ist der typische Nutzer total begeistert von einem normalen Dropdown-Menü und benötigt keinerlei innovatives, neuartiges Filterkonzept.
Dennoch oder aber gerade deswegen fand ich die abschließende Folie sehr gelungen:

herz

Hinweis – Usability-Contest:

In diesem Jahr findet wieder der eResult Usability-Contest statt.
Dazu sind Studenten, Wissenschaftler und Designer herzlich eingeladen. Eingereicht werden können wissenschaftliche Arbeiten zum Thema Usability. Aber auch Designkonzepte für Online-Anwendungen sind willkommen. Insgesamt stehen 7.000 € Preisgelder zur Verfügung.
Weitere Infos findet Ihr unter: www.eresult.de/usability-contest

Euer Usabilityblog-Team.

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