sCommerce – Gemeinsam packen wir es an, aber packen wir es überhaupt?

Ich habe mich heute einmal näher mit social Commerce Seiten beschäftigt. Hierbei war ich ganz überrascht von den vielen innovativen Funktionen und Services die dort geboten werden. Diese Services, wie z. B. gemeinsame Einkaufslisten, werden sicherlich auch später einmal die „herkömmlichen“ Online-Shops erreichen. Es macht sehr viel Freude diese Seiten zu bedienen, da sie vieles anders machen und man viel ausprobieren kann. Die Kehrseite ist allerdings, dass die Bedienung solch innovativer Funktionen erst erlernt werden muss. Hier kann die Usability entscheidend zur Akzeptanz beitragen.

Einige ausgewählte Funktionen und Tools möchte ich hier einmal vorstellen:

Bei Smatch.com hat der Nutzer die Möglichkeit, sich einen Style zu erstellen und diesen von anderen bewerten zu lassen, d. h. man kann sich Produkte aus unterschiedlichen Kategorien auswählen (in Abb. 1 über den linken Bereich möglich) und auf einer Fläche (in Abb. 1 rechts) ablegen. Der Vorteil besteht darin, dass schnell ersichtlich ist, ob z. B. eine Hose zu einem T-Shirt passt, da die Produkte direkt nebeneinander liegen. Das Ablegen erfolgt einfach über drag&drop vom linken in den rechten Bereich. Dem Nutzer stehen weiterhin verschiedene Tools zur Verfügung, die man auch in Bildbearbeitungsprogrammen findet (Bilder zuschneiden, Bilder in den Vordergrund/Hintergrund legen etc.). Damit kann man den eigenen Style für andere Nutzer ansprechend gestalten. Hier ist jedoch einiges Vorwissen nötig, da die Funktionen oft nicht geläufig sind. Auch haben mich (als Mann) die Abbildungen der Kategorien irritiert.

Smacht.com - eigener Style
Abbildung 1: Erstellen eines eigenen Styles aufSmatch.com

Bei der Auswahl der Produkte ist mir noch etwas aufgefallen, was nicht ganz so schön gelöst ist. Sucht man nach Kleidungsstücken z. B. einer Hose und einem T-Shirt, dann muss man in der jeweiligen Kategorie jedes Mal erneut auswählen, dass man sich nur „Mode für Herren“ (Abb. 2) anzeigen lassen möchte. Ansonsten werden immer alle Produkte angezeigt.

Smatch.com - Filtersetzung
Abbildung 2: Der Filter „Herren“ muss in jeder Kategorie neu gesetzt werden

Nach Fertigstellung des eigenen Styles, kann dieser durch andere bewertet werden.

Bei dem social Commerce Angebot von edelight.de kann man sogar eigene Meinungsumfragen bei anderen Nutzern starten (wie in Abb. 3). Dies erleichtert vor allem unsicheren Nutzern die Auswahl.

edelight.de - Eigene Umfrage2
Abbildung 3: Eigene Umfrage auf edelight.de

Was ist Euch bei der Nutzung von social Commerce-Angeboten aufgefallen?

Auch interessant ist die Verknüpfung von Twitter-Beiträgen mit Produkten. Näheres dazu kann man in dem Beitrag tweets über Produkte auf Crowdstorm lesen.

2 Gedanken zu „sCommerce – Gemeinsam packen wir es an, aber packen wir es überhaupt?

  1. Anja Weitemeyer

    Was ich gerade aktuell aus der eCommerce Conference mitgenommen habe: Es muss ja nicht immer nur um Kleidung gehen: auch ein komplett gedeckter Tisch kann mich inspirieren, Geschirr, Gläres, Deko, bis hin zu Stühlen, Teppich… und da wären wir beim komplett eingerichteten Zimmer/Haus 🙂

    Auch interessant: Es gibt sie tatsächlich, die Intensiv-User, die Stunden am Tag damit verbingen, hier ihre Empfehlungen (und das sind im Extremfall wirklich teilweise schon jenseits der 1000) unter die Leute zu bringen – der Großteil ist aber meist nur passiver Nutzer und konsumiert/liest. Leben (im Sinne von „spannend sein“) kann eine Community aber nur, wenn hier eine kritische Masse von Aktiven erreicht ist.
    Grüße aus Düsseldorf

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  2. Martin Beschnitt

    Ich denke auch, dass es besonders bei neuen Funktionalitäten auf die Nutzerfreundlichkeit ankommt. Und: Auf ein gutes Marketing! Der Besucher/Kunde eines Online-Shops muss erst einmal darauf hingewiesen werden, welche neue Funktion ihn neuerdings auf seinem Lieblingsshop erwartet. Teilweise findet man solche Perlen nur durch Zufall auf größeren Shops.

    Andererseits betone ich gerne immer wieder: Die Funktion muss auch den Anforderungen & Erwartungen der Zielgruppe entsprechen. Ergeben Online-Befragungen klar und deutlich, dass es die Kunden nicht interessiert, „was andere Kunden gerade kaufen“, bzw. sie nicht möchten, dass andere Leute ihre Warenkörbe oder ähnliches einsehen können, so macht es zuerst keinen Sinn viel Geld in die Entwicklung von Social Commerce-Features zu stecken, die das Thema Voyeurismus und Selbstdarstellung bedienen. Man sollte hier zuerst schauen, was relevanter/ erfolgsversprechender für die eigene Zielgruppe ist und dies umsetzen. Treu nach dem Motto „zuerst die Pflicht, dann die Kür“!
    Es gibt bereits soo viele tolle Ideen und Konzepte im Netzt zu finden, leider spricht es die breite Masse noch nicht an. Entweder man leistet mutige Pionierarbeit oder springt auf den Zug auf, wenn es soweit ist…

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