Was nervt am meisten im Netz? Ergebnisse von 40 „Leidensberichten“

Was hat sie beim Surfen im Internet oder an einer Website oder Funktion das letzte Mal so richtig geärgert?

Diese Frage stellte ich über 100 Mitgliedern des passiv rekrutierten Online-Access Panels der eResult GmbH.

Dabei bekamen die Teilnehmer eine E-Mail mit der Aufgabe, einen Screenshot von etwas zurückzusenden, dass sie beim Surfen im Netz das letzte Mal so richtig geärgert hat. Zurück kamen 40 „Leidensberichte“, aus denen sich 3 Hauptärgernisse herauskristallisierten:

Allem voran wurden schlecht umgesetzte oder schwierig auffindbare Suchfunktionen genannt. Besonders störend daran sind nicht relevante Treffer oder, bei sehr vielen Treffern, ungenügende Möglichkeiten, die Liste nach den eigenen Bedürfnissen zu Sortieren oder einzuschränken. Ebenso häufig kommt es vor, dass eine Suchfunktion nicht eindeutig bezeichnet wird, so dass nicht ganz klar ist, nach was man mit ihr überhaupt suchen kann: Inhalte aus Teilbereichen oder von der gesamten Site? Muss ich die ganze Adresse eingeben, oder reicht eine Postleitzahl?

Ein weiterer häufig genannter Kritikpunkt ist eine mangelnde Übersichtlichkeit von Seiten, die im Allgemeinen durch zu viele Elemente auf einer Seite oder durch eine mangelnde Strukturierung der Inhalte zustande kommt – das entspricht auch den aktuellen Ergebnissen zweier eResult Studien zur Gestaltung von Startseiten.

Mangelnde Kapazitäten oder große Datenmengen, die zu langen Ladezeiten und Störungen auf der Seite führt wurden ebenso häufig als großes Ärgernis genannt.

Was sind denn eure persönlichen Ärgernisse im Netz?

Hinweis – Usability-Contest:

In diesem Jahr findet wieder der eResult Usability-Contest statt.
Dazu sind Studenten, Wissenschaftler und Designer herzlich eingeladen. Eingereicht werden können wissenschaftliche Arbeiten zum Thema Usability. Aber auch Designkonzepte für Online-Anwendungen sind willkommen. Insgesamt stehen 7.000 € Preisgelder zur Verfügung.
Weitere Infos findet Ihr unter: www.eresult.de/usability-contest

Euer Usabilityblog-Team.

2 Gedanken zu „Was nervt am meisten im Netz? Ergebnisse von 40 „Leidensberichten“

  1. Thorsten Wilhelm

    Kann die Ergebnisse aus eigener Erfahrung nur bestätigen.
    Suchfunktionen sind aus meiner Sicht ganz wesentlicher Erfolgsfaktor von Web-Angeboten auf denen es um den Verkauf von Produkten geht. Diese zu optimieren, in Bezug auf das Front-End und die gebotenen Funktionen, ist auf vielen Online-Shop zwingend erforderlich. Warum gibt es so viele „schlecht“ Suchfunktionen? Ich denke das liegt u.a. daran, dass man Produktsuchen funktional immmer mehr „überfrachtet“. Der Nutzer wird dadurch überfordert, es kommt zu langen Ladezeiten und man findet nicht schnell was man eigentlich sucht. Denke hier ist eine Fokussierung auf das Wesentliche ganz dringend erforderlich, wer sucht, der will vor allem finden, sonst nichts. Er braucht da keine Hinweise auf Top-/Bestseller, keinen Verweis auf Gutscheine, ist auch ohne die Ankündigung eines Specials zufrieden, wenn er das gesuchte schnell findet. Filter, Sortierfunktionen etc. sind nötig, jedoch sollten sie „im Bedarffall“ gefunden werden und leicht nutzbar sein. Sie sollten jedoch nicht „im Aufmerksamkeitsfokus“ stehen und den Nutzer von den Treffern ablenken.

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  2. Magnus

    Ich kann dem Thorsten (und dem Artikel) auch nur beistehen.
    Ich persönlich bin ein großer Verfechter der Suchfunktionen auf Websites. Gerade wenn man speziellen Content sucht und nicht aus Langeweile auf den Seiten surft, ist eine gut zu findene und auch funktionierende Suche ideal. Denke das hat auch nicht viel mit Faulheit oder ähnlichem zu tun, sondern lediglich mit dem Drang Sachen direkt und ohne große Umwege zufinden. Wenn ich in ein Ladengeschäft gehe und etwas bestimmtes Suche, renne ich ja auch nicht ewige Zeit dort umher, suche jedes Regal ab und hab am Ende immer noch nichts. Sondern Frage das Personal. Jedenfalls meißtens 😉

    Mich stören übrigens auch ganz stark elendich lange Wartezeiten. Bin da sehr ungeduldig und finde so etwas ganz ganz anstrengend. Es ist natürlich auch ein bisschen davon abhängig was ich da gerade laden möchte. Wenn eine aufwändige Flash/Flexsite geladen wird, bin ich etwas geduldiger als wenn ich lediglich auf eine einfach gestrickte html-site verwiesen werde, welche Ihre Ladezeiten dadurch hochschraubt, in dem sie dort riesige Bilddaten live runterrechnen um am Ende ein kleines thmb-nail zu bekommen. Aber leider weiß man so etwas ja oft erst, nach dem man die Seite angeklickt hat.

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