Marken – online eine hohe Bedeutung?

Marken begegnen uns an jeder Ecke – selbstverständlich auch auf Online-Shops. Heute möchte ich einmal Alternativen vorstellen, wie der Zugang gestaltet sein kann.
Bekannt ist: Es gibt auf der einen Seite markenaffine Käufer, deren das Logo besonders wichtig ist (sei es nun Technik oder Mode) und Personen, denen der Preis deutlich wichtiger ist als die Marke. Für letztgenannte Gruppe gibt es ja den recht etablierten „Schnäppchen-“ oder „Sale“-Einstieg. Nahezu jeder Online-Shop bietet diesen.

Doch wie sieht es bei den Marken aus?
Quelle – frisch gerelauncht – spielt Marken an oberster Stelle, auch bei Otto.de gibt es einen eigenen Marken-Reiter. Karstadt zeigt die Marken einer Kategorie im Layer.

Markenreiter bei Quelle

Markenreiter bei Quelle
Marken in der Navigation bei Otto

Markenreiter in der Navigation bei Otto
Markeneinstieg bei Karstadt

Markeneinstieg bei Karstadt – über den Layer

Es kann also davon ausgegangen werden, dass die Shops den Marken eine große Bedeutung beimessen – doch was sind die Beweggründe für den Nutzer, nicht bei der Marken-Shop selbst zu kaufen? Doch, dass man bei den großen Versandhändlern nicht auf eine Marke festgelegt ist, sondern über alle Marken stöbern kann und auch aus ganz unterschiedlichen Sortimenten bestellen kann. Brauche ich dann aber einen Einstieg der Beginn, der mich einschränkt?

Die Frage, die sich anschließt ist: was biete ich den Personen, die markenorientiert vorgehen, auf der Folgeseite an? Hier werden oft komplette „Welten“ gestaltet – im Look & Feel der Marke, so dass sich die Nutzer (ggf. Fans der Marke) gut aufgehoben fühlen.

Markenwelt \

Beispiel: Markenwelt „Adidas“ bei Otto

Das waren ja schon einige Fragen – was glaubt ihr: haben Marken diese Bedeutung tatsächlich verdient – oder reicht ein simpler Markenfilter aus, nachdem ich mich für eine Katagorie wie z.B. Schuhe entscheiden habe?

Freue mich auf die Diskussion…

3 Gedanken zu „Marken – online eine hohe Bedeutung?

  1. Sarah

    Ich sehe bei solch einer Shopgestaltung ein gewisses Problem. Viele Menschen behaupten von sich selbst, dass sie nicht markenaffin sind. Sprich sie bevorzugen Markenprodukte jetzt nicht speziell.
    Dass dies nicht so ist beweist der Pepsi-Coka-Cola Vergleich. Vor dem Versuch geben die meisten Testpersonen an lieber Coka-Cola trinken. Beim Geschmackstest mit verbundenen Augen schneidet Pepsi aber auf einmal viel besser ab.

    Wir Menschen lassen uns von Markennamen beeinflussen, wollen es aber nicht wahr haben. Insofern macht eine Aufbau der Navigation über die Marke für mich keinen Sinn.

    Wenn ich z. B. eine Sporthose bestellen möchte, so suche ich primär nicht nach einer bestimmten Marke. Ich möchte mir erstmal alle Sporthosen ansehen. Wenn mir jetzt aber zwei Hosen gut gefallen und ich stelle fest, eine ist von einer No-Name-Marke die andere von Adidas (oder Nike, etc.) ist es gut möglich, dass ich diese Hose bevorzuge.

    Antworten
  2. Christian

    Markenshops sind gang und gebe. Ein schönes Beispiel liefert auch Titus.de, wo es sowieso nur Marken gibt und selbst da wird ihnen eine eigene Seite gewittmet.

    http://www.titus.de/screen.phtml?screen=ws_brands

    Ausgewählte Marken treten dann bei Titus auch im gewohnten Look and Feel auf. Siehe z.B.:

    http://www.titus.de/screen.phtml?screen=ms_home&BrandName=Cleptomanicx

    Ich persönlich bin auch recht markenaffin und filter auch gerne einfach die Ergebnisse im Listview (Weil ich so nach und nach mit wenig Klicks in einer beliebigen Kategorie nach verschiedenen Marken filtern kann, die mir gefallen). Die extra angebotenen „Markenshops“ schaue ich mir seltener an, weil ich dann zum wechseln zwischen den Marken mehr als zwei bis drei Klicks benötige und ich mich ständig wieder in die gewünschte Kategorie klicken muss.

    Und natürlich lassen wir uns von Marken beeinflussen, das steht außer Frage.

    Antworten
  3. Thorsten Wilhelm

    Interessantes Thema und viele interessante Überlegungen, vielen Dank an euch alle … Ich denke auch, dass man wohl beides braucht: Schnäppchen und Markeneinstiege, wenn sie auch nicht für alle Shopper relevant sind, die sich auf Otto.de, Baur.de, n.de & Co. so „rumtreiben“. Irgendwie sind mir beim Lesen des Beitrags und der Kommentare diese „Shop-in-Shop“ Konzepte in Warenhäuser eingefallen. Dort gibt es ja auch diese „Inseln“ auf denen sich Marken präsentieren, mit ihrem kompletten Sortiment. Extrem ist das z. B. im KaDeWe in Berlin: Dort gibt es in der Herrenabteilung (Bekleidung) ausschließlich Markenshops – so mein Eindruck. Das halte ich für extrem gefährlich für Warenhäuser und Online-Shops. Die Händlerfunktion – aus der Fülle von Produkten eine Vorauswahl zu treffen im Sinne der Kunden – beschränkt sich somit nur darauf Marken auszuwählen und ihnen eine Präsentationsfläche zu geben. Damit macht er sich auf Dauer „überflüssig“ – als Händler im engeren Sinne. Er is dann letztlich nicht mehr als ein Immobilienbesitzer der Flächen an Markenanbieter vermittelt.
    Diese Gefahr sehe ich bei Online-Shops derzeit nicht, denn hier stehen immer noch die Produktkategorien im Vordergrund. Das sollte auch so bleiben, finde ich. Sonst kann ich wirklich gleich zu den Markensites gehen und dort einkaufen.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.