Senioren sitzt das Geld locker!

Bildquelle: Stiftung digitale Chancen (www.digitale-chancen.de)
Bildquelle: Stiftung digitale Chancen (www.digitale-chancen.de)

Entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass Ältere lieber sparen, konsumieren Menschen zwischen 60 und 75 überdurchschnittlich viel.

So das Ergebnis einer Studie des Deutschen Institut für Sozialwirtschaft (DISW) und dem Institut für Arbeit und Technik (IAT).

Im Mittel geben Seniorenhaushalte – also alle ab 60 Lebensjahren – pro Monat 2.042 EUR für den Konsum aus, eine stolze Summe wie ich finde.
In der Gruppe der 60 bis 65jährigen sind es 2.141 EUR, in der Gruppe der 65 bis 75jährigen sogar 2.147 EUR. Erst ab dem 75igsten Lebensjahr nimmt der Konsum deutlich ab und liegt unter dem Durchschnitt aller Altersklassen.

Überraschend auch: Senioren geben ihr Geld in erster Linie nicht (!) für Produkte aus der Kategorie Gesundheit aus – das sind nämlich nur 90 EUR im Mittel. Das meiste Geld wird für das Haus / die Wohnung ausgegeben (Möbel, Wohnaccessoires), Lebensmittel und Reisen & Freizeit.
Schau an, eine attraktive Zielgruppe, für Versandhändler wie Otto, Quelle, Baur, neckermann.de & Co., aber auch für Reiseveranstalter und Reiseportale (wie z. B. TUI, Thomas Cook, Expedia, HRS).

Wenn ich nun aber mal die Stichprobenzusammensetzungen bei unseren letzten Usability-Tests anschaue, dann schlägt sich die Bedeutung von Senioren leider nicht durch. Die wenigsten Websitebetreiber sind der Meinung, dass man die attraktive und konsumfreudige Gruppe der Senioren auch mal beim Umgang mit der eigenen Site beobachten sollte – inkl. einer Befragung zu Verbesserungs- und Optimierungspotenzialen. In erster Linie bildet man die Zielgruppen bei Labtests aus der Gruppe der 25 bis 50jährigen ab.
Aus unserer Sicht und Erfahrung mit Senioren im Internet alles andere als optimal.

Senioren gehen mit Websites anders um, haben spezielle Anforderungen und Erwartungen an Inhalte und Funktionen und sind durchaus gewillt Texte zu lesen – eine der deutlichsten Unterschiede zur Gruppe der 25 bis 50jährigen.

Dies konnten wir im Rahmen einer vergleichenden Studie von Online-Apotheken und Online-Banking Angeboten beobachten. Dabei nutzten 12 Senioren in unserem Usability-Lab jeweils 3 Online-Apotheken und Banking-Angebote; wir haben sie dabei beobachtet, Probleme identifiziert und Richtlinien zur seniorenfreundlichen Websitegestaltung abgeleitet. Eine davon: Bietet Senioren durchaus viel Text an, Erläuterungen und Hilfen. Sie lesen diese und sind dankbar dafür!

Weiterer Erkenntnisse zur seniorenfreundlichen Websitegestaltung haben wir im Rahmen eines gleichnamigen Seminars aufbereitet. In vier Städten – Leipzig, Berlin, Frankfurt, München – vermitteln wir bis Ende 2009 neueste Erkenntnisse zu dieser Zielgruppe und zur Gestaltung von Websites. Schaut doch mal vorbei, es lohnt sich – Senioren sind konsumfreudig.

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