Bücherkauf im Internet: Die Qual der Wahl

Anlässlich des 10jährigen Bestehens hat sich der Online-Shop Libri ein Re-Design gegönnt. Dies war für mich wiederum ein Anlass, diesen Shop mal unter die Lupe zu nehmen.
Die Konkurrenz ist riesig. Neben Amazon buhlen u.a. auch Weltbild, Bertelsmann, Thalia und bol.de um die Gunst der Bücherwürmer. Die Versandkosten sind heute kein Entscheidungskriterium mehr: Alle Shops stellen Bücher kostenfrei zu (z. T. ab einem Mindestbestellwert). Was also unterscheidet diese Shops im Einzelnen?


Zunächst fällt eine zentrale Gemeinsamkeit auf: die Positionierung der Suchfunktion. Die meisten Shops haben diese ganz zentral und gut auffindbar im oberen Seitenbereich positioniert:

libri_suche
Positionierung der Suche auf libri.de
thalia
Positionierung der Suche auf thalia.de

Bei Thalia.de wirkt nicht nur der obere Seitenbereich sehr aufgeräumt. Überhaupt hinterließ das Webangebot einen sehr übersichtlichen Eindruck. Bei Libri.de dagegen verliert man beim Navigieren in tiefere Ebenen leider leicht die Übersicht. Die verschiedenen Navigationselemente zeigen oft verschiedene Kategorien und eine Hierarchie oder Struktur ist nur schwer erkennbar. Hier besteht auf jeden Fall Optimierungsbedarf.


libri_navi

Navigation bei Libri

Beim Betrachten der Produktdetailseiten fiel mir die große Ähnlichkeit zu Amazon.de auf. Auch bei den anderen Bücher-Shops finden sich viele Parallelen. Einzig bei bol.de fiel die Integration von Fotos und Videos in einem Player auf, was auch Steffen schon einmal in seinem Beitrag zu fahrrad.de berichtet hatte:

bol.de
Fotos und Videos in einem Player bei bol.de

Für mich persönlich wäre beim Stöbern nach neuem Lesefutter eine Merkfunktion sehr wichtig. Leider kann man in keinem der von mir besuchten Shops einen Merkzettel für die Dauer des Besuchs anlegen, ohne sich zu registrieren. Wieso eigentlich nicht? Im Endeffekt muss ich dann wieder der Warenkorb nutzen, wenn ich mir ein Buch erstmal merken möchte und später entscheiden will, welches ich bestelle. Natürlich möchte der Shop die Nutzer gern an sich binden und durch möglichst viele Registrierungen auch E-Mail Adressen und andere Kontaktdaten generieren. Auf der anderen Seite kommt es durch fehlende temporäre Merkfunktionen jedoch zu vielen (scheinbaren) Warenkorb-Abbrüchen, da der Nutzer sich die Produkte hierüber lediglich für die Dauer eines Besuchs speichern wollte. Um dieses Problem zu umgehen und den Bedürfnissen der Nutzer entgegen zu kommen, sollte es auch meiner Sicht auf jeden Fall möglich sein, einen Merkzettel für die Dauer einer Session anzulegen.

Aber zurück zu Libri: Möchte ich ein Produkt in den Warenkorb legen, kriege ich eine deutliche und gut positionierte Rückmeldung zu meiner Aktion:

libri_im-wk
Libri: Produkt ist nun im Warenkorb

Gut positioniert ist sie deshalb, da sie sich genau dort befindet, wo die Seite zuletzt betrachtet wurde. Nämlich genau über dem Warenkorb-Button. Befindet sich der Warenkorb im rechten Seitenbereich, bietet es sich natürlich an, den Nutzer zu informieren, wo er dieses Produkt bzw. den Warenkorb bei Bedarf wieder finden kann.

Letztendlich hat mich Libri.de jedoch gerade im Hinblick auf die Nutzerführung nicht überzeugt. Die wichtigsten Funktionen werden angeboten. Aber um sich gegen Amazon.de zu behaupten, fehlt meiner Meinung nach das gewisse „Etwas“. Auch die anderen von mir besuchten Bücher-Shops konnten sich nicht unbedingt von der Masse abheben.

Was spräche aus eurer Sicht dafür, Bücher bei einem Online-Shop wie Libri oder Thalia zu kaufen und nicht bei Amazon?  Wie geht ihr überhaupt vor, wenn ihr auf der Suche nach Büchern – egal zu welchem Thema – seid? Und was vermisst ihr bisher noch bei derartigen Shops?

10 Gedanken zu „Bücherkauf im Internet: Die Qual der Wahl

  1. linda

    Ich gehe nur zu amazon.
    a) immer zufrieden gewesen
    b) gewohnheitstier (user)
    c) ich habe die ware am nächsten tag vor der tür liegen

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  2. Stephan

    Ich bestelle nicht bei Amazon, weil
    – ich am Ende merke, daß ich 3 Artikel von 3 Anbietern im Warenkorb habe, bzw. mühsam sortieren muss
    – diese 3 Anbieter unterschiedliche Versandkostenregelungen haben
    – die Suchergebnisse nicht sehr differenziert sind
    – mir die Nerven fehlen, mich bei schlechten Suchergebniseen, tausenden Drittanbietern und lästigem Registrierungsprozess bis zu meinem gewünschten Einkauf durchzukämpfen.

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  3. griesgram999

    Ich stöbere eigentlich nie online, sondern weiß, was ich will. Dann gucke ich im BookBrowser, wer es lieferbar hat und wie lang die Lieferzeiten sind. Anschließend rufe ich beim Buchladen um die Ecke an, ob es vorrätig ist und falls nicht, ob ich es mir nachmittags abholen kann. Dann bestelle ich es da, wo es am schnellsten geht, aber nicht bei Amazon, den Laden mag ich nicht.

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  4. Leseratte

    http://www.osiander.de ist eine gute Seite. Die Merkliste gibt’s zwar auch nur für registrierte User, aber die Datenschutzrichtlinien sind OK. Interessanter Newsletter, Mitarbeitertipps (von echten Buchhändlern!) usw. usf. Portofreie Lieferung ist selbstverständlich – oder Abholung in einer der Filialen.

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  5. Thomas

    In der Schweit ist vor allem buch.ch eine Topadresse. Der Service ist sehr gut und die Ware kommt sehr schnell beim Kunden an. Ausserdem bietet buch.ch den Kunden die Zahlung per Rechnung, was ein sehr guter Service ist.

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  6. Elske Ludewig Beitragsautor

    Vielen Dank für eure Linktipps und Kommentare. Lieferung und Service scheinen sehr wichtige Kriterien zu sein. Gibt es auch innovative Funktionalitäten, die ihr auf derartigen Seiten mal entdeckt habt und die euch sehr gefallen haben? Oder gibt es ein Feature was euch total begeistern würde, bisher aber nirgends angeboten wird?

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  7. linda

    Ja, Frau Ludewig!

    Ich vermisse ordentliche Produkt-Bundles, die sich für den User wirklich lohnen.
    Das kommt ja hoffentlich noch … 🙂

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  8. Bernd Sommerfeld

    Eine angenehme, nützliche Funktion auf http://www.LOB.de ist der Alerting Service.
    Eine Besonderheit koennte sein, dass wir den Grundservice komplett frei anbieten, dass die Datenbasis mit mehr als 100.000 Neuzugängen monatlich verhältnismäßig vollständig ist, die Anzahl der Profile unbegrenzt und Filtereinstellungen sogar in der frei zugänglichen Variante möglich sind – das machen einige Mitbewerber sicherlich anders. Was u.a. auch dazu führt, dass unser Alerting Service mehrere 100 Subskribenten aus dem Buchhandelsbereich hat, dabei die Anmeldungen über verschleierte Emailadressen mal gar nicht berücksichtigt.
    Überwiegend genutzt wird dieser Sevice von unseren Großkunden, hier werden teilweise auch speziell angepasste Seiten mit direkten Verwaltungsoptionen angeboten, bis hin zur Bereitstellung von „Approval Plans“.

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  9. Pingback: Blog-News August 2009: 3 Mal Twitter auf Usabilityblog.de, 856 Leser und zwei neue Autoren… | usabilityblog.de

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