Fragen an Martin Beschnitt: Was Sie schon immer mal über Rapid Prototyping wissen wollten…

paperGuten Tag, mein Name ist Martin Beschnitt. Ich bin seit Anfang 2007 bei der eResult tätig und verantworte derzeit als UX-Consultant & Managing Partner den Bereich Konzeption & Design.

Dabei liegt mein Hauptaufgabenbereich – neben der Büroleitung Göttingen – in der Durchführung von Usability-Studien bzw. -Analysen in frühen Entwicklungsphasen (Labortests, div. Remote-Tests, Paper/Rapid Prototyping) sowie der Entwicklung & Konzeption von benutzerfreundlichen Interfaces mithilfe diverser Prototyping-Tools. Dabei gilt es stets die Ergebnisse aus vorangegeangenen Nutzerstudien (z. B. Online-Befragungen zur Erhebung von Anforderungen & Erwartungen von Nutzern an ein Produkt oder andersgeartete Anforderungsanalysen) zu berücksichtigen.

Tagtäglich stellen sich mir im Rahmen von Kundenprojekten neue Herausforderungen zum Thema Prototyping (z. B. in Bezug auf die benötigte „Fidelity“ von Prototypen, welches Tool am besten geeignet ist, wie viel Testschleifen man durchführen sollte – mit wie vielen Probanden und was man generell beim Setup einer Rapid Prototyping-Studie berücksichtigen sollte).

Gerne stelle ich mich diesen Monat hier im Usabilityblog Ihren Fragen bzw. Herausforderungen, mit denen Sie aktuell konfrontiert sind, und gebe Antworten und Tipps aus Expertensicht.

Freue mich auf eine rege Beteiligung(!).

5 Gedanken zu „Fragen an Martin Beschnitt: Was Sie schon immer mal über Rapid Prototyping wissen wollten…

  1. Pingback: Fragen an …: Was ihr schon immer mal über Usability wissen wolltet! | usabilityblog.de

  2. Martin Beschnitt Beitragsautor

    @ Thorsten: Gute Frage:-) Also, im industriellen Bereich (Herstellung von Musterbauteilen ausgehend von Konstruktionsdaten, z. B. CAD) wurde der Beriff Rapid Prototyping das erste Mal in den 80er Jahre geprägt. Aber mit Umformverfahren und dergleichen haben wir ja wenig am Hut…

    Im Bereich Softwareentwicklung gab es ebenfalls Anfang der 80er Jahre eine großangelegte amerikanische Studie, worin die Gründe für ein oftmaliges Scheitern von Softwareprojekten unter Verwendung herkömmlicher Entwicklungsmodelle wären. Zu dieser Zeit gängige Entwicklungsmodelle setzten auf so genannte „Life Cycle Plans“ auf. Das wohl bekannteste und zu dieser Zeit meist verbreitete derartige Modell ist das Wasserfallmodell. Was ja bekanntlichermaßen nicht die heutigen nötigen Iterations- und Abstimmungsschleifen berücksichtigt. 1898 definierte Connel dann in seinem Buch „Structured Rapid Prototyping“, was genau einen Prototypen ausmacht und wie ein iteratives Vorgehen auszusehen hat, um zum Erfolg zu gelangen.

    Wer noch mehr wissen will, hier einmal ein wirklich netter Artikel zur Entsteheung des Begriffes: http://cartoon.iguw.tuwien.ac.at:16080/fit/fit01/prototyping/entstehung.html

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  3. Alex

    Hallo,

    meiner Meinung nach gehört zum großen Thema Usability auch ein allgemein verständlicher Text, und den kann ich hier leider nicht finden:

    „….Zu dieser Zeit gängige Entwicklungsmodelle setzten auf so genannte “Life Cycle Plans” auf. Das wohl bekannteste und zu dieser Zeit meist verbreitete derartige Modell ist das Wasserfallmodell. Was ja bekanntlichermaßen nicht die heutigen nötigen Iterations- und Abstimmungsschleifen berücksichtigt….“

    Es tut mir leid, aber ich versteh nur Bahnhof – obwohl ich das Thema Usability wirklich wichtig finde….

    Ein verwirrter, aber interessierter Leser

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  4. Martin Beschnitt Beitragsautor

    Hallo Alex, in aller kürze das Wasserfall- bzw. alle anderen bekannten Software-Engineeringmodelle en detail zu beschreiben, würde den Rahmen ein wenig sprengen.

    „Damals“ war es so, dass ein Softwareprojekt stufenweise in einer lineare Abfolge von Prozessschritten abgehandelt wurde. Dabei wurde jedoch keine Änderungs-/Feedbackschleifen vorgesehen. D.h. ein Rücksprung aus der Umsetzungs-/Prograsmmierungsphase zurück in die konzeptionelle Phase war nicht möglich. Zudem wurde sehr selten der tatsächliche User bereits früh mit in die Entwicklung einbezogen. Am Ende war das Produkt fertig, jedoch teilweise am Nutzer vorbei entwickelt bzw. voll von Probleme in Sachen Usability.

    Heutzutage beugt man diesem „GAU“ vor, in dem man in jeder der Entwicklungsphase (Analyse, Konzeption, Umsetzung und Betrieb) – besonders aber in der frühen Konzeptionsphase – mehrere Iterationsschleifen, bestenfalls in Verbindung mit Nutzerfeedback, anzusetzen. So optimiert man Schritt-für-Schritt frühzeitig und vor allem günstig (Test-Optimierung-Test-Optimierung-…). Denn je später potentiele Schwachstelle in der Software oder auf einer Website entdeckt werden, umso teuerer und zeitaufwändiger ist deren Behebung.

    Genau aus diesem Grunde gibt es sog. Engineering-Modelle wie beispielsweise das von Deborah Mayhew (ein Klassiker: „The Usability Engineering Lifecycle“, Morgan Kaufmann) oder auch das in der ISO 13409 beschriebene iterative Modell zur Sicherstellung einer nutzerzentrierten Entwicklung.

    Gerne kann ich auch noch weitere Quellen anführen, da ich mich im Rahmen meiner Diplomarbeit damit sehr stark beschäftigt habe. Den von Mayhew beschriebenen Lifecycle gibt es z. B. auch als angepasste Version nur für Websites.

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