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8. September 2009 | Katja Brand-Sassen Drucken
Kategorien: Interaktionsdesign, Interfacedesign, Studien, Usability von Online-Shops, Veranstaltungen

Faceted Search – wer suchet, der sollte auch finden

Ebenso wie Elske Ludewig habe auch ich gestern einige interessante Vorträge auf der Mensch und Computer 2009 gehört. Einer der interessantesten war von Herrn Weichert der Vortrag zum Thema Faceted Search – Die neue Suche aus Usability-Sicht.

Dabei geht es um die Filtermöglichkeiten zur Eingrenzung der Suchtreffer. Im Gegensatz zur hierarchischen Suche ermöglicht die Faceted Search es den Nutzern, Produkte oder Informationen zu finden, die auf mehr als einer Dimension basieren. Es können mehrere Filter miteinander kombiniert (z.B. Farbauswahl, Marke, Größe etc.) und teilweise auch mehrere Optionen innerhalb eines Filters ausgewählt werden (z.B. mehrere Marken).

Im Rahmen einer Usability-Studie wurde u.a. ermittelt, wo die Filter auf einer Seite stehen sollten, wie die Filter darzustellen sind (als Links, Standard-Checkboxen, Dropdown, Slider etc.) und wie die ausgewählte Filteroption dargestellt werden sollte (in einem gesonderten Bereich, durch Fettdruck, Häkchen hinter dem Link etc.)?

Alle drei getesteten Seiten (eBay, Otto & HRS) weisen noch Verbesserungspotential auf. Die ermittelten Probleme wurden ausführlich beschrieben, aber die Empfehlungen blieben leider recht unkonkret.

Noch kurz zwei Ergebnisse: (1) Die Preisauswahl über Schieberegler funktioniert am besten. Dies ist vor allem bei HRS sehr gut umgesetzt. (2) Wählt man eine Option innerhalb eines Filters aus, dann werden bei eBay alle restlichen Optionen ausgeblendet und sind nur noch über den Link „Mehr Auswahl“ zu erreichen. Dies wurde als nicht optimal ermittelt, da der Aufwand für die weitere Treffereingrenzung sich erhöht.

Am Schluss bleibt vor allem die Frage: Warum braucht man dafür einen Namen wie Faceted Search?

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7 Kommentare zu “Faceted Search – wer suchet, der sollte auch finden”


  1. 1 Martin Beschnitt

    Das passt ja wie “A**** auf Eimer”… Habe mir gestern Abend noch nen Artikel zu dem Thema durchgelesen: “Best Practices for Designing Faceted Search Filters” auf UXmatters (siehe: http://new.uxmatters.com/mt/archives/2009/09/best-practices-for-designing-faceted-search-filters.php).
    Aber den Vortrag von Steffen hätte ich auch gerne gehört.
    Das Thema bleibt definitiv spannend. Besonders im Shop-Bereich wird nun verstärkt auf die Facetted Search gesetzt. Löst sie sogar bald auch die herkömmliche Navi ab? Kategorien sind ja auch nur Filter, oder? Und letztendlich “Suche” ich ja immer…
    Was meinen die anderen?

  2. 2 jens

    Nun, schön das es hierzulande auch endlich Einzug hält. Amazon war schon immer so aufgebaut und ist offensichtlich wesentlich erfolgreicher als die deutschen Versandhändler.
    Und die Idee ist auch schon älter als das Web und stammt vom S.R. Ranganathan und ist aus dem Jahr 1933. Mehr dazu auch http://de.wikipedia.org/wiki/S._R._Ranganathan. Vielleicht beantwortet dieses auch die Abschlußfrage des Artikels.

  3. 3 Martin Beschnitt

    Hallo Jens,
    vielen Dank für den Link. Ich muss zugeben, dass ich nicht auf 1933 als Entstehungsjahr der Facettenklassifikation getippt hätte. Das nennt man dann wohl einen “Mega-Trend” nach der Definition von Herrn Joachim Grafweg. Oder doch nru eine zeitweilige Erscheinung? Es kommt halt ein wenig auf die Affinität der Zielgruppe an. Die Amazon-User scheinen wohl sehr vetraut mit dem “Filtern”. Bei manchen Websites oder Zielgruppen muss man wohl doch ein wenig mehr Erklärung bzw. Hilfestellung vorgeben…

  4. 4 Sonja

    Bei allen Suchfunktionen greift mehr denn je der Aspekt, wie sie in der Seite integriert werden und in welchem Umfeld sie letztlich stehen.

    Was in der Web-Suche bisher nur sehr gering von Usern genutzt wird, bekommt im Umfeld z. B. einer Produktsuche erst den für User nachvollziehbaren Sinn und wird auch benutzt.

    Beste Beipsiel ist amazon. Alle Suchfunktionen sind “verständlich” und unkompliziert eingebunden und bis auf wenige kuriose Ausnahmen passen die angezeigten Filteroptionen immer. Der User kann sich durch die Facetten verirren, findet aber auch immer wieder zurück.

    Das ist ein problematischer Punkt in der Gestaltung, der Weg zurück wird ab und an im Usecase vergessen abzubilden, oder nicht richtig implementiert. Betrifft auch die gewählten Darstellungarten, z. B. Link, Auswahlfeld etc.

    Heißt, so wie ich in ein Ergebnisset reingekommen bin, so muss ich auch wieder rauskommen können. Wenn ich aber dazwischen gern woanders hinspringen möchte, muss auch das möglich sein. Dieses freie, flexible Verhalten mit Vorhersehbarkeit ermöglichen Facetten.

  5. 5 Steffen Weichert

    Man könnte im Prinzip schon bei Aristoteles mit seinen Klassifikationsmodellen anfangen, wenn man von Ursprüngen spricht ;-) Aber das Internet hatte er wahrscheinlich noch nicht im Sinn.

    Vielen Dank auch für die Anregungen. Ich fand die Diskussion in der Session interessant, ob es sich nun um einen Teil der Navigation oder um einen Teil der Suche (Search) handelt. Wahrscheinlich eine Perspektivenfrage:
    Ich bin auf der SUCHE nach einem Produkt, aber ich NAVIGIERE durch die Ergebnisse. Also haben beide Seiten Recht?

  6. 6 Sonja

    Wobei das Navigieren von passiver Natur ist, also der User wird idealerweise durch die Ergebnisse mittels Facetten, Filter etc. geführt.

    Es ist der Anbieter der die Arbeit hat, eine sehr gute Facettenklassifikation und auch Filter zu erstellen, die in der Tat Navigationselemente für den User darstellen. Der User mag sich zurücklegen und einfach “nur” das finden, wonach er gesucht hat. Die Facette fungiert als ein Wegweiser, der in dem Augenblick entsteht, in dem eine Suche getätigt wird. Synchrone Navigation? Einmaligkeit der zusammen mit dem Ergebnis ausgelieferten Elemente in den Facetten und Filtern? Momentaufnahme?

    Am Ende der Suchsession hinterlässt der User einen individuellen Pfad, den wir in der Statisktik sehen und auswerten können, um zu Optimieren …

  7. 7 Torsten Bartel

    Auf usability.de gibt es inzwischen auch schon ein Fact Sheet zur Studie zum Download:

    http://www.usability.de/publikationen/studien/faceted-search.html

  1. 1 Yahoo.com – bing.com – AOL.com « Sonja Quirmbach
    Pingback am 12. Okt 2009 um 23:56

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