Fragen an Anja Weitemeyer zum Methodenspektrum von Online-/ Onsite-Befragungen

FragebogenHallo, ich bin Anja Weitemeyer, UX-Consultant & Managing Partner bei eResult und dort der Ansprechpartner rund um alle Arten von Befragungen. Ich begleite Projekte vom Kick-Off, wo die Fragestellungen des Kunden aufgenommen werden, über die Fragebogenentwicklung und Datenerhebung bis zu Auswertung und Interpretation der Daten.

Immer wenn eine Quantifizierung von Sachverhalten wichtig ist, geht kein Weg an einer Befragung vorbei. Oftmals ist der Auslöser für eine Befragung auch ein interner Disput: Man kann sich im Team nicht einigen, mehrere erfolgversprechende Ideen sind auf dem Tisch – dann ist es hilfreich, die Zielgruppe/ den Nutzer zu befragen, um eine Lösung zu finden!

Eine der ersten Überlegungen sollte immer sein, wen will ich denn befragen? Interessiert die Meinung der aktuellen Nutzer, oder möchte ich zunächst herausfinden, wer sich überhaupt auf meiner Seite aufhält (in diesem Zusammenhang lassen sich auch sehr gut Personas bilden), so schalte ich eine Onsite-Befragung auf meinem Angebot. Sollen dagegen alle potenziellen Nutzer berücksichtigt werden oder geht es um eine Neuentwicklung, zu der noch gar kein Web-Auftritt besteht, so greift man auf eine Panel-Befragung zurück, um z.B. die Anforderungen und Erwartungen zu erfassen oder die Usability zu beurteilen. Hierbei lassen sich auch ganz gezielt bestimmte Personengruppen nach festgelegten Merkmalen zur Befragung einladen, je nachdem, welche Zielgruppe relevant ist.

Soweit zum zentralen Unterschied einer Onsite- und einer Panel-Befragung.

Welche weiteren Fragen zu Befragungen liegen Euch auf dem Herzen? Ich freue mich auf rege Beteiligung.

4 Gedanken zu „Fragen an Anja Weitemeyer zum Methodenspektrum von Online-/ Onsite-Befragungen

  1. Thorsten Wilhelm

    Wie hoch sind denn eigentlich so die Teilnahmequoten bei Online-Umfragen (Onsite) und wovon hängen die denn ab? Und damit einher: Wie hoch sollte denn die Teilnahmequote sein, um die Ergebnisse zu „verwerten“, nutzen zu können?

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  2. Anja Weitemeyer Beitragsautor

    Die Ausschöpfungsquote bei Onsite-Befragungen wird mit 1-3% angegeben, in Einzelfällen auch höher. Die Teilnahmebereitschaft hängt natürlich vom Seitentyp ab, von der Zielgruppe und dem Bezug zur Seite (bin ich ein Fan von einer Marke/Seite, so bin ich eher bereit, mich zu beteiligen).
    Um verwertbare Ergebnisse zu erhalten, muss man als allererstes sicher stellen, dass jeder Nutzer dieselbe Chance hat, sich an der Umfrage zu beteiligen. Dies erreicht man z.B. über eine zufällige Aussendung eines Layers, der auf die Umfrage hinweist. Um die Akzeptanz und die Teilnahmebereitschaft zu steigern, sollte die Umfrage auf jeden Fall im Look & Feel der Seite gestaltet sein.

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  3. Marion UX Concept

    Vielen Dank für die ANtworten auf die Frage … die Frage fand ich auch sehr interessant. Was ich mich noch frag: Welchen Einfluss hat die Art der Frage (offen, geschlossen etc.) und die Gestaltung des Fragebogens (z. B. mit Bildern, viele Fragen pro Seite etc.)? Gibt es da Erfahrungswissen?

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  4. Anja Weitemeyer Beitragsautor

    Oh ja, spannende Themen, mit denen man sich eigentlich bei jedem Fragebogen auseinander setzen muss. Bilder sind stets wichtig, wenn man sich auf eine bestimmte Seite und eine Funktion der Website bezieht und ganz konkret dazu Fargen stellt. Der Nutzer kann sich oft nur schwer etwas unter Fachbegriffen vorstellen, mit denen wir täglich jonglieren. Ein weiterer schöner Nebeneffekt ist der Spaß bei der Fragebogenbeantwortung, wenn es ab und zu Abwechslung durch Bilder gibt.
    Bezüglich der Anzahl von Fragen pro Seite hat es sich bei uns bewährt wirklich den Fokus auf jede einzelne Frage zu setzen und diese stets einzeln dazustellen. So wird das Risiko vermieden, das die Fragen und Hinweise untergehen oder gar nicht gelesen werden. Durch das weiter-klicken hat der Nutzer ebenfalls das Gefühl, schnell voran zu kommen – ein Fortschrittsbalken zeigt ihm außerdem an, wieviel des Fragebogens er bereits geschafft hat, dies motiviert zusätzlich.
    Die Wahl der Art der Frage sollte immer inhaltlich begründet sein. Kann ich gewährleisten, dass ich alle möglichen Antwortalternativen kenne (hierzu kann auch ein Pretest wertvollen Input liefern), ist eine geschlossene Frage, die richtige Wahl. Ist bei einem Thema aber unklar, welche Antworten fallen werden oder geht es darum Ideen zu sammeln sowie ganz frei Lob oder Kritik aufzunehmen, dann ist eine offene Frage optimal.

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