Fragen an Steffen Heim: Was Sie schon immer mal über Prototyping-Tools wissen wollten

Prototyping Tools

Guten Tag, mein Name ist Steffen Heim. Ich bin User Experience Consultant bei der eResult GmbH und beschäftige mich neben der Betreuung verschiedener Blogs hauptsächlich mit der Konzeption und Erstellung von lauffähigen Prototypen, oder auch Klick-Dummies genannt.
Wir haben uns verschiedene Prototyping-Tools angesehen und verwenden aktuell Axure RP. Mit dessen Hilfe können schnell eher einfach gehaltene Prototypen erstellt werden. Aber auch umfangreiche und detaillierte Prototypen, über die schon „Schminke“ gelegt wurde, können relativ schnell erstellt werden. Bei einer umfangreichen Ausgestaltung stehen diese „echten“ Websites im puncto Funktionalität und Interaktion mit dem Nutzern in nichts nach.

Beispiele für Prototypen

Prototypen und somit auch Prototyping-Tools kommen primär in der Konzeptionsphase bei Neu-/ Weiterentwicklungen von Anwendungen und Web-Applikationen bzw. bei einem Re-Design eines Webauftritts zum Einsatz. Idealerweise sollten diese Prototypen möglichst früh durch repräsentative Nutzer getestet werden, z. B. im Rahmen eines Usability-Tests im Labor.
In einem solchen Lab-Test können auch schon erste Eye-Tracking-Daten erhoben werden um herauszufinden, ob neue Konzepte so wahrgenommen werden, wie sich Konzepter/Entwickler dies vorstellen.

Primäres Ziel beim Einsatz von Prototyp ist es möglichst früh Fehlentwicklungen zu entdecken und zu vermeiden, um somit Kosten einzusparen und das Entwicklungsobjekt möglichst nutzerfreundlich zu gestalten.

Für Ihre Fragen zum Thema Prototyping-Tools und deren Einsatz stehe ich Ihnen gern zur Verfügung und freue mich auf rege Beteiligung bzw. Ihre Erfahrungen.

7 Gedanken zu „Fragen an Steffen Heim: Was Sie schon immer mal über Prototyping-Tools wissen wollten

  1. Thorsten Wilhelm

    Mal losgelöst von den ganzen Tools, die es da gibt: Worin siehst Du die zentralen Vorteile eines Prototyping – inkl. iterativen Tests? Warum sollte ich das machen: Prototypen entwickeln und die dann in Tests prüfen, optimieren, anpassen und wieder prüfen? Was sind die Vorteile? …
    Sorry, viele Fragen, aber die hängen ja alle zusammen.

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  2. Mirjam van Heek

    … und was sind die besten kostenlosen Prototyping tools für windows? Manche funktionieren ja leider nur auf dem mac…

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  3. Steffen Heim Beitragsautor

    So nun will ich die Fragen mal beantworten.

    Kostenlose Prototyping-Tools gibt es nicht all zu viele, mir ist hier nur das Tool Pencil bekannt.
    Die Installation ist kinderleicht, da es ein Firefox Plug-In ist. Das Erstellen von Wireframes/Prototypen geht schnell von der Hand und die Bedienung des Tools ist leicht verständlich. Allerdings können keine Verlinken bzw. verschiedene Screens miteinander verknüpft werden.

    Dies Möglichkeit bieten meist nur kostenpflichtige Tools an. Bei diesen gibt es aber immer eine 30-Tage Testversion um sich vor dem Kauf erst einmal einen Eindruck vom Programm und dessen Potential zu verschaffen.

    Natürlich will ich nicht von mir behaupten ich kenne jedes Tool. Also falls es noch eine kostenlose Alternative gibt, einfach hier ergänzen.

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  4. Steffen Heim Beitragsautor

    Der Vorteile sind aus meiner Sicht:
    >> Schnelligkeit und
    >> Kosteneinsparung/-reduzierung

    Wird bereits in der Konzeptionsphase das Prototyping konsequent eingesetzt, können relativ schnell erste Ideen/Entwürfe durch spätere Nutzer getestet werden. Die hierdurch identifizierten (Usability-)Probleme können somit deutlich kostengünstiger behoben werden als in der späteren Umsetzungs- bzw. Testphase.
    Bzw. können identifizierte Schwachstellen schnell optimiert/angepasst werden und in einer zweiten Testschleife erneut durch Nutzer überprüft werden.
    Am Ende eines iterativen Prototypen-Tests steht also ein finales Konzept, das bereits optimiert ist. Dies bedeutet allerdings nicht, das auf spätere Test verzichtet werden kann, diese Phase kann aber erheblich kürzer und kostengünstiger werden.

    Einige werden jetzt sicherlich auch denken Prototypen können auch ohne entsprechendes Tool selbst programmiert werden. Natürlich wäre das auch möglich. Durch Tool-Einsatz geht aber die Erstellung eines Prototypen bzw. dessen Anpassung bei iterativen Tests erheblich schneller und kostengünstiger. Die Tools können eigentlich von Jedem bedient werden, eigentlich auch komplett ohne Programmiersprachenkenntnisse (HTML, PHP, AJAX, JavaScript, …). Man muss lediglich das jeweilige Prototyping-Tool kennen und wissen, wie einzelne Funktionalitäten bzw. Elemente umsetzten werden können. Neben diesem Wissen zur Tool-Bedienung ist aus meiner Sicht noch die Fähigkeit des logischen Denkens wichtig. Hört sich jetzt vielleicht banal an, ist aber bei komplexen Funktionalitäten bzw. Wenn-Dann-Bedingungen von Vorteil.

    Ich hoffe ich konnte die einzelnen Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten, falls nicht einfach noch einmal nachfragen!
    Falls es ihrerseits gewünscht ist könnte ich in nächster Zeit auch verschieden Prototyping-Tools etwas genauer vorstellen.

    Viele Grüße,
    Steffen

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  5. Martin Beschnitt

    Hallo zusammen, in Bezug auf auf dem markt bestehende Tools gib tes schon einen Artikel auf dem Blog. Siehe http://www.usabilityblog.de/2008/08/prototyping-tools-%E2%80%9Edie-qual-der-wahl%E2%80%9C/. Leider sind eigentlich alle sinnvollen Tools spziell fürs Prototyping kostenpflichtig. Abgesehen von den 30-Tage-Demo-Versionen, die Herr Heim schon ansprach. Ich würde erst einmal zu Balsamiq Mockups oder pidoco tendieren. Oder aber man greift auf bestehende Office-Programme zurück.
    Ich selbst bervorzuge bislang immer noch Axure, was gerade in der neusten Version richtig gut geeignet ist, um auch ein wenig komplexere Prototypen zu erstellen.

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  6. Pingback: Möchten Sie etwas zum Thema Prototyping bzw. Prototyping-Tools wissen?- Dann stellen Sie mir jetzt Ihre Frage. | usabilityblog.de

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