Interaktive Kartentools im Tourismusbereich – auf den gebotenen Mehrwert und eine einfache Bedienung kommt es an

kartentoolSchon in einer im März durchgeführten Studie der eResult GmbH zum Thema „Akzeptanz & Nutzung interaktiver Kartentool auf Reise-/Tourismusportalen“ gaben 61% der deutschen Webnutzer (repräsentative Stichprobe gemäß AGOF, erhoben über den eResult Omnibus) an, dass Sie interaktiver Karten und Lagepläne kennen und nutzen.

Betrachtet man jetzt im September einmal die Entwicklung auf den Tourismusportalen, so scheint es, als ob nun fast schon jeder Betreiber auf diesen Trend setzt und seinem Besucher entweder eine eigens entwickelte oder eine bekannte API von Google oder Microsoft bieten – immer ergänzt um verortete, touristische Zusatzinformationen (Hotels, Sehenswürdigkeiten, Rad- und Wanderrouten und noch viele andere Arten von POIs (Points of Interests)).

Die Studie und auch aktuelle, eigene Erfahrungen aus dem Usability-Labor zeigen, dass neben einer guten Bedienbarkeit (Usability) gerade diese Anzeige den von den Nutzer gewünschten Mehrwert darstellen und somit ausschlaggebend für die Nutzung bzw. Nicht-Nutzung eines solchen Tools sind.

Schaut man sich im deutschen Tourismusbereich um und wagt ein wenig den Blick über den Tellerrand, so wird man bei unseren österreichischen Nachbarn fündig. Aus meiner Sicht ist die „Interaktive Österreich-Karte“ auf bzw. unter http://www.austria.info/at/ die derzeitige Referenz in diesem Bereich.

Österreich-Karte austria.info

Zugang zur Interaktiven Österreich-Karte im rechten Seitenbereich

Hat man einmal dieses leicht versteckte Tool auf der Website entdeckt (Zugang im rechten Seitenbereich), so verliert man sich schnell in der anmutenden Gestaltung, der überaus einfachen Bedienung und den zahlreichen POI-Kategorien, die sich einem anbieten (Bundesländer, Radrouten Tipps der Redaktion, Hotels, etc.). Es gibt keine Informationen, die es nicht gibt.

maximierte Karte austria.info

Maximierte Kartenansicht auf austria.info

Zu Beginn werden direkt zwei ausgewählte Kategorien: Wetterregionen und touristische Highlights angezeigt. Dies ist besonders wichtig, ansonsten wird bei solchen interaktiven Karten auf den ersten Blick gar nicht klar, was die Intention einer solchen Karte ist und der Nutzer ist schneller wieder weg als man denkt.
Gut gelöst ist auch die Möglichkeit des „Aus- und Wiedereinblendens“. Wäre die Legende zuerst minimiert, würde sie im Extremfall gar nicht erst entdeckt. Ein weiteres „best practice“: Die Legende ist dort wieder aufrufbar, wo man sie auch minimiert hat.

Die einzigen beiden Kleinigkeiten, die bei der intensiven Nutzung ggf. auffallen: Warum lassen sich bei manchen POI-Kategorien die Treffer direkt per Mouse over ansteuern und warum wartet man – z. B. bei den Hotels – vergeblich auf einen Infolayer, bis man bemerkt, dass man klicken muss (Konsistenz).
Ggf. müsste man auch nochmal über das Aktivieren/Deaktivieren nachdenken, denn ausgegraute Informationen auf Website werden eher als „deaktiv“ bzw. nicht vorhanden/möglich, d.h. im Endeffekt nicht klickbar wahrgenommen (Erwartungskonformität).
Diese 2 Kleinigkeiten schmälern den Joy of Use aber in keinster Art und Weise. Eine sehr gelungen Umsetzung einer interaktiven Karte, die allen touristischen Anforderungen & Erwartungen gerecht wird!

Zu guter letzt noch ein anderer Linktipp (off-topic): http://gis.cityofboston.gov/SolarBoston/

Solar - City of Boston

Komplexe, aber dennoch sehr interessante Kartenapplikation der City of Boston

Hierunter verbirgt sich eine gewaltige Kartenapplikation in Bezug auf die Solarversorgung bzw. -anlagen in Boston. Beschäftigen Sie sich hier einmal mit den „Layers“ und „Tools“ in der rechten, oberen Ecke. Dies ist zwar auf den ersten Blick nicht ganz so offensichtlich, zeigt aber das interaktive Karten nicht nur im touristischen Bereich eine sinnvolle Anwendung finden.

Wie ist Ihre Meinung zu diesem Thema? Ist es nur ein Hype, dem nun jeder folgt? Welche Karten-Lieblinge kennen bzw. nutzen Sie gerne?

Ein Gedanke zu „Interaktive Kartentools im Tourismusbereich – auf den gebotenen Mehrwert und eine einfache Bedienung kommt es an

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