Tagebuchmethode: Sorgfältige Auswahl des Mediums als Schlüssel zum Erfolg

FormularVor kurzem habe ich hier Fragestellungen aufgezeigt, die den Einsatz einer Tagebuchmethode sinnvoll werden lassen. Dokumentation des Nutzungsverhaltens einer Person im gewohnten Kontext und über einen längeren Zeitraum ist –grob gesagt- die Hauptaufgabe dieser Methode. Damit dient sie als Ergänzung anderer Methoden im Usabilitybereich und stellt neben dem Kundenblog ein zweites Instrument zur Langzeitbeobachtung dar. Im Unterschied zu diesem erfolgt aber eine Beobachtung einzelner, ohne dass sich verschiedenen Teilnehmer über Diskussionen gegenseitig austauschen und beeinflussen.
Aber wie läuft eine solche Studie eigentlich ab?

Medium und Art der Durchführung sind von vielen Faktoren abhängig. Denkbar sind beispielsweise der Einsatz der Einsatz von Handys (Foto- und/oder SMS-Funktion), Regelmäßige Beantwortung kurzer Online-Fragebögen, Einsatz von Papier und Stift.
Dabei spielt nicht nur die Fragestellung bei der Auswahl der Methode eine wichtige Rolle. Die Technikaffinität und Kenntnisse der Teilnehmer müssen bei der Auswahl des Mediums ebenso berücksichtigt werden wie die technische Möglichkeit, Online Daten zu übermitteln.
Wichtig ist: der Teilnehmer muss sich mit „seinem Tagebuch“ wohl fühlen und es in den Alltag integrieren können. Nur dadurch wir eine entsprechende Datenqualität erreicht.
Aber auch Kontrollmöglichkeit und Aufwand seitens des Versuchleiters sich wichtige Auswahlfaktoren. So stellt beispielsweise ein Papiertagebuch für den Teilnehmer eine vertraute und unkomplizierte Art der Dokumentation dar. Für den Versuchsleiter bedeutet es aber Digitalisierungsaufwand, wenig Kontrollmöglichkeit und eine stark verzögerte Möglichkeit für Rückfragen.
Eine Onlinekommunikation über Fragebögen oder ähnliches erleichtert dagegen kontinuierliche Kontrolle und Rück- sowie Spezialfragen, bindet den Teilnehmer aber an Rechner und Internet.

Unabhängig vom Medium erhält der Teilnehmer zusätzlich zur Einweisung und Aufgabenstellung meist eine Kombination aus Formular und der Möglichkeit zur freien Texteingabe. Die Aufgaben werden regelmäßig übermittelt oder nach einer festgelegten Zeitspanne über mehrere Tage oder auch Wochen hinweg beantwortet. Auch eine Dokumentation unmittelbar nach bestimmten Ereignissen kann sinnvoll sein. Regelmäßige Teilnahmeerinnerungen unterstützen bei der Datensammlung, aber eine eigene Motivation der Teilnehmer und Spaß an der Aufgabenstellung haben können sie sicher nicht ersetzen.
Fazit: Jede Tagebuchmethode muss individuell für die jeweilige Fragestellung konzipiert werden, ein standardisiertes Rezept kann kaum erstellt werden.
Wie sind Ihre Erfahrungen mit verschiedenen Varianten? Kennen Sie vielleicht ganz spezielle Tools, die diese Art der Untersuchungen unterstützen können?

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