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26. September 2009 | Johanna Möller Drucken
Kategorien: Methoden & Verfahren, Psychologische Aspekte, Studien, Trends, Usability von Online-Shops, Zielgruppen

Was bewegt meine Zielgruppe? Erkenntnisse gewinnen durch „Tagebücher“

Kinder mit Handys Der Einsatz der Tagebuchmethode, um Erkenntnisse über Verhalten, Intentionen und Bedürfnisse zu gewinnen, bietet sich nicht nur für Internetanwendungen an. Die Einsatzbereiche sind vielfältig und Techniken individuell anpassbar.

Beispielsweise können über eine kontinuierliche Erfassung von Tätigkeiten und Situationen im Tagesverlauf Verzahnungen und Parallelnutzungen verschiedener Medien wie Internet, Fernsehen und Printmedien beobachtet werden. Diese bleiben bei einer Fokussierung auf die Internetnutzung weitgehend verborgen.
Hilfreich ist dabei eine Methode der Datenerfassung, die den Teilnehmer nicht an einen Rechnerarbeitsplatz bindet.
Neulich ist mir ein schönes Beispiel für eine solche Studie aufgefallen:
Matthias Helferich von cluetec beschreibt in einem Artikel, wie er die Mediennutzung von Kindern untersucht.
Ziel der Studie ist es, Daten und Erkenntnisse über den Medienalltag, das Konsumverhalten und die Ernährungsgewohnheiten von 6-13 jährigen zu sammeln.
Sicherlich kein leichtes Unterfangen, immerhin können Kinder in diesem Alter noch nicht unbedingt selbst schreiben und wollen außerdem durch einen gewissen Spaßfaktor bei der Sache gehalten werden.
Helferich setzt deshalb Smartphones für die Datenerfassung ein, die bei den jungen Teilnehmern hoch im Kurs stehen. Mit einer kindgerechten Interviewsoftware (z.B. Vorlesefunktion und Eingabe über Bilder) erfolgte die Datensammlung als Kombination aus Interviews und Fotos, die die Kinder von ihrer Umgebung anfertigten.
Jedes Kind bekam dabei das Gerät für drei Tage zur Verfügung gestellt und wurde in der Freizeit alle 30 Minuten zur Teilnahme aufgefordert.
Leider war die Studie zum Zeitpunkt des Erscheinens noch nicht abgeschlossen, so dass mir noch keine Ergebnisse bekannt sind.
Ich bin sehr gespannt darauf, schließlich bieten solche Daten eine hervorragende Basis, um zielgruppengerechte Medienangebote zu Entwickeln und vorhandene Angebote noch besser an die Bedürfnisse der Nutzer anzupassen.
Sehr aufschlussreich wären entsprechende Tagebuchuntersuchungen sicher auch für andere Zielgruppen, wie beispielsweise Senioren, die sich möglicherweise grad an das Internet herantasten. Allerdings sehe ich dabei nicht unbedingt ein Smartphone als Mittel der Wahl, da ich häufig Zurückhaltung und Skepsis gegenüber solchen Geräten in der älteren Generation festgestellt habe.
Wie sieht es bei Ihnen aus? Gibt es bestimmte Zielgruppen, deren Verhalten Sie gern mal genauer unter die Lupe nehmen würden?

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1 Kommentar zu “Was bewegt meine Zielgruppe? Erkenntnisse gewinnen durch „Tagebücher“”


  1. 1 Guido Marquardt

    Das erinnert mich ein bisschen an den Ansatz einer “kommerziellen Ethnographie”, wie ihn James Kalbach z. B. hier skizziert hat:
    http://www.slideshare.net/Kalbach/commercial-ethnography-euro-ia-2008-kalbach-presentation

    Gruß,
    Guido Marquardt

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    Pingback am 26. Sep 2009 um 08:20
  2. 2 Interview mit Matthias Helferich über die Möglichkeit, Tagebuchstudien mit Smartphones durchzuführen | usabilityblog.de
    Pingback am 26. Okt 2009 um 09:49

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