Am Anfang war die Kommandozeile – Was kommt jetzt? – Alternative User-Interfaces!

3. Platz beim Design Awards des eResult Usability Contests 2009

Pathfinder – Desktop Environment

Bei dieser visionären Software-Applikation mit dem Namen »Pathfinder« handelt es sich um ein innovatives Interface-Konzept für Betriebssystemoberflächen. Insbesondere in heutiger Zeit – dominiert von den Softwaregiganten Microsoft und Apple – sind innovative Konzepte angesichts überholter Interaktionsprinzipien, unzeitgemäßem Datenzugang und fehlender Anpassung an neue computergestützte Anwendungsbereiche mehr denn je gefordert. Weiterentwicklungen sind nahezu allein marketingrelevanten Interessen unterworfen, so dass der Fokus fast ausschließlich auf effektvolle Hochglanz-Interfaces als auf eine optimale Usability gerichtet ist.

„Der Herausforderung, diese Probleme zu lösen, habe ich mich gestellt!“, so Dipl.-Designerin Katrin Gerstäcker.

Die Intension des Interfaces besteht in der Distanzierung von »Desktop-Metapher-basierten« Systemen wie »Windows« und »Mac OS X«. Durch die Entwicklung neuartiger Navigations- und Datenarchivierungsprinzipien sollen neue Perspektiven und alternative Lösungswege aufgezeigt werden.

Abb. 01 :: Desktop Environment »Pathfinder«
Abb. 01 :: Desktop Environment »Pathfinder« – Visualisierung der verschiedenen Systembereiche, der Timeline als chronologischer Dateibrowser sowie des Workspaces mit Thumbnails der selektierten Dateien

Der Fokus richtet sich auf ein intuitiv nutzbares System mit flexiblen Navigationselementen sowie eine intelligente Visualisierung der Informationen. Vor diesem Hintergrund bildet eine dynamische Timeline die Kernkomponente, in welcher die Daten nach chronologischen Parametern eingeordnet und aufzufinden sind. Suchprozesse werden durch multiple Filteroptionen um ein Vielfaches effektiver gestaltet. Zudem bietet eine multiparametrische Informationsvisualisierung eine schnelle Erfassung und direkte Vergleichsmöglichkeiten von Datenbeständen. Darüber hinaus ist die Timeline prädestiniert für die Integration ganzer Projektmanagement- und Backupsysteme unmittelbar innerhalb der Betriebssystemoberfläche.

Abb. 02 :: Dynamische Timeline als Navigationsinstrument
Abb. 02 :: Dynamische Timeline als Navigationsinstrument für die Datenarchivierung nach chronologischen Gesichtspunkten; Gruppierung der Datenbestände entsprechend ihrer Projektzugehörigkeit für die Implementierung ganzer Projektmanagementsysteme

Abb. 03 :: Backup- & Automatisierungsmodus
Abb. 03 :: Backup- & Automatisierungsmodus für eine differenzierte Arbeitsschrittrücksetzung & effiziente Stapelverarbeitung

Die Interaktionsmethodik vollzieht sich durch das entwickelte »Pipe-Prinzip« auf konsequente Art und Weise. Innerhalb dieses Schemas wird durch Kombination von Interaktionsart (Dateien betrachten, editieren, konfigurieren, initialisieren und löschen) und entsprechender Zielkomponente mittels Drag&Drop jede mögliche Aktion initialisiert.

Abb. 04 :: Aktionsrealisierung durch Andocken der »Aktions-Pins« an die jeweiligen Bearbeitungs- & System-Dateien
Abb. 04 :: Aktionsrealisierung durch Andocken der »Aktions-Pins« an die jeweiligen Bearbeitungs- & System-Dateien

Für die Aufgabenrealisierung stehen innerhalb eines universellen Workspaces einzeln integrierbare »Plug-in-Tools« zur Verfügung. In Kombination stellen sie den Funktionsumfang konventioneller Anwendungen bereit ohne Dopplungen von Werkzeugen, Menüs und Funktionen zu implizieren. Somit kann der unüberschaubaren Anwendungsvielfalt und divergierenden Verfahrensweisen entgegengewirkt und ein effizienter Workflow realisiert werden.

Abb. 05 :: Der Grafik- und Text-Editor des universellen Workspaces.
Abb. 06 :: Die Document-Viewer-Funktion des universellen Workspaces.
Abb. 07 :: Die Browser-Funktion des universellen Workspaces.
Abb. 08 :: Die Messenger-Funktion des universellen Workspaces.
Abb. 09 :: Die Music-Player-Funktion des universellen Workspaces.
Abb. 05 – 09 :: Funktion des universellen Workspaces je nach angedocktem Plug-in-Tool als Grafik- und Text-Editor, als Document-Viewer, als Browser, Messenger oder Music-Player.

Resümierend schaffen die entwickelten Prinzipien eine größtmögliche Transparenz innerhalb der Informationsarchitektur, eine intelligente Informationsvisualisierung und realisieren durch effektive Navigationsmethoden eine optimale Usability.

Das Look & Feel von »Pathfinder« kann in einem kurzen Video angesehen werden.

Das Projekt

Das Projekt »Pathfinder Desktop Environment« wurde von Katrin Gerstäcker [Dipl.-Designerin | www.katrin-gerstaecker.de] entwickelt.
Im Rahmen der Diplomarbeit im Studiengang Interface Design an der Fachhochschule Anhalt entstand unter Betreuung von Prof. R. Hartmann & Prof. S. Hußlein das Konzept einer alternativen Benutzeroberfläche für Betriebssysteme.
Das umfassende Projekt wird unter www.katrin-gerstaecker.de/pathfinder vorgestellt.

2 Gedanken zu „Am Anfang war die Kommandozeile – Was kommt jetzt? – Alternative User-Interfaces!

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