Frauen oder Männer – wer lässt sich beim Einrichten von Geräten eher helfen?

Bildquelle: derbaum.wordpress.com
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Männer wursteln sich lieber durch, Frauen lassen sich helfen – so das zentrale Ergebnis einer Umfrage zum Einsatz elektronischer Geräte in Privathaushalten (BITKOM-Studie).
Kommt Ihnen sicherlich bekannt vor, oder? Ist doch auch bei der Frage nach dem richtigen Weg ähnlich: Männer kommen eher auf Umwegen, dafür aber eigenständig ans Ziel.

Bleiben wir aber zunächst bei den Daten & Fakten der aktuellen BITKOM-Studie: Fast jede fünfte Frau würde beim Anschluss und Einrichten elektronischer Geräte professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen, wenn es Probleme gibt. Bei den Männern ist das Verhältnis 1 zu 10: Nur einer von 10 Männern fordert beim Einrichten von Geräten Unterstützung an.

Gründe: Soziale Erwünschtheit? Geschlechterrollen?

Ja, aber auch Wissensunterschiede in Bezug auf geeignete Dienstleister: Mehr als 50% der befragten Frauen wissen genau an welche Dienstleister sie sich wenden müssen, wenn sie Beratungs- und Unterstützungsbedarf haben. Bei den Männer gilt das nur für jeden Dritten.

Eine weiterer Grund (?): Frauen denken praktischer und verhalten sich „effizienter“ als Männer. Warum mehrere Stunden mit der Inbetriebnahme eines elektronischen Gerätes verbringen, wenn man in der selben Zeit entspannen, ein gutes Buch lesen, im Haushalt arbeiten oder (sogar) Geld verdienen kann – mehr Geld als der Experte für das Einrichten und Anschließen des Gerätes kostet.

Umgekehrt empfinden Männer – so meine These – deutlich intensivere, positive Emotionen, wenn es ihnen gelingt ein technisches „Problem“ nach mehrstündiger (!) Arbeit in den Griff zu bekommen. Die dabei ebenfalls erlebte „Enttäuschung“ und „Verärgerung“ blenden Männer eher aus als Frauen. Nur eine These… oder kennt jemand von Ihnen Studien, die diese These(n) belegen (oder auch widerlegen)?

Kommen wir aber wieder zurück zu den Ergebnissen der BITKOM-Studie: 40% der Bundesbürger brauchen Hilfe und Unterstützung beim Einrichten und Anschließen elektronischer Geräte. BITKOM Präsident Prof. August-Wilhelm Scheer kommentiert dieses Ergebnis so: „Neue Konzepte wie Plug&Play erleichtern zwar die Inbetriebnahme von vielen Elektronikgeräten. Gleichzeitig erhalten die Geräte immer mehr neue Funktionen. Daher fühlen sich zahlreiche Verbraucher noch immer überfordert bei der Einrichtung und Bedienung“.
Interessant in diesem Zusammenhang: Jeder 4. Verbraucher schließt seinen neuen HD-Fernseher derart „falsch“ an, dass trotz HD-Ausrüstung die Bilder nur in der Standard-Auflösung wiedergegeben werden.

Was läßt sich aus den Daten ableiten?

Jede Menge Umsatzpotenzial für den Fachhandel. Mit guten Beratungs- und Einrichtungsdienstleistungen kann er punkten, Kunden gewinnen und begeistern. Und das nicht nur im stationären Einzelhandel. Vor dem Hintergrund des steigenden Anteils älterer, weniger technikaffiner Bundesbürger eine enorme Chance.

Die Daten verdeutlichen aber auch, dass es bei der Konzeption, Entwicklung und Gestaltung von Elektrogeräten Optimierungspotenziale gibt. Anforderungen und Wünsche von Nutzern scheinen zu wenig Beachtung zu finden. Anforderungsanalysen unter Einsatz des KANO-Verfahren und iterative Nutzertests im Usability-Lab sind daher dringend angebracht.

Methodische Eckdaten: Die in diesem Beitrag vorgestellten Daten und Ergebnisse basieren auf einer repräsentativen Umfrage von Techconsult – durchgeführt im Auftrag des Branchenverbandes BITKOM. Befragt wurden insgesamt 1.000 Bundesbürger.

Ein Gedanke zu „Frauen oder Männer – wer lässt sich beim Einrichten von Geräten eher helfen?

  1. Matthias Schmuck

    Oh, ich glaube Frauen gehen schon davon aus, sich helfen zu lassen – jedenfalls bei Computern. Männer sind da eher etwas eigen, würde ich sagen. Ich würde mir das eher von einem Fachhandel zusammenstellen lassen, aber selber würde ich auch Hand anlegen.

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