Kinder im Internet – kindgerechtes Webseitendesign an einem Beispiel aufgezeigt

Verschiedene Studien zeigen: Kinder haben besondere Usabilityanforderungen an Webseiten! Heute möchte ich Sie auf ein Beispiel hinweisen, welches relevante Guidelines in diesem Zusammenhang positiv umgesetzt hat.

Fündig wurde ich dabei auf dem Lernportal „scoyo.de“. Dort kann der Schulstoff der Klassen 1 bis 7 durch spielerisches Lernen eingeübt werden. Da die Seite sich auch an besonders junge Schülerinnen und Schüler wendet, muss sie deren spezielle Anforderungen an Bedienbarkeit und Contentpräsentation berücksichtigen.

Bereits beim betreten der Startseite fällt positiv auf – alle relevanten Informationen werden im sofort sichtbaren Bereich der Seite angezeigt. Scrollen, besonders schwierig für die kleineren Nutzer, ist nicht nötig. Gut auch die große Dimensionierung des Seitencontents. Jungen Nutzern gelingt es so eher, einen „Treffer“ zu landen.

Scoyo Startseite

Scoyo Startseite


Besonders hervorzuheben ist der animierte Zugang zu den Lerngeschichten. Es finden sich in dieser Funktion eine Vielzahl an kindgerechten Usabilityguidelines umgesetzt. Welche sind das genau?

Hier wäre zuerst die Responsivität der Funktion zu benennen. Sie gefällt nicht nur, sondern ist gleichzeitig sehr nützlich. Überfährt man die Inhalte der Lerngeschichten mit dem Maus-Coursor, machen sie sich durch eine Reaktion bemerkbar. Die durch Animation unterstützte Veränderung der Darstellung des Inhaltes ist wichtig, da Kinder auf Hilfestellung beim erkennen von klickbaren Content angwiesen sind. Ist die grobe Auswahl für einen Lernstoff nach Klassenstufe geftroffen, wird der sich anschließende Ladevorgang als solcher angezeigt. Der Nutzer weiß: „Aha, da passiert etwas!“. Klicken Sie auf das Video, um mehr zu erfahren.

Die Übungsaufgaben werden durch Sprecher erläutert. Diese gesprochenen Hinweise mögen reiferen Nutzern unnötig, vielleicht sogar störend erscheinen. Für Kinder aber stellen sie zentrale Hilfsleistungen bei der Bedienung des Seitencontent dar. Die jungen Nutzer müssen keine langen Einweisungen lesen, ihre Aufmerksamkeit bleibt auf einem hohen Niveau. Dies wird auch durch die Verwendung altersgerechter Figuren erreicht. Gerade die Jüngeren bedürfen einer psychologischen „Stütze“. Die Figur der beiden Mädchen, oder jede andere altersgerechte Figur, kann diese Funktion erfüllen und das Kind durch positiven Zuspruch zum Weitermachen motivieren.

Dabei ist zu beachten – die Figuren müssen alterspezifisch sein, sie müssen einfach „passen“. Denn was dem Einen als Ansporn gilt, kann für den Anderen schon unpassend, schon zu kindlich sein.

Bestimmt kennen auch Sie gute Beispiele für ein gelungenes kindgerechtes Webseitendesign. Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns. Wir freuen uns auf Ihre Anregungen.

3 Gedanken zu „Kinder im Internet – kindgerechtes Webseitendesign an einem Beispiel aufgezeigt

  1. Nadja Müller-Schade

    Meine Tochter hat mit 4 bis 6 Jahren am liebsten auf PBS Kids, http://pbskids.org/, gespielt. Natürlich weil sie dort alle Helden aus dem Fernsehen fand. Zum anderen, weil die Bedienung überall einfach und gleich war. Sie verstand damals kein Englisch, fand sich aber immer zurecht und hat Hilfe nur ganz selten gebraucht.

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  2. Sebastian Bloy Beitragsautor

    Hallo Frau Müller-SChade,

    vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich habe mir die PBS-Seite angeschaut und finde besonders die Einbindung der domänenspezifischen Figuren sehr gelungen. Toll auch ihr Hinweis darauf, dass Ihre Tochter die Seite meist selbstständig bedienen konnte, obwohl sie noch kein Englisch sprach. Das spricht, denke ich, sehr deutlich für die kindgerechte Gestaltung von pbskids.

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  3. Pingback: Themen im Oktober 2009: Protyping, Kinder & Internet und Shop-Usability | usabilityblog.de

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