Kinder im Internet – Büchersuche Kinderleicht

Das Netz hält eine Vielzahl an Informationen für uns bereit. Wir haben gelernt, mit dieser Fülle umzugehen, bzw. sie so zu beschneiden, dass wir nur das sehen, was uns interessiert. Suchfunktionen erleichtern dabei das auffinden von relevanten Inhalten. Sei es nun die Suche über Suchmaschinen oder über die Inhalte einer bestimmten Seite.

Dabei wird unsere Suche häufig durch Parameter bestimmt, die in ihrer Bedeutung auf gesellschaftliche Erfahrungswerte oder technischen Notwendigkeiten zurückzuführen sind. Nehmen wir einfach mal an, wir wollten auf Amazon ein Buch kaufen. Bei der Suche erwarten wir hier z.B. eine Möglichkeit nach bestimmten Autoren suchen zu können. Natürlich sollten auch ISBN-Nummern oder das Veröffentlichungsdatum als Suchparameter gültig sein.

Kindern aber hilft eine solche, auch über Eingabefelder gestaltete Suche nicht. Ihre Art, Dinge zu kategorisieren, unterscheidet sich deutlich. So zeigte eine Studie der „International Children‘s Digital Libary“, welche in 5 verschiedenen Ländern in einen Zeitraum über 4 Jahren durchgeführt wurde, dass Kinder im Alter von 3-13 Jahren ganz eigene Vorstellungen von der „richtigen“ Suche nach Büchern haben. Parameter wie Emotionen oder die Farbe des Buchcovers sind für sie sehr wichtig. Auch eine Kategorisierung der Suche nach Genre oder Eingrenzung der Bücher nach Alter ist berücksichtigt worden. Die Studienergebnisse führten zur Einrichtung einer „simple search“, die Kindern die Büchersuche vereinfachen sollte.

Nicht nur die Kategorisierung der  Suchkriterien wurde für junge Leser angepasst. Auch die Bedienung fällt nicht schwer. Manuelle Eingaben sind nicht nötig – anklicken reicht. Sogar eine Kombination der Parameter ist möglich, wie folgende Bilder zeigen.

Bsp. Buttons Suche Bücher ICDL

Buttons der simple search der Büchersuche der ICDL
Bsp. Kombination von Suchkriterien simple search ICDL

Kombination von Suchkriterien bei der simple search der ICDL


Stellen wir uns nun vor, ein Kind im Alter von 12 Jahren sucht ein lustiges Buch. Es hat von Freunden gehört, dass das Cover violett-schwarz sei. Wie könnte es das Buch über die „simple search“ finden? Hierzu ein möglicher Ablauf im folgenden Video:


Was mir auch sehr gut gefällt – werden Kombinationen bei der Suche gewählt – werden andere Buttons, die unmöglich in diese Kombination fallen können, ausgegraut und sind nicht mehr klickbar.

Auch wenn diese Suche nicht gerade als zielgerichtet bezeichnet werden kann, schließlich grenzt sie nur aufgrund sehr allgemeiner Suchkriterien ein, ist sie doch gerade für die jüngeren Nutzer durch ihre einfache, einsichtige Gestaltung sowie der Verwendung von altersentsprechenden Kategorien leicht zu benützen.

Diese Büchersuche ist und hier treffen Wortwahl und Bedeutung stimmig zusammen – Kinderleicht.

Kennen Sie ähnliche Suchmaschinen für Kinder? Finden Sie den Ansatz unpassend oder verbesserungswürdig? Würde sich diese Art der Suche auch in einem anderen Kontext bewähren? Wir freuen uns auf Ihre Meinung.

4 Gedanken zu „Kinder im Internet – Büchersuche Kinderleicht

  1. Detlef Boesang

    Hallo,

    das ist ja fantastisch! Vielen Dank für den Artikel und den prima Tipp! Mir gefällt der Ansatz sehr. Ich glaube man kann und sollte diesen Gedanken aufgreifen und weitergehen. Vielleicht lassen sich mit dieser Art etwas zu suchen auch weitere Bedienungselemente auf Webseiten optimieren.

    Eines meiner Hauptinteressen sind barrierefreie Webseiten. Ich schreibe unter anderem eine Schulseite. Ich denke ich werde einmal versuchen die hier gezeigten Aspekte auf der hoffentlich barrierefreien Schulseite umzusetzen.
    Vielleicht läßt sich in dieser Art sogar eine Art Navigations-Such-Kombination realisieren.

    Es muß ja nicht stringend für Kinderseiten sein. Es wäre mir auch denkbar für sehbehinderte oder leseschwache Internetnutzer eine solche Suche zu entwerfen.

    Vielen Dank!

    Wir lesen uns!

    Detlef Boesang

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  2. Sebastian Bloy Beitragsautor

    Hallo Herr Boesang,

    Danke für Ihren tollen Kommentar! Ich habe mir auch Ihre Seite angeschaut und finde Ihren Einsatz für kindgerechtes Webseitendesign super.

    Sehr interessant finde ich weiterhin die Konzepte zu den barrierefreien Webseiten. Da haben Sie sicher viel Erfahrung und ich denke, dass, je nach Einschränkung der Nutzer, hier ebenfalls ganz besondere Ansprüche an das Design gestellt werden müssen (z.B. große Symbole – leicht zu erreichen). Vielleicht können hier kindgerechte Designvorgaben und barrierefreies Design sich gegenseitig positiv beeinflussen.

    Die Ansprüche beider Nutzergruppen sollten, wie ich finde, immer Berücksichtigung finden. Nicht aus dem Anspruch heraus, sie seien „besonders“, sondern aus dem Anspruch, Informationen für jeden verständlich und erreichbar darzustellen. Danke, dass Sie sich so dafür einsetzen!

    Antworten
  3. Bastian Sens

    Hallo zusammen,
    also ich sehe die Thematik mal ein wenig aus der Conversion-Sicht und frage mich in welchen Bereichen die Optimierung der Usability für Kinder Sinn macht. Denn Kinder kaufen ja online eigentlich nie, sondern die Eltern. Auf der anderen Seite ist es sicherlich auch möglich, dass die Kinder rumstöbern und dann die Eltern fragen, ob sie ihnen das Buch kaufen könnten. Also würde dann letztendlich eine Seite Sinn machen, die quasi 2 Versionen (eine für Erwachsene und eine für Kinder) anbietet?

    Gruß Bastian Sens

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  4. Sebastian Bloy Beitragsautor

    Hallo Herr Sens,

    Sie sprechen einen wichtigen Punkt an – sicher, kaufen können letztendlich nur die Eltern ein Produkt. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, auch eine Version für routinierte Nutzer anzubieten.

    Wenn ich beim vorgestellten Beispiel der ICDL bleiben darf, die sich ja vollständig kostenlos versteht, findet sich aber auch hier eine Suche, die ältere Nutzer anspricht. Unter dem folgenden Link erreichen Sie die „Advanched Search“, die auch aus der „Simple Search“ heraus aufgerufen werden kann.

    Link: http://www.childrenslibrary.org/icdl/AdvancedSearchCategory?ilang=English

    Wie könnte das für Portale umgesetzt werden, die kostenpflichtige Produkte für Kinder anbieten? Ich denke da empfiehlt sich ein Button im Bereich einer kindgerechten Suche, der direkt die Eltern anspricht – für Kinder aber uninteressant ist und z.B. im nicht sichtbaren Bereich der Seite liegt. Dann können die Kinder nach ihren Möglichkeiten und Interessen Dinge suchen und die herbeigerufenen Eltern über den Button, den diese aufgrund ihrer größeren Surferfahrung leicht finden, Detailinformationen abrufen.

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