Medienkanäle wirksamer verzahnen durch Tagebuchdaten

ProspektNachdem ich mich in den letzen Wochen intensiv mit den Einsatzmöglichkeiten der Tagebuchmethode im Usabilityumfeld beschäftigt habe, möchte ich hier noch eine weitere Anwendungsmöglichkeit beschreiben.

Wie steht es um das Wissen über Vorgehensweisen bei Auswahlprozessen? Oft werden viele verschiedene Medien und Informationsquellen zu Rate gezogen, bevor die Entscheidung für ein Produkt fällt. Je mehr dabei für ein Produkt ausgegeben wird, desto intensiver ist die vorherige Auswahlphase.
Nehmen wir beispielsweise den Kauf eines neuen Autos.
Ist die Entscheidung für eine Anschaffung gefallen, geht es um die Abwegung weiterer Wahlmöglichkeiten: Neu oder gebraucht? Leasing? Welche Marke und welches Modell? Welche Ausstattungselemente sollen es sein?
Um diese Entscheidungen zu treffen, können zahlreichen Informationsquellen hinzugezogen werden. Beispielsweise werden Anbieterseiten im Internet aufgesucht oder Gebrauchtwagenportale, Fachhändler werden besucht, Probefahrten absolviert und Prospekte mitgenommen. Aber auch Freunde und Bekannte beeinflussen durch Ratschläge. Und hat nicht vielleicht die Fernsehwerbung die erste Vorstellung geformt? Einige Fragen werden darüber hinaus auf unabhängigen Ratgeberseiten im Internet beantwortet.

Die Entscheidungsprozesse sind sehr komplex. Ein Tagebuch, welches der Interessent während des gesamten Zeitraums pflegt, gibt Aufschluss über Impulse, Einflüsse und Hindernisse in der Informationsbeschaffung.
Die so gewonnenen Daten können zur Verbesserung der einzelnen Quellen herangezogen werden. Besonders Händler und Anbieter mit einem Multichannelansatz können so ihr Angebot besser auf die Nutzer zuschneiden. Aber auch Anbieter einzelner Kanäle gewinnen Aufschluss über ihre Funktion im Entscheidungsprozess und damit über Anknüpfungspunkte zur Angebotsverbesserung.
Und: nicht nur die Serviceleistung in eigenen Medien kann verbessert werden. Die Methode identifiziert auch Stellen, die im Entscheidungsprozess häufig genutzt werden, wie beispielsweise Foren oder Communities. Diese können nach der Identifikation gezielt in die eigene Kundenkommunikation eingebunden werden.

2 Gedanken zu „Medienkanäle wirksamer verzahnen durch Tagebuchdaten

  1. Marion UX Concept

    Könnte man mit dieser Methode nicht auch herausfinden, ob Frauen wirklich immer mehr Einfluss auf die Kaufentscheidung ihrer Männer nehmen? Das lernt man doch in jedem guten BWL Studium: Frauen entscheiden immer mehr mit wenn es um den Kauf von Autos geht (und aktuell grad gelesen: auch bei der Anschaffung von Unterhaltungselektronik ist das zu beobachten). Eine Studie zu dieser „Aussage“ kenne ich aber nicht. Gibt es da vielleicht schon was zu – also zur gegenseitigen „Beeinflussung“ von Kaufentscheidungen zwischen Lebenspartnern (und in Bezug auf Bereiche die früher überwiegend einem Geschlecht vorbehalten waren)?

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  2. Marko

    Ja, ich denke man könnte das dadurch herausfinden, es wird ja der komplette Prozess der Kaufentscheidung untersucht.
    Da gehören Einflüsse, wie eben die der Frau, dazu.

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