Fragen an Johanna Möller: Was Sie schon immer mal über das Thema Konzeption wissen wollten

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Guten Tag, mein Name ist Johanna Möller. Als freiberuflicher Usability-Consultant führe ich hauptsächlich Projekte aus dem Bereich der Konzeption durch. Unter anderem bin ich dabei für die eResult GmbH tätig.
Zu meinen betreuten Projekten zählen Grundlagenstudien, die erst das erforderliche Wissen über Zielgruppen und Produkte liefern, beispielsweise Nutzertagebücher. Oder Kundenblogs, mit denen Neuerungen auf einer Website permanent begleitet werden können. Auch mit dem Thema Prototyping habe ich mich ausführlich beschäftigt.
In den letzten Jahren habe ich mich zudem intensiv mit dem Thema Kreativität auseinandergesetzt. Kreativprozesse sind im Projektalltag in der Konzeption häufig nötig. Im größeren Maßstab zu Beginn eines umfangreichen Projekts, wenn es gilt, die Ideen und Wünsche eines ganzen Teams einzufangen und einen Relaunch oder eine neu entwickelte Website auf einen guten Weg zu bringen. Aber auch in jedem Expert-Review und Usabilitytest werden Empfehlungen entwickelt, um untersuchte und getestete Nutzeroberflächen zu verbessern.
Zur Unterstützung der Kreativität können Kreativtechniken eingesetzt werden, aber auch geeignete Quellen zur Inspiration zu finden spielt eine wichtige Rolle für die erfolgreiche Erstellung eines Konzepts.

Für ihre Fragen zum Thema Kreativität in der Konzeption stehe ich Ihnen gern zur Verfügung und freue mich auf rege Beteiligung.

3 Gedanken zu „Fragen an Johanna Möller: Was Sie schon immer mal über das Thema Konzeption wissen wollten

  1. Finn

    Wenn sich keiner traut fang ich halt mal an 😉

    Mir stellen sich da immer zwei grundsätzliche Fragen, zu denen ich bis heute keine richtig zufriedenstellende Antwort finden konnte. Vermutlich gibt es diese auch nicht, aber mich würden auf jeden Fall mal andere Meinungen dazu interessieren:

    1) Welche Rolle spielt die Konzeption bei der Planung komplexer Webprojekte?
    Ist die Konzeption hier nur als eine Disziplin neben vielen anderen zu sehen? Oder hält die Konzeption letztendlich alles zusammen und steht somit immer ein Stück über den anderen „Gewerken“? Wie „tief“ darf bzw. muss die Konzeption in ein Projekt eintauchen und „steuern“?

    2) Wie detailliert muss ein finales (Fein-)Konzept sein?
    Kann man sich auf die Aussage „In der Produktion dürfen keine Fragen mehr offen sein“ festlegen? Oder werden bewusst Dinge offen gelassen, um sie im Verlauf der Produktion gemeinsam zu lösen?

    Ich bin gespannt auf die Antworten 🙂

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  2. Johanna Möller

    Hallo Finn,

    sehr interessante Fragen, vielen Dank.

    Aus meiner Sicht würde ich zur Frage 1 sagen, dass die Konzeption als eigene
    Disziplin VOR den anderen Aufgaben in der Entwicklung stehen sollte. Der Konzeptionsprozess ist der Moment, in denen gewährleistet wird, dass alle Abfolgen, Bedienschritte und Oberflächen logisch miteinander verknüpft sind und alles „zusammenpasst“. Nimmt man sich in diesem Schritt nicht genug Zeit, alles zu durchdenken, so gibt es nachher fast immer Schwierigkeiten, die zwar während der Programmierung oder in Nutzertests aufgedeckt werden, dann aber zwangsläufig zu Verzögerungen führen.
    Natürlich muss das Konzeptionsteam wieder ins Projekt geholt werden, wenn in Tests Veränderungsbedarf festgestellt wird.

    Damit kommen wir auch zur zweiten Frage:
    Wenn wir über ein Interaktionskonzept sprechen ist es meines Erachtens wichtig, dass die Bedienkonzepte fertig sind, bevor weitere Schritte eingeleitet werden. Allerdings besteht durchaus die Möglichkeit, einige Punkte vorerst offen zu lassen.
    Beispielsweise können und sollten häufig schon Klickdummytests durchgeführt werden, bevor das Designkonzept fertig ist.Auch ist es möglich, eine Variantenentscheidung erst nach der eigentlichen Konzeptionsphase mit Hilfe der potentiellen Nutzer treffen.

    Wie sehen Sie diese Fragen, sind Sie anderer Meinung?

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  3. Finn

    Vielen Dank schonmal für die Antworten. Ich habe da durchaus eine ähnliche Vorstellung – leider wird dies in der Praxis vermutlich nicht immer erfüllt, aber da spielen dann wieder andere Faktoren eine Rolle (Zeitmangel, Druck von Kundenseite etc.). Der optimale Weg sollte allerdings so aussehen wie von Ihnen beschrieben.

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