Hintergrundmusik in Online-Shops – Anregend, entspannend oder noch nur nervend?

Wenn Nutzer auf einen Online-Shop kommen ist ein erster Schritt für den Shopbetreiber geschafft. Jetzt gilt es, den Nutzer auf dem Angebot zu halten und ihn möglichst auch zum Kaufen zu animieren. Hierbei gibt es eine ganze Reihe Ansätze. In stationären Geschäften wurde hierfür zum Beispiel das Konzept des Erlebnisshopping entwickelt. Durch Musik, Düfte und eine ansprechende Warenpräsentation will man die Kunden gewinnen und nicht zuletzt zum Kauf bewegen und zwar nicht nur eines sondern am besten gleich mehrerer Artikel.

Auch in Online-Shops wird viel an ansprechenden Warenpräsentationen gearbeitet. Darüber hinaus wird von einigen Anbietern auch die Idee der musikalischen Untermalung aufgegriffen. Die meisten PCs sind mit einer Soundkarte ausgestattet, warum also keine Musik während des Shop-Besuchs einspielen. Das Ziel ist beispielsweise die Schaffung einer angenehmen Atmosphäre, um die Nutzer möglichst lang auf der Seite zu halten. Vor allem die Lust am Stöbern im Angebot soll gesteigert werden.

Ein weiterer Ansatz für die Verwendung von Musik ist die Vermittlung eines bestimmten Image. Geht man auf Lacoste.de, dann hört man sofort Musik, die allerdings keineswegs beruhigend ist, sondern genau auf die Warenpräsentation abgestimmt wurde. Da werden für eine junge Zielgruppe coole Klamotten mit passender Musik präsentiert.

Der Einsatz von Musik ist in unterschiedlicher Art und Weise möglich, so könnte entweder eine gleichbleibende Musik eingespielt werden. Eventuell stellt man mehrere Musikrichtungen zur Auswahl bereit, damit die Musik an den eigenen Geschmack und die aktuelle Stimmung angepasst werden kann. Oder es werden Soundeffekte passend zum Produkt verwendet, so könnte beispielsweise Vogelgezwitscher bei Outdoor-/Wanderartikeln eingespielt werden.

Die Problematik besteht vor allem in der Gefahr, dass Nutzer genervt sind. Deshalb muss sofort erkennbar sein, wie die Musik ausgeschaltet werden kann. Welche Art von Musik würden Sie bevorzugen – eher die gleichbleibende Hintergrundmusik oder Musik, die auf Produktgruppen oder sogar Produkte abgestimmt ist? Ist das Angebot von Hintergrundmusik in Zeiten von Internet-Radio überhaupt sinnvoll?

16 Gedanken zu „Hintergrundmusik in Online-Shops – Anregend, entspannend oder noch nur nervend?

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  2. Christian

    Ich persönlich bin kein Freund von Hintergrundmusik bei Webseiten und raten den meisten meiner Kunden auch davon ab. Abgesehen einmal von den (urheber-)rechtlichen Problemen ist es meiner Meinung nach für viele störend, wenn da auf einmal eine ungewollte Geräuschkulisse auftaucht.

    Einige hören während des Surfens auch Musik, die dadurch gestört wird oder wenn zum Beispiel während der Arbeitszeit das Netz durchstöbert wird, ist das sicherlich auch nicht gerade förderlich…

    Ein paar Ausnahmen bilden vielleicht Webseiten von Künstlern oder Musikern. In dem Fall wäre aber denkbar, dass man sich das Verhalten der User merkt. Zum Beispiel via Cookie und das Abspielen unterbindet, wenn der Besucher die Musik innerhalb eines kurzen Zeitraumes abgestellt hat oder halt per kurzer Abfrage.

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  3. Moritz

    Also aus meiner Erfahrung sind fast alle immer von Musik auf Webseiten genervt. Mich würde mal die Klickrate von einem Großen Onlineshop auf das „TON AUS“ Icon interssieren. Ich würde vermuten sie liegt weit über 90%.

    Ich habe in meinem Umfeld schon mehrmals bemerkt, dass viele Onlineshopping nebenbei betreiben, d.h. sie liegen beispielsweise mit dem Netbook auf dem Sofa, Musik oder TV läuft nebenbei und dabei wird geshopped. Da kommt die Musik vom Onlineshop nicht gerade passend und wird meist als störend empfunden.

    Also meiner Meinung nach hat Musik keinen positiven Wert auf Webseiten.

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  6. Thorsten

    Also ich finde es auch nervig .. aber davon abgesehen kommt bei mir noch ein weiterer Wichtiger Faktor dazu .. die Bandbreite. Bei uns gibt es zu Zeit nur DSL 768 .. bis dann die Mucke geladen (oder gestreamt) wurde, klicke ich meistens schon wieder weg.

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  7. Klaus

    Musik geht meiner Meinung nach gar nicht. Und wie Thorsten schon sagt: Wer mit geringer Bandbreite oder mobil einen Shop besucht leidet gleich zweimal unter der Musik.

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  8. Markus Baersch

    Die Gefahr…

    – den Geschmack des Besuchers zu verfehlen
    – durch den Schreck direkt verlassen zu werden
    – mit bereits laufendem Audio zu kollidieren
    – den Besucher beim Shopping am Arbeitsplatz bloßzustellen
    + hundert andere Dinge, die mir auf Anhieb nicht einfallen wollen

    ist m. E. viel höher als die Wahrscheinlichkeit, damit ein Wohlgefühl zu erzeugen oder gar Conversions zu verbessern. Die wenigen Beispiele (exakt zwei), die ich selbst kenne, haben Kennzahlen wie Conversion, Seiten / Besuch, durchschnittliche Besuchsdauer etc. signifikant verbessert, nachdem die Musik ausgeschaltet oder zumindest per Default deaktiviert und nur noch nach einem Mausklick gespielt wurde.

    Das muss nicht bedeuten, dass Musik immer schlecht ist. Im engen Zusammenhang mit dem Content oder als Nebeneffekt anderer (z. B. animierter) Elemente ist Musik sicher mitunter sinnvoll. Als reine Hintergrundbeschallung ohne direkten Bezug zum Inhalt / Thema der Site würde ich Musik nur auf expliziten Wunsch des Betreibers in Betracht ziehen und selbst dann erst sehr vorsichtig bei einem Teil der Besucher testen, bevor ich damit 100% der User konfrontiere…

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  9. linda

    Ich würde in transaktionsorientierten Websites vom Einsatz von „musikalischer Untermalung“ abraten. Die Untermalung ist eher eine Störung. Und Störungen sollten vermieden werden. Ausserdem gibt es lt. Studien viele User die während der Arbeitszeit, also im Büro durchs Web streifen..und die wollen wir doch nicht vom Kauf abhalten 🙂

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  11. Norber Senke

    Musik kann aufbauend, beruhigend oder einfach nur unterhaltend sein. Deshalb gibt es unzählige Anwendungsmöglichkeiten, um uns das Leben mit Musik zu verschönern, nicht nur in Kaufhallen, Restaurants oder als Telefonwarteschleife.

    Schaut euch nur mal das coole Intro auf der Seite! http://www.allesgemafrei.de

    Gruss Norbert

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  12. linda

    Norbert, diese Website verkauft Musik – das ist dann die Ausnahme, die die Regel bestätigt 😉

    Klar kann Musik beruhigen und unterhalten und vieles mehr. Sie kann aber auch nerven oder als störend empfunden werden, weil sie z.B. nicht gefällt.

    LG, Linda

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  13. Thomas Memmel

    Vor allem starke Brands verwenden die Musik und die Jingles aus ihrer Fernsehwerbung immer öfter auch auf ihren Webseiten.
    Dies kann zum Beispiel in der Luxusgüter- und Automobilindustrie beobachtet werden. Es geht hier einerseits um einen Wiedererkennungswert, andererseits um die Schaffung des richtigen Ambientes passend zu den Produkten, auch zur Erzeugung von Emotionen.

    Da die meisten Seiten dieser Unternehmen heute in Flash oder Silverlight umgesetzt sind und sogar Filmmaterial zu Produkten zur Tagesordnung geworden ist, ist Musik nur ein zusätzlicher Kanal, der in der Regel aber auch deaktiviert werden kann. Sinnvoll ist meiner Meinung nach, Musik zunächst nu am Anfang einzuspielen und dann dezent in den Hintergrund zu legen.

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  14. Flo (Absolutesongs - Gemafreie Musik)

    Also ich denke auch das Musik im Hintergrund tolle Akzente setzen kann, aber ich finde das kommt dann auch total auf die Website an sich an und vor allem was für Musik und und und..denn sind wir mal ganz ehrlich, wer von uns hat sich noch nie durch das Netz geklickt und auf einmal kommt aus den Lautsprechern irgendeine nervige Musik, dessen Quelle dann erstmal ausgemacht werden muss 😉

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  15. Relagio

    Hintergrundmusik ist absolut unpassend für die meisten Seiten. Es ist auch sehr sehr schwer genau den Geschmack eines Users zu treffen. Wir haben uns dagegen entschieden.

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