Interview mit Sebastian Weiss (SF eBusiness GmbH) zu den Themen Social Media, Trends und Usability von Social Media Anwendungen

Portrait: Sebastian Weiss

Ich freue mich sehr Ihnen heute mit Herrn Sebastian Weiss, einen ausgewiesenen und bekannten Social Media Experten, als Usabilityblog.de Interviewpartner vorstellen zu dürfen.

Herr Weiss arbeitet als Projektleiter im Bereich Online Marketing bei der SF eBusiness GmbH (stoll & fischbach eBusiness). Die SF eBusiness GmbH ist eine Full-Service Internetagentur, die von der strategischen Beratung, Konzeption und Screendesign, über die Programmierung von intelligenten Kampagnen und Lösungen für Marketing, Kommunikation und Vertrieb bis hin zur Vermarktung, alles bietet. Langjährige Kunden sind u.a. ANDREAS STIHL, DKV, Drees & Sommer, Hansgrohe, Henkel, Heraeus, Honeywell, Microsoft und Walter Knoll.

Als Autor für das Fachmagazin Internet World schreibt er regelmäßig Artikel zu den Grundlagen im Bereich Social Media. Er stellt anschaulich dar, wie Unternehmen Facebook & Co. für die Kommunikation einsetzen können und welche Trends und aktuelle Entwicklungen sich hier abzeichnen. An diesem Expertenwissen möchten wir Sie, als regelmäßige Blog-Leser, etwas teilhaben lassen.

Wie sind Sie dazu gekommen, in diesem Bereich zu arbeiten?

Ich habe an der Hochschule Furtwangen OnlineMedien studiert und mich während meines Studiums auf den Bereich Online Marketing spezialisiert. Nach dem Studium bin ich dann direkt bei SF eBusiness eingestiegen.

Was für einen Stellenwert hat „Social Media“ derzeit und in Abgrenzung zu anderen Online-Marketing und Kommunikationsmaßnahmen?

Immer mehr Unternehmen in Deutschland realisieren, dass Social Media ein wichtiger Bestandteil der Unternehmenskommunikation ist und nicht ignoriert werden darf. Zukünftig sollte eine Social Media Strategie in jedem Online Marketing Paket enthalten sein. Bevor ein Unternehmen aktiv ins Social Web einsteigt, sollte dieses erst einmal analysieren, inwieweit ein Dialog bereits besteht. Zuhören ist einer der wichtigsten Schritte für erfolgreiches Social Media Marketing. Dabei sollte auch untersucht werden, wo sich die Zielgruppe befindet. Diese Plattformen sollten dann auch als erstes für Social Media Auftritte genutzt werden. Bei großen Marken macht es auch Sinn, vorab den Markennamen auf den wichtigsten Social Media Diensten zu sichern, sofern dieser noch frei ist. Zu den wichtigsten Diensten gehören Facebook, Twitter und YouTube – bei diesen sollte der eigene Name registriert werden – so verhindert man, dass andere sich als das Unternehmen ausgeben und so der Marke schaden können.

Immer mehr Websites erkennen den Nutzen und Mehrwert von Usability-Analysen und Nutzerbefragungen. Wie ist das im Bereich Social Media – hat man es da überwiegend mit Nutzern zu tun die eine „schlechte“ Usability akzeptieren oder spielen auch hier Usability-Fragestellungen und Optimierungen eine Rolle?

Viele Social Media Dienste haben im Bereich Usability noch Nachholbedarf (Beispiel Twitter, Facebook etc.). Umso mehr sich Social Media bei der breiten Öffentlichkeit etabliert, desto wichtiger wird auch die Usability werden.

Welche Methode der Usability Evaluation wird bei Ihnen bzw. bei der Agentur SF eBusiness GmbH am meisten angefragt?

Fokusgruppeninterviews sind gerade – mit Recht – sehr gefragt. Sie bieten eine gute Möglichkeit, schnelle Analysen von relevanten Zielgruppen zu erhalten. Aber auch Reviews durch unser Experten-Team werden oft angefragt, um eine schnelle Einschätzung der Usability des Webauftritts zu erhalten.

Auf welche Trends in Konzeption und Gestaltung haben klassische Usability-Experten derzeit noch keine oder nur unzureichende Antworten?

Die Lernfähigkeit von Usern nimmt immer weiter zu. Der User kann sich sehr schnell auf neue Navigationskonzepte einstellen und die Vorteile nutzen. Diese Lerneffekte werden bei vielen Usability-Tests nur unzureichend berücksichtigt.

Immer mehr unserer Kunden verfolgen die Absicht dort hin zu gehen, wo Ihre Nutzer und Zielgruppen sich im Web so „tummeln“. Die meisten entscheiden sich zunächst für einen Unternehmensauftritt in Facebook. Wie bewerten Sie eine solche Maßnahme, welche Ziele lassen sich damit verfolgen und was sollte man bei einem solchen Auftritt unbedingt vermeiden?

Gerade Facebook bietet aufgrund der Option eigene Anwendungen integrieren zu können sowie der stetig steigenden Nutzerzahl (aktuell über 300 Mio. Mitglieder) viele Möglichkeiten, die eigene Zielgruppe zu erreichen und einen Dialog aufzubauen. Die Zielsetzung ist dabei von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich (Kundenbindung, Support, Abverkauf etc.). Häufigster Fehler ist wohl, dass der Mehrwert für den Nutzer nicht im Focus der Aktivitäten steht. Ein Facebook-Auftritt allein ist kein Garant für erfolgreiches Social Media Marketing – die zuvor festgelegte Social Media Strategie des Unternehmens schafft die Basis für erfolgreiche Social Media Aktivitäten. Ziel sollte sein, Interaktionen mit dem Nutzer zu schaffen – einen Dialog aufzubauen. Dies bedeutet aber auch, dass vorab geregelt werden muss, wer und was auf der Seite veröffentlichen darf und wer auf welche Weise auf kritische Kommentare reagiert. Diese sollten nämlich in den meisten Fällen nicht gelöscht oder ignoriert werden. Durch solch falsches Verhalten zieht man schnell die Missgunst der Community auf sich was unter Umständen der Reputation der Marke schadet.

4 Gedanken zu „Interview mit Sebastian Weiss (SF eBusiness GmbH) zu den Themen Social Media, Trends und Usability von Social Media Anwendungen

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  4. Sebastian

    Sehr interessantes Interview. Ich denke auch, dass in Sachen Social Media noch viel Nachholbedarf besteht. Die Frage ist nur: Was funktioniert gut und was ist nur Hype?

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