Versicherungen – Vergleichsfunktionen im Web erleichtern die Entscheidung

(c)tommyS / pixelio

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Sie kennen das wahrscheinlich auch – die Frage danach, ob man auch wirklich ausreichend versichert ist. Mit dieser Frage stehen Sie nicht allein und sie ist mehr als berechtigt. So ergab eine Umfrage von Stiftung Warentest und Finanztest, dass 24% aller Befragten sich bezüglich ihres Versichertenschutzes unsicher sind. Ein anderes Beispiel – nur 23% aller berufstätigen Deutschen besitzen laut statista eine Berufsunfähigkeitsversicherung, obwohl 43% aller heute 20jährigen aus medizinischen Gründen wahrscheinlich vorzeitig aus ihrem angestammten Beruf ausscheiden müssen.

Lassen Sie uns aber erst einmal Abstand nehmen von so schwerwiegenden Szenarien wie der Berufsunfähigkeit. Was mich heute in diesem Beitrag besonders interessiert ist die Frage danach, ob man auch über das Internet Versicherungsangebote findet, die ohne Hilfe von spezialisierten Vertretern verstanden und selbstständig verglichen werden können.
Zu schnell fühlt man sich bei der Suche nach dem passenden Tarif nämlich von der Fülle des Angebotes erschlagen. Alles erscheint wichtig, schließlich kauft man hier kein Buch auf Amazon, sondern bindet sich finanziell und zeitlich sehr lange an einen Partner.

Diese Langzeitwirkung einer Entscheidung, gepaart mit ihren möglichen negativen Folgen kann im Endeffekt dazu führen, dass viele Nutzer sich gegen einen Vertragsabschluss online wenden. Darauf weist der BVK am Beispiel von Autoversicherungen hin. Dennoch wird in diesem Beitrag auch hervorgehoben, dass insbesondere Informationen im Internet gesucht werden und die sind bei der Entscheidung zum Abschluss „offline“ entscheidend.

Gibt es denn überhaupt eine Möglichkeit sich online umfassend und kompakt zu informieren?

Ich denke Ja! Eine aus meiner Sicht nachahmenswerte Informationsdarstellung findet sich auf mr-money.de. Hier sind sowohl die Parameterabfrage und die Vergleichsfunktion vorteilhaft gestaltet. Zuerst fällt auf, dass der dort angebotene Tarifvergleichsrechner neben gängigen Fragen auch weitere Detailangaben zum Versicherungsschutz zulässt (hier am Beispiel einer Privathaftpflicht).

Vergleichsrechner


So kann ich meine persönlichen Sicherheitsbedürfnisse bereits zu Beginn der Suche eingrenzen. Weiterhin, können über die blau unterlegten Fragezeichen Beispiele aufgerufen werden, die mir die Bedeutung des Parameters erläutern. Wer kann schon „Allmählichkeitsschäden“ auf Anhieb erklären?


Auch die Möglichkeit verschiedene Angebote, die sich aus meiner Suche ergeben, nach zu ihren Leistungen im Detail zu vergleichen ist gut gelöst. Zwar muss man hier häufig scrollen, dafür bleibt die Übersicht durch die Verwendung von Piktogrammen leicht erhalten.
Vergleichstabelle


Piktogramme


Vielleicht ist das ein Weg, die Häufigkeit eines Vertragsabschlusses online zu vergrößern. Dem Kunden also einerseits weitreichende Einstellungsmöglichkeiten bei der Suche zu geben und andererseits eine detaillierte und dennoch einsichtig geordnete Vergleichsfunktion anzubieten.

Hier interessiert mich Ihre Meinung! Wirkt die detaillierte Abfrage von Kundenparametern und die Detailtiefe beim Produktvergleich umsatzfördernd oder ist sie eher hinderlich? Können Sie sich auch andere Produktbereiche vorstellen, die von einer detaillierten Darstellung von Produktinformationen profitieren können?

2 Gedanken zu „Versicherungen – Vergleichsfunktionen im Web erleichtern die Entscheidung

  1. Thorsten Wilhelm

    Besten Dank für den Hinweis …
    Versicherungsportale im Web, scheint ja ein „kommendes“ Thema für die Usability-Branche zu sein. Ergänzend möchte ich daher auf einen Beitrag von Moritz Habermann hinweisen, der sich auch mit Versicherungen im Web beschäftigt hat:
    –// http://www.blogzwonull.de/e-commerce/landing-page-analyse-versicherungsgesellschaften-im-vergleich.html
    Moritz Habermann hat in seinem Beitrag den Fokus eher auf „Bad Practices“ gelegt, dennoch kann man daraus was lernen. Auch wenn man selbst keine Versicherungssite betreibt bzw. betreut.

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  2. Martin Beschnitt

    @Thorsten Wilhelm: Der Branchenbericht Versicherungen (Basis: AGOF internet facts 2009-II) zeigt eindeutig, dass die Versicherungsbranche im Internet auf vielversprechende Kundenpotenziale trifft. Siehe hierzu: http://www.agof.de/index.944.de.html

    „[…] Über ein Drittel der Internetnutzer interessiert sich für Versicherungen, knapp ein Drittel informiert sich online darüber und jeder Zehnte bezieht sie bereits im Netz. Werbetreibende aus der Versicherungsbrache finden im Internet damit eine effektive Plattform zur Ansprache bestehender und neuer Zielgruppen und können so einen zusätzlichen Vertriebskanal erschließen.“
    Bietet man jetzt auch noch bedienungsfreundliche Oberflächen an, so kann dieser Vertriebskanal aus meiner Sicht noch zielstrebiger erschlossen werden.

    Aber: Ich denke, dass der Aspekt der persönlichen Beratung besonders bei Versicherungen im Internet eine wichtige Rolle spielen muss. In welcher Form auch immer… Es geht ja immerhin um eine Entscheidung fürs Leben oder zumindest für mehrere Jahre und nicht lediglich um den Kauf einer neuen Jeans. Ein sehr sensibles Thema also.

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