Beispiele für gute Flashbühnen – emotionale Ansprache und Usability Hand in Hand

(c)Hofschlaeger / pixelio

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Viele Nutzer kennen sie, die animierten und meist interaktiven Flashdesigns auf Webseiten. Animierte Bilder oder Videos sollen Aufmerksamkeit und Interesse schaffen. Onlineshops nutzen solche Flashbühnen, um Angebote aufmerksamkeitsstark darzubieten. Möglich wird die attraktive Darstellung ausgewählten Contents durch die Verwendung des Flash-Players. Er eignet sich durch seine enorme Skalierbarkeit in Hinblick auf Bild, Video und Ton hervorragend für multimediale Präsentationen.

Für die Verwendung von Flash spricht weiterhin seine hohe Verbreitung. Zur Zeit ist die aktuelle Zehnerversion nach einer Studie in Europa bereits bei 91,7% aller befragten Nutzer installiert.

In einer von eResult durchgeführten Befragung wurde die Verwendung von Flash positiv bewertet, wie der Beitrag von Nadine Päßler „Flash is back“ zeigt. Cristoph Anders weist in seinem Beitrag zu Aufmerksamkeitslücken auf Startseiten anhand von Blickdaten außerdem darauf hin, dass längere Startseiten, also größer als 2,5 Bildschirmlängen, häufig nur im sofort sichtbaren Bereich von allen Testpersonen betrachtet werden. Je länger die Seite, desto unwahrscheinlicher ist die Kontaktwahrscheinlichkeit mit nicht sofort sichtbaren Seitenanteilen. Hier kann man mit Flash, z.B. in Form einer „Flash-Bühne“, welche im sofort sichtbaren Seitenbereich positioniert ist, mehrere Informationen nacheinander darstellen und so Platz „nach unten“ einsparen.

Bei der Darstellung des Flashbühnencontents ist aber nicht nur die effektvolle Präsentation und ein ansprechender Inhalt allein ausreichend, nein – auch die Möglichkeit die Darbietung selbst bedienen zu können ist wichtig. Oder, wie Jane Stone es in ihrem Beitrag „5 Design Tips for Flash Banner Ads“ ausdrückt: „Readers want to feel in control. Therefore, give them some control.“

Wie aber können Flashanimationen bedient werden? Welche Bedienkonzepte gibt es?

Zu den einfachsten Bedienkonzepten gehört die Steuerung über Vorschaubilder in der Flashbühne selbst, wie das folgende Beispiel zeigt.

Zuerst fällt auf, dass der Inhalt der flashbasierten Präsentation den angebotenen Produkten und Dienstleistungen angepasst ist. Die Beeinflussung des aktuell angezeigten Inhaltes ist über Thumbnails, kleine Vorschaubilder, möglich. Diese Art der Gestaltung bietet sich an, wenn nur wenige Themen im Rahmen der Flashanimation dargeboten werden sollen.

Alternativ lassen sich Flashbühnen auch über herkömmliche Richtungspfeile bedienen. Diese sind zwar nicht sehr effektvoll, allerdings in ihrer Funktion auch von ungeübten Nutzern schnell verstanden.

Ein weiteres Beispiel für eine gelungene Bühne findet sich im Hochzeitsshop von Baur.de. Diese ist in ihrer Funktionalität und besonders in ihrer Erscheinung ein guter Hinweis darauf, dass es nicht immer spektakuläre Animationen sein müssen die begeistern. Gerade durch die eher sanfte Darstellung des Angebotes wird Aufmerksamkeit für das Wesentliche – das Angbot – frei. Per Mouse-Over können die einzelnen Kategorien erfahren und per Klick betreten werden.

Will man deutlich mehr Informationen innerhalb einer Flash-Bühne präsentieren, sollte gleichzeitig das Ausmass der Einflussmöglichkeiten durch den Nutzer vergrößert werden um diesen nicht zu überfordern. So z.B. das er nicht nur die Anzeige des Inhalts, sondern auch auf dessen Anzeigegeschwindigkeit beeinflussen kann, wie dieses Beispiel zeigt.

Über einen “Start” und “Pause”-Button lassen sich die Animationen nutzergesteuert bedienen. Richtungspfeile oder Filterung nach bestimmten Themengebiete ermöglichen ein schnelles navigieren durch das in der Bühne präsentierte Angebot. Diese Art der Bedienung fasst viele positive Konzepte zusammen. Der Nutzer kann den Inhalt selbst erfahren ohne auf eine Animation warten zu müssen. Er kann außerdem die Animation vollständig stoppen, sollte es ihm einmal zu schnell gehen. Durch diese Bedienmöglichkeiten wird Frust auf Seiten der Nutzer vermieden, denn er ist den Animationen nicht hilflos ausgeliefert und bleibt aktiv und ist nicht nur reaktiv.

Was bleibt? Die präsentierten Beispiele zeigen, dass Informationsvermittlung und Unterhaltung gleichzeitig möglich sind. Dabei ist es immer wichtig, dem Nutzer die Möglichkeit zur Beeinflussung des angezeigten Flashbühneninhaltes zu geben.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema Flash? Wo sehen Sie Vor- und Nachteile bei dessen Einsatz? Ich freue mich auf Ihre Kommentare!

10 Gedanken zu „Beispiele für gute Flashbühnen – emotionale Ansprache und Usability Hand in Hand

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  3. Ute

    Mich nervt Flash – nach wie vor – fast immer. Vieles was in HTML völlig normal ist funktioniert einfach nicht:
    – neue Seiten in einem neuen Tab öffnen
    – Inhalte kopieren
    – ganz einfach Schriftgrößen ändern

    Aus meiner Sicht sollte Flash für spezielle Effekte eingesetzt werden, aber nicht als Standard um Seiten anzusehen.

    Ganz grässlich finde ich die Idee statt einer langen HTML-Seite lieber Flashbühnen anzubieten. Mich schreckt das ab. Sehr häufig ist Flash im Vergleich zu gut gemachten HTML-Seiten auch krötenlangsam.

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  4. Matthias Stöbener

    Mir geht es ähnlich wie Ute. Ich bin sogar Shops gegenüber, die sehr viel Flash einsetzen, besonders kritisch und denke, die wollen mir mit viel Bohei etwas aufdrücken. Ich liebe es sachlich und schlicht, denn so komme ich meist viel schneller zu dem, was ich suche.

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  5. Thorsten Wilhelm

    @ Ute, @ Matthias Stöbner: euere Einschätzungen spiegeln sehr gut wieder, was man aktuell in den meisten Usability-Tests auch von Nutzerseite zu hören bekommt. Diese sind in den meisten Fällen von Flash Anwendungen, Animationen, sich bewegenden Elementen etc. „genervt“. Fragt man nach warum, dann wird häufig die Aussage getroffen: „Brauche so was nicht, die Inhalte und auch die Funktion der Animation & Anwendung sind nicht nützlich!“
    Und ich glaub hier liegt ein entscheidender Punkt: Flash & Co. werden derzeit leider allzu oft dann eingesetzt, wenn etwas „schön und ansprechend“ daherkommen soll. Und das sind dann meist solche Dinge wie „werbliche Hinweise“, die für den Nutzer einfach keine Relevanz haben. Man baut schnell mal eine Flash-Anwendung um auf der Startseite eines Online-Shops ein Modespezial vorzustellen, eine aufwändige Flash-Animation um auf der Programmansicht eines Kinoportals den neuesten Film anzuteasern und auf einem Reiseportal setzt man Flash ein, wenn es darum geht eine Reiseregion emotional ansprechend und gleich auf de Startseite vorzustellen.
    Alle das ist nett, aber eben leider nicht funktional, 99% der Nutzer brauchen das alles nicht in dem Moment wo sie mit der Anwendung konfrontiert werden.
    Schade eigentlich – wieso machen sich Flash-Entwickler und Designer nicht mal Gedanken darüber wie man Bewegung und Animation so einsetzen kann, dass der Nutzer „unterstützt“ wird, eher einen nützlichen Mehrwert davon hat?
    Als ein gutes Beispiel für so was hab ich letztens hier im Blog so genannte Produkt Tours kennengelernt, da macht Flash & Co. m.E. Sinn:
    –// http://www.usabilityblog.de/2009/12/product-tours-die-bessere-beratung-fur-den-kunden/
    wie seht ihr das? Gibt es weitere gute Beispiele?

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  6. Matthias Stöbener

    Product tours. Hmmm, alles zu Beginn stört mich. Es läuft automatisch ab, ich kann nicht eingreifen und die Werbesprache stößt mir gewaltig auf. Mir würde es reichen, die 360-Grad-Drehung, die Bilder und mehr Information zu haben. Aber für die Bilder und „Mehr Information“ brauche ich keinen Flash. Und auch nicht die im Hintergrund dudelnde dämliche Musik. Statt Flash würde ich mir dazu lieber ein Streaming-Video ansehen, in dem gezeigt wird, wie jemand mit der Kamera umgeht.

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  7. Ute

    Mir geht es wie Matthias, ich bin selbst bei den nur 55 Sekunden genervt, ich mag Videos jedoch grundsätzlich nicht sonderlich.

    Irgendwelche Musik, die ich mir nicht explizit ausgesucht habe ist für mich immer ein ganz klares no-go.

    Ich bin überzeugt, dass es eine grundsätzliche Vorliebe bei Nutzern gibt. Manche mögen Filme oder Videos, manche wollen viele Bilder, manche Podcasts und manche Text.

    Klar, kann man nicht immer alles anbieten, aber in 95% aller Fälle meine ich, sollte ein Flash-Video nicht einzig mögliche Alternative sein. Auch dann nicht, wenn es sehr gut gemacht ist.

    Für mich ist Flash einfach zu langsam. Ich kann Seiten mit Text und einigen Bildern sehr schnell erfassen und entscheiden, ob die gewünschte Information enthalten ist. Bei Flash bin ich gezwungen mir das ganze anzusehen. Um bei dem Beispiel mit der Kamera zu bleiben:
    Auf einer Produktseite, die mir Textinfos gibt und einige Bilder wüsste ich sehr schnell, ob ich mehr wissen will, ganz sicher in weniger als 10 Sekunden.

    Die Flashversion zwingt mir 55 Sekunden auf, um festzustellen, was enthalten ist.

    Wollte ich mir einen Überblick über Kameras verschaffen, dann möchte ich zunächst Produktseiten, die mir auf einen Blick die ersten wichtigen Infos geben. Aus vielleicht 30 Angeboten würde ich meine Wahl eingrenzen. Nur für die letzten 3, 4 dieser engeren Auswahl wäre ich an weiteren Infos interessiert. Könnte ich dann noch einen Film sehen, der zeigt, wie ich mit der Kamera umgehe, fände ich das prima. Dieser Film dürfte auch Flash sein.

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  8. Christoph Anders

    Hallo zusammen,

    ich sehe das Thema Flash & Co ähnlich wie hier schon beschrieben. Flash bietet aus meiner Sicht einen erheblichen Mehrwert, wenn es als Zusatzangebot in eine Seite integriert wird bspw. um mehr Details zu einem Produkt zu bieten. Hier können auch gern Musik und andere Elemente abgespielt werden, nur muss ich selbst enstscheiden können, ob ich das möchte oder nicht und dazu ist es wichtig, dass ich sofort sehe, wo ich störende Elemente abschalten kann. Ich möchte selbst wähle was mir Spaß macht und welche Informationen ich betrachte.

    Als Navigationskonzept oder vollständige Alternative zu HTML&Co denke ich hat Flash aus den beschriebenen Nachteilen noch keine wirkliche Chance, auch deshalb nicht, weil der Nutzer sich jedes mal neu orientieren muss wie das Flash-Element funktioniert.

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  9. Pingback: Probleme bei Benutzerfreundlichkeit von Flash | benutzerfreun.de

  10. Peter Schweizer

    Hallo liebe Mitstreiter, die gezeigten Beispiele illustrieren schön, wo das Problem liegt: Flash an einer Stelle einzusetzen, an der drei Zeilen Javascript denselben Effekt haben, ist einfach unnötig. Leider arbeiten noch viel zu viele Kollegen nach dieser Maxime anstatt sich Gedanken über den sinnvollen Einsatz von Flash zu machen. Dann würden die Benutzer das auch akzeptieren und nicht als sinnloses Geflimmer bezeichnen. Ich haben verschiedene Konfiguratoren, unter anderem einen Bewässerungsplaner für GARDENA in Flash entwickelt und hier war diese Technik die einzige Möglichekeit, die gestellte Aufgabe zu lösen.

    Wenn sich mir die Frage nach Flash oder nicht stellt, steht vor allem die Frage „lässt sich das auch mit Standardtechnik erledigen“ und „macht es Sinn, hier mit Kanonen auf Spatzen zu schießen“. In 80% der Fälle kommt man dann auch ohne das Flash-Geflimmer aus.

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