Surfverhalten im Web: Wie viele unterschiedliche Websites werden genutzt?

websurfen

Sie rufen Ihre Mails ab, nehmen ein Telefonat an, sprechen mit Kollegen und dann…
dann rufen Sie Ihren Browser auf um zu Surfen.

Frage: Wie viele unterschiedliche Websites rufen Sie während einer Surfsession auf?
Also betrachtet vom Zeitpunkt des Browseraufrufs bis hin zur Zuwendung zu einer anderen Tätigkeit.

Genau diese Frage haben wir 600 Webnutzern/-innen aus Deutschland gestellt (onlinerepräsentative Stichprobe).

Was uns zusätzlich interessierte:

  • Hat sich da etwas geändert in den vergangenen 1-2 Jahren?
  • Nutzen deutschsprachige Webnutzer/-innen immer mehr oder immer weniger unterschiedliche Websites während einer Surfsession?

Methodische Vorgehensweise

Surfsession – 10 Leute fragen was sie darunter verstehen, 8 unterschiedliche Antworten erhalten!

So unsere These. Daher haben wir diesen Begriff zunächst eingeführt und den Befragungsteilnehmern im Detail beschrieben.
Die Befragungsteilnehmer sollten unter einer Surfsession den Zeitraum zwischen zwei unterschiedlichen Tätigkeiten verstehen. Mit einer festgelegten Ausgangstätigkeit: Dem Zugriff auf das Web über einen Browser.

Letzte Aufgabe und Anforderung an die Befragten:
„Bitte denken Sie an Ihre letzte Surfsession!“

Surfsession Messung
Surfsession: So haben wir den Begriff definiert und gemessen!

Die Ergebnisse…

Nach der Schaffung eines einheitlichen Begriffverständnisses haben wir die erste Frage gestellt:
„Wie viele unterschiedliche Websites haben Sie genutzt?“

Surfsession Site-Anzahl
Anzahl genutzter Sites pro Surfsession (im Durchschnitt)

Erste Erkenntnis:
Im Mittel werden 6 unterschiedliche Websites genutzt.

Die Daten weisen eine relativ große Streuung auf. Immerhin 15,2% nutzen pro Session 11 oder mehr Sites. Ein aus unserer Sicht sehr hoher Wert.

Was hat sich in den vergangenen 1-2 Jahren geändert? Das war unsere zweite Fragestellung.

Surfsession Veränderung
Veränderung der Anzahl genutzter Sites pro Surfsession

Surfen ist (wieder) in!

2 von 3 Webnutzern surfen während einer Session mehr Websites an als in der Vergangenheit.
Wir finden die Ergebnisse super interessant, und Sie?
Welche Schlüsse ziehen Sie aus den Studienergebnissen? Worin sehen Sie die zentralen Gründe und Erklärungen für diese Daten?

Methodische Eckdaten und Studienband:
In der eResult Download-Area können Sie einen Berichtsband zur Studie herunterlagen:
eResult Studie zum Surfverhalten im Web.

Die Daten wurden über den eResult Omnibus erhoben – einer monatlich durchgeführten Mehrthemenbefragung.

8 Gedanken zu „Surfverhalten im Web: Wie viele unterschiedliche Websites werden genutzt?

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  3. Thorsten Wilhelm

    @ Goran: Vielen Dank für Deine Anmerkung.
    Es gab in der Vergangenheit diverse Aussagen und Studienergebnisse, die im Groben den Inhalt aufwiesen, dass Webnutzer/-innen mit zunehmender Web-Erfahrung ein festes Surfrevier entwickeln. D.h. sie hanben eine handvoll Sites, die sie immer wieder nutzen, z. B. Shops auf denen sie immer bestellen, Reiseportale auf denen sie buchen, Newsportale auf denen sie sich informieren usw. Begründung war: Nach einer Phase des sich erkundens entscheidet man sich für eine handvoll Sites und denen bleibt man dann treu. Die Motivation andere Sites derselben Kategorie aufzusuchen ist nicht mehr vorhanden bzw. nimmt mit der Zeit ab.
    Dem scheint aber nicht so zu sein, denke u.a. liegt das auch daran, dass mit Blogs, sozialen Netzwerken und auch zunehmend Twitter immer mehr Portale aufkommen, auf denen man in kurzen Texten wieder viele Linktipps entdeckt und so zum Surfen (spricht: erkundenden Surfen) wieder motiviert wird.

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  4. Goran

    Soweit klar. Aber schließt das Eine das Andere aus? Ein Web-Erfahrener wird auch weiterhin seine Standardseiten haben, die er immer wieder nutzt. Dank der Netzwerke und Portale bekommt er jetzt lediglich schneller mehr Links, die er früher durchs Surfen eher zufällig gefunden hat.

    Die Frage, die ich mir dabei stelle ist, wie viele der heutigen Links den Weg ins Standardrepertoire des Web-Erfahrenen finden und wie viel Zeit heute auf den Links verbracht wird?

    Denn wenn nur geklickt und wieder geschlossen wird – weil eben die Anzahl der Links, aber nicht die Zeit mehr geworden ist und die Links an Gleichgültig-/Belanglosigkeit gewinnen – UND man wieder auf seine Standardseite geht, hat das doch erstmal weniger mit „mehr surfen“ zu tun als früher, oder nicht? Ich steh der Aussage „Surfen ist (wieder) in!“ daher noch ein wenig kritisch gegenüber.

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  5. Thorsten Wilhelm

    @ Goran: ja, das ist ein interessanter Aspekt.
    In der Studie haben wir das Thema “Besuchdauer” nicht erhoben.
    Die Aussage “Surfen ist wieder in” basiert auf den Daten, die besagen, dass 65% immer mehr unterschiedliche Websites in einer Session nutzen.
    Wir haben nicht ermittelt, wie lange sie die einzelnen Websites nutzen.
    Das wäre eine Folgestudie wert, finde ich.

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