Benutzerfreundlich? Die kleinen Tücken des Alltags

eingesandte BilderWie schon häufiger im vergangenen Jahr haben wir wieder Teilnehmer des Online-Access Panels der eResult GmbH um Einsendungen gebeten. Dieses Mal ging es um die Aufgabe „Schicken Sie uns ein Bild von etwas, was Sie als unpraktisch empfinden, egal ob Gegenstand oder Software.“
Entsprechend  fanden sich unter den Einsendungen die  „Gegenspieler“ der im Beitrag „Benutzerfreundlich: Die kleinen Helfer im Alltag“ vorgestellten Gegenstände oder Applikationen.
Neben einigen Gegenständen, die nur wenig nützlich sind, wie z.B. Hemdenfalter oder  Nagellack für Hunde finden sich Weboberflächen, die sich durch eine umständliche Nutzerführung auszeichnen.
Der Großteil der eingesandten  Bilder zeigt aber Gegenstände, die eines gemeinsam haben: Offensichtlich stand bei ihnen die Handhabbarkeit bei der Entwicklung nicht im Mittelpunkt, oder sie wurden zumindest nicht ausreichend vor dem Verkauf getestet:
Drei der eingesandten Beispiele möchte ich etwas näher beschreiben:

WasserhähneZum einen sind die getrennten Wasserhähne für heißes und kaltes Wasser zu nennen. Sie führen dazu, wie vom Einsender gut nachvollziehbar beschrieben, dass man das Wasser, wenn man es lauwarm haben möchte quasi in der Hand mixen muss. Da das wahrscheinlich bei dem Abstand der Hähne so gut wie unmöglich sein dürfte, kann sich das Ergebnis wahrscheinlich jeder vorstellen: Entweder man hat eiskaltes Wasser auf der Hand, oder es besteht die Gefahr, sich zu verbrennen. Sicherlich hinterlässt dieses Waschbecken keinen angenehmen Eindruck.

USB-AusgängeEin weiteres Beispiel, mit dem sicher auch schon der eine oder andere Bekanntschaft gemacht hat, ist die unpraktische Platzierung von USB-Anschlüssen an Rechnern. Häufig sind diese nicht auf der Seite des Geräts platziert, die man gut erreicht oder an der man sie benötigt (z.B. für die Maus). Ebenso häufig kommt es allerdings zu dem auf dem Bild gezeigten Problem. Die Anschlüsse sind so eng zusammen, dass man, wenn man etwas ausladendere Sticks nutzt nicht beide Anschlüsse verwenden kann und so unter Umständen zu wenige USB-Anschlüsse zurzeit zur Verfügung hat.

RucksackDas dritte Beispiel zeigt einen Fotorucksack, bei dem man erst sämtliche Schnüre aufmachen muss, bevor man den Inhalt ein- und auspacken kann. Sicherlich haben alle diese Schnüre irgendeine Funktion, allerdings beeinträchtigen sie die Hauptfunktion der Tasche- das Transportieren, Ein- und Auspacken der Kamera offenbar erheblich. Auch die Tatsache, dass der Boden des Rucksacks scharfe Kanten hat, die beim längeren Tragen am Rücken scheuern ist sicherlich nicht besonders benutzerfreundlich.

Alle 3 Beispiele zeigen meiner Ansicht nach eindrucksvoll, wie relevant es ist, die Bedürfnisse der Nutzer hinsichtlich der Handhabbarkeit von Gegenständen zu berücksichtigen. Sonst ist das Erleben des Produkts innerhalb kurzer Zeit negativ, egal wie hochwertig die Materialien, innovativ die Funktion an sich oder schick die Optik ist.
Und offenbar ist es dafür nicht immer ausreichend, die potentielle Verwendung während des Designprozesses zu durchdenken, denn das möchte ich keinem der Entwickler der gezeigten Produkte absprechen. Vielmehr scheint es nötig zu sein, jedes Produkt in möglichst realitätsnahen Gebrauchssituationen zu testen, denn sonst wird nur allzu leicht etwas Entscheidendes übersehen.

Sicher können Sie auch von ähnlichen Usability-Tücken berichten, oder? Ihre Meinung und Beispiele dazu würden mich sehr interessieren.

Ein Gedanke zu „Benutzerfreundlich? Die kleinen Tücken des Alltags

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