Nachrichten einmal anders aufbereitet – Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte

Auf stern.de bin ich auf eine interessante Lösung gestoßen, die Nachrichten des Tages darzustellen. Recht unscheinbar am linken Seitenrand gibt es eine kleine Schaltfläche, die zum stern.de-Mosaik führt. Klingt spannend. Was das genau ist? Sehen Sie selbst…

Man gelangt auf eine Seite, auf der zunächst kein Text zu sehen ist. Die Bilder bzw. Fotos des Tages stehen im Mittelpunkt und ermöglichen einen schnellen Scan:

Stern.de-Mosaik

Bewegt man den Mauszeiger über die Bilder, so werden diese optisch hervorgehoben, ein Klick öffnet eine Vorschau auf den Artikel (der Hintergrund wird dabei dunkel) sowie direkt weitere verwandte Lesetipps oder auch Videos und Foto-Streams (erkennbar an den Symbolen, die sind allerdings nicht klickbar, sondern lediglich die Headlines).

Stern.de-Mosaik Artikelvorschau

Vermutlich dient das Mosaik meist für einen ersten Überblick über die Geschehnisse des Tages, und anschließend navigiert man wieder „normal“. Als alternativer Einstieg finde ich das eine tolle Idee. Allerdings muss man natürlich die Bilder und Personen schon irgendwie zuordnen können, um an relevante Beiträge zu gelangen.

Meiner Meinung nach auch sehr ansprechend dargestellt in Punkto Bildgröße und Anzahl der Bilder und somit eine willkommene Abwechslung. Die Bilder werden übrigens bei jedem Aufruf neu arrangiert, eine systematische zeilen- oder spaltenweise Vorgehensweise wie in einer Zeitung ist somit nicht möglich.
Als Erweiterung könnte ich mir noch vorstellen, dass es auch hier die Möglichkeit gibt, nach Ressorts zu filtern, also z.B. Nachrichten nur aus Politik oder Sport.

Was halten Sie von dem Ansatz, Nachrichten über Bilder zu entdecken?

Eine andere Alternative, die Steffen Heim bereits vorgestellt hat in Zusammenhang mit dem Zugang zu Nachrichten, ist der Article Skimmer – auch einen Blick wert!

5 Gedanken zu „Nachrichten einmal anders aufbereitet – Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte

  1. Pingback: Twitter Trackbacks for Nachrichten einmal anders aufbereitet - Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte | usabilityblog.de [usabilityblog.de] on Topsy.com

  2. David Eißler

    Ein klassisches Beispiel dafür, dass der Satz mit den „1000 Worten“ aus der Headline eben so einfach NICHT stimmt.
    Ein Bild enthält viele Informationen, ja. Manche davon sind auch durchaus schnell zugänglich. Zum Beispiel die Information, die über kulturell erlernte Warnfarben transportiert wird: Vorsicht! Oder in diesem Beispiel die Farbe „Gelb“ für „Deutsche Post“.
    Allerdings „sagen“ Bilder ihre Informationen ganz anders, als Worte das tun. Anders, nicht unbedingt mehr. Und einige Typen von Informationen kommuniziert man mit Bildern durchaus leichter als Worte. Das gilt aber auch umgekehrt! Die Frage ist also: Sind Bilder (und zwar NUR Bilder) der geeignete, also der am leichtesten zugängliche Weg der Kommunikation?
    Meiner Meinung nach werden die Informationen, die ich persönlich (!) in einer Zeitung suche, durch so einen Bildcluster überhaupt nicht gut kommuniziert: Ich bekomme keinen schnellen Überblick über aktuelle Geschehnisse, kann nicht schnell mit meinen Augen nach bekannten Stichwörtern suchen, ein Gefühl für die wichtigsten Themenschwerpunkte bekommen und z.B. schnell zwischen wichtigen Kategorien (Politik, Wirtschaft, Sport etc.) unterscheiden. Stattdessen muss ich zuerst die Bildsprache dechiffrieren und in einen Zusammenhang mit möglichen Themen bringen. Ein bisschen „Raten“ ist dann schon notwendig.
    Aber natürlich kommt es auf meine Absicht an: Wenn ich gerade Lust zum „Rumsurfen“ habe, mich gerne überraschen lasse – dann ist das eine schön gemachte Flashgallery, die wirklich Lust macht. Super, wenn ich mich durch die Bilder eines Fotografen oder durch Kunstwerke klicken möchte. Aber an meinem Ziel, das mich persönlich auf die Website einer Zeitung führt, geht das vorbei und wird eher zur netten aber nicht notwendigen Spielerei.

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  3. Nicole Haase

    Gut, der Mensch ist zwar ein Augentier, aber wieviel Zeit braucht mein Auge um diese Fülle an Angebot zu sortieren und das Wichtigste (für mich Spannende) zu filtern?
    Eventuell ist die bisherige Textvariante doch vorzuziehen…

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  4. Goran

    Das Problem ist hier, denke ich, dass die Motive in den Bildern nur das Subjekt, aber nicht den Kontext zeigen, d.h. ich muss ein Einzelfall WISSEN, dass Petra Schürmann gestorben ist. Ansonsten sagt mit das Bild nicht mehr aus, als das es um Petra Schürmann geht.

    Trotzdem bietet so eine Bilderwand einen guten Überblick und einen interessanten Weg sich explorativ bestimmten HAUPT-Themen zu nähern. Wenn ich also generell eine Interesse an Fußball habe, dann schaue ich mir eben an, was es mit Mario Gomez auf sich hat. Als Politikinteressierter schaue ich dann eben nach, wesahlb die Merkel wieder so ein Gesicht zieht. Aber letztenendes muss ich dann noch nachlesen, was genau passiert ist.

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  5. Anja Weitemeyer Beitragsautor

    Vielen Dank für die interessanten Kommentare zum Nachrichten-Mosaik.
    @ David Eißler: Ich hatte tatsächlich überlegt, dem Titel ein Fragezeichen hinzuzufügen. Genau diesen Punkt sehe ich nämlich auch und dieses spricht ja auch Goran an: Man braucht bereits ein gewisses Hintergrundwissen, um die Bilder überahupt einordnen zu können. Um sich umfassend über die Ereignisse des Tages zu informieren ist diese Aufbereitung ganz sicher nicht geeignet. Eher für den explorierenden Nutzer, der anhand bestimmter Personen oder Unternehmen aufmerksam wird, und dort nähere Informationen abrufen möchte. Aus meiner Sicht als alternativer Einstieg eine willkommende Abwechslung zu den nüchternen Standard-Nachrichten-Seiten, aber gewiss kein Ersatz.

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