So wirken Sie seriös aus Nutzersicht

KrawatteViele Unternehmen legen viel Wert darauf, einen seriösen Eindruck zu vermitteln. Deshalb wird in der allgemeinen Kommunikation, beim Firmensitz und natürlich auch auf der Website auf eine seriöse Gestaltung geachtet. Grund genug, wie schon vorher zu den Begriffen „modern“ und „innovativ“ auch zu dem Begriff „seriös“ einmal zu fragen, was eigentlich Internetnutzer mit diesem Begriff verbinden. Um diese Frage zu klären haben wir wieder Mitgliedern des Online-Access Panels der eResult GmbH die Aufgabe gestellt, uns ein Bild von etwas einzusenden, was auf Sie besonders seriös wirkt.
Unter den vielen Bildern fielen 3 Typen von  Einsendungen besonders ins Auge.

Sehr häufig waren auf den Einsendungen Männer in Anzügen oder auch nur die Anzüge selbst zu erkennen. Krawatten zählen ebenso in diese Kategorie der Einsendungen wie Rasierer, die ein zusätzliches „Symbol für den gepflegten und damit seriösen Auftritt eines Geschäftsmanns darstellen“, so die Begründung eines Einsenders.
FahrzeuginnenraumWeiterhin häufig eingesandt wurden Bilder hochwertiger Produkte und Marken, wie z.B. Mercedes, Lufthansa und BMW. Im Vordergrund standen dabei Bilder von Fahrzeugen der entsprechenden Hersteller, aber auch Markenlogos und einzelne Produktdetails.
FlaggenEin drittes, häufig zu findendes Motiv auf den eingesandten Bildern waren Flaggen, unter anderem die der Schweiz oder auch die Europa-, Staats- und Landesflaggen, die vor Verwaltungsgebäuden zu finden sind.
Meiner Ansicht nach lassen sich aus diesen kurz beschriebenen Einsendungen einige Kriterien für einen „seriösen“ Webauftritt ableiten:
Traditionelle Werte sollten beachtet und möglichst in den Vordergrund gerückt werden. Darauf lassen die häufig eingesandten Bilder traditioneller Kleidung schließen. Für die Gestaltung einer Website kann das bedeuten, nicht jedem Trend sofort zu folgen, sondern stattdessen auf bewährtes und bekanntes zu setzen. Aber auch beispielsweise die (telefonische) Erreichbarkeit eines persönlichen Ansprechpartners stellt in diesem Sinne einen traditionellen Wert dar.
Ein weiteres Kriterium für einen seriösen Webauftritt ist die Verwendung von dunklen Farben wie Schwarz oder ein dunkles Blau. Diese Farben finden sich häufig in den Anzügen, aber auch in den abgebildeten Fahrzeugen und anderen Gegenständen wieder.
Die Bereitstellung eines hochwertigen, langlebigen Produkts, wie es in allgemeinen durch „teure Marken“ angeboten wird spiegelt ebenso ganz offensichtlich Seriosität wider. Ebenso scheinen Kontinuität und wiederum Tradition, wird durch Länder wie die Schweiz symbolisiert zu einem seriösen Image beizutragen.

Nichts Neues, werden Sie jetzt vielleicht denken.
Eine Erkenntnis ist meiner Meinung nach dennoch nicht selbstverständlich. Zeigen doch besonders die letzten beiden Kriterien meiner Ansicht nach, dass Seriösität tatsächlich erst durch Zuverlässigkeit gewonnen wird. Auch die Tatsache, dass kaum Gütesiegel o.ä. eingesandt wurden bestätigt die Annahme, dass das „Aufsetzen“ einer seriösen Optik durch eine entsprechende Gestaltung allein vermutlich nur kurzfristigen Erfolg bringt. Solange die eigentliche Dienstleistung oder das Produkt nicht die dadurch geweckten Erwartungen erfüllt, wird sich der seriöse Eindruck nicht lange halten.

Viele der eingesandten Bilder haben natürlich auch die eigenen Vorstellungen bestätigt und können damit Sicherheit im Gestaltungsprozess bringen.
Dennoch bekommt man durch die Befragung der Nutzer teilweise unerwartete Assoziationen und Ideen für die Gestaltung. Deshalb freue ich mich schon auf die nächsten Einsendungen.
Zu welchem Thema würden Sie gern mal Einsendungen erhalten, was sollten wir Ihrer Meinung nach unsere Panelteilnehmer mal als Aufgabe geben?

2 Gedanken zu „So wirken Sie seriös aus Nutzersicht

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  2. Hans-Joachim Gras

    Interessante Fragestellung und Methode. Die Erkenntnisse sind vielleicht nicht umwälzend, aber ich finde bemerkenswert, wie man mit der Bildereinsendung subjektive Assoziationen und Wahrnehmungen einigermaßen objektivieren kann.

    Vielen Dank!
    Hans-Joachim Gras

    Antworten

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