Volle Kraft voraus! Das Suchen und Buchen von Kreuzfahrten

Kreuzfahrten sind im Trend
Kreuzfahrten sind im Trend

Im vergangenen Jahr war in der Tourismusbranche eine gewisse Zurückhaltung bei langfristigen Buchungen zu spüren. In der Folge stieg das Angebot an Last Minute-Reisen deutlich. Nicht nur bei klassischen Pauschalangeboten, auch im Kreuzfahrtsegment war dies zu beobachten. Früher galten Kreuzfahrten als teuer und etwas versnobt. Doch mittlerweile sind diese Urlaube besonders bei kurzfristigen Buchungen erschwinglich geworden. Dies führt dazu, dass die Kundschaft nicht mehr nur aus älteren Kunden besteht.
Dennoch sind Senioren die Hauptzielgruppe von Kreuzfahrtanbietern. Und dies macht Kreuzfahrten auch zu einem relativ krisensicheren Geschäft. Bei den „Best Agern“ sind Arbeitsplatzangst und Einkommenseinbußen kaum ein Thema und reiselustig sind sie in der Regel sowieso (siehe Beitrag zum Thema Travel-Commerce). Nicht zuletzt die demografische Entwicklung lässt darauf schließen, dass Kreuzfahrer in Zukunft deutlich mehr als die aktuell zu verzeichnenden ein Prozent aller Pauschal-Urlauber ausmachen werden. Schon 2008 stieg die Anzahl der Passagiere um 18,9% gegenüber dem Vorjahr auf 906.000. Die erwarteten Zahlen für 2009 prophezeihen den Sprung über die Millionengrenze.

Grund genug sich einmal den Websites der Anbieter zu widmen. Wie stimmen Sie ihre Nutzer auf den Urlaub auf hoher See ein? Wie gut werden die Bedürfnisse älterer Nutzer berücksichtigt?
Im Vergleich fällt zum Beispiel die Website von AIDA positiv auf: Große Bilder und attraktive Angebote auf der Startseite machen neugierig. Zu dem gibt es eine Kreuzfahrtsuche via Kartentool, als Alternative zur Suchmaske.
Ein nettes Extra sei im Folgenden als Video dargestellt: Über einen interaktiven Globus lassen sich die Standorte der einzelnen Schiffe verfolgen:

Auch TUICruises versucht mit einem sehr großen Einstiegsbild die Lust auf Urlaub zu wecken. Etwas unkonventionell wirkt der Reiter „Preissuche“ – in erster Linie sucht der Nutzer ja eine Reise, der Preis findet sich dort sowieso. Gut gelöst ist auf diesem Angebot aber der virtuelle Rundgang auf dem Schiff. Neben den anderen interessanten Informationen und Bildern über „Mein Schiff“ (so heißt es tatsächlich) bekommt man einen sehr guten Eindruck von verschiedenen Innenansichten. Dabei sieht man im rechten Bereich stets, welchem Ausschnitt vom Raum man gerade betrachtet:

Insgesamt wirken jedoch viele der deutschsprachigen Websites der Kreuzfahrtanbieter etwas überladen und teilweise sehr bunt. Wesentlich hochwertiger muten dagegen die amerikanischen Online-Auftritte an. Die Gestaltung, Formen und Farben hinterlassen den Eindruck von hochwertigen Reisen auf luxuriösen Schiffen. Gerade bei Senioren, die viel Wert auf Sicherheit und Seriösität liegen, düften diese Sites besser ankommen.
Die Suchfunktionen sind sehr unterschiedlich gestaltet. Der Nachteil von Pull-Down Menüs besteht ja oft darin, dass die zur Verfügung stehenden Optionen nicht sofort sichtbar sind. Gerade wenn eine Auswahl nachfolgende Optionen verringert, merkt das der Nutzer nicht. Fährt zum Beispiel ein Schiff, das man wählt, gar nicht in eine bestimmte Region, entfällt diese Kombinationsmöglichkeit, ohne dass der Nutzer dies sofort nachvollziehen kann. Eine Alternative wird zum Beispiel bei Princess Cruises angeboten. Hier sind alle Optionen sichtbar und diejenigen, die durch vorherige Auswahl entfallen, ändern die Farbe. Eine Legende dazu ist ebenfalls integriert:

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Was ist bei Internetauftritten von Kreuzfahrtanbietern besonders wichtig? Haben Sie vielleicht schon einmal eine solche Reise online gebucht?

5 Gedanken zu „Volle Kraft voraus! Das Suchen und Buchen von Kreuzfahrten

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  2. Kreuzahrtinspektor

    Wurden die Web-Angebote der Reedereien/Kreuzfahrtveranstalter vor wenigen Jahren noch sehr stiefmütterlich behandelt, hat sich aktuell einiges getan. Mittlerweile gibt es nicht nur ausführlichere Infos zu den Kreuzfahrten, sondern auch die Buchungsfunktionalitäten die immer weiter ausgebaut werden; bis hin zu Online-Abfragen der Vakanz – man kann also schon vorher sehen welche Kabinen noch frei sind und diese konkret buchen.. Die Portale sind also mehr als nur eine Visitenkarte der Veranstalter, um nur auf die Buchung im Reisebüro hinzuweisen.

    Bei TUI Cruises (Lautsprecher einschalten) gefällt mir sehr die Einstiegsmusik, die irgendwie Laune auf Urlaub macht, bei Aida ist es die CI mit den geschwungenen Linien und passenden Farben.

    Zum buchen an sich würde ich den „Gang“ zum Online-Reisebüro empfehlen, weil es dort u.a. oft noch Zugaben in Form von Rabatten oder Bordguthaben gibt, und man alleine schon wegen der Vielzahl der Online-Reisevermittler die größte Auswahl hat und auch die Webpräsenzen insgesamt besser und ausgebauter sind. Nachteile zur direkten Buchung beim Kreuzfahrtveranstalter gibt es nicht, wobei es natürlich Unterschiede in der Beratung geben kann.

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  3. Elske Ludewig

    Vielen Dank für den interessanten Kommentar. Ich habe auch den Eindruck, dass die Websites der Kreuzfahrtanbieter sich deutlich weiterentwickelt haben. Dennoch frage ich mich, ob wirklich alle Zielgruppen angemessen angesprochen werden. Dazu fehlen mir jedoch konkrete Informationen zur Nutzerschaft von Aida.de und den anderen.
    Interessant auch, dass Sie die Beratung ansprechen. Gerade das ist für viele ältere Nutzer noch ein Grund in das örtliche Reisebüro zu gehen (siehe Beitrag „Travel-Commerce“). Hier besteht also noch einiges Potenzial die Websites von Kreuzfahrtanbietern noch attraktiver und erfolgreicher zu machen.

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  4. Kreuzfahrtinspektor

    Gerade bei Kreuzfahrten ist die Repeater-Quote – also die Anzahl derer die ein Schiff oder einen Veranstalter schon kennen – recht hoch, und bei diesen Urlaubern der Beratungsbedarf entsprechend gering/geringer, und der Vorteil einer einfachen und schnellen Buchung über das Internet größer.

    Ich hätte diesbzgl. aber auch erwartet das „virtuelle Berater“ (z.B. Anwendung auf reifen.com) sich schneller durchsetzen, um auch technikunaffineren Nutzern durch das Angebot zu leiten.

    Auch die Verzahnung mit Newslettern, After-Sales Betreuung steckt noch in den Kinderschuhen. Oft bekommt man Infos die man nicht braucht, sucht man sie, werden sie nicht sofort angeboten.

    Letztlich wollen die Kreuzfahrtveranstalter aber die Reisebüros als Beratungs- und Buchungskanäle behalten und nicht verärgern, sodass hier der Seitenqualität mitunter auch Grenzen gesetzt sind – MSC Kreuzfahrten.de bietet z.B. gar keine Buchungsfunktionalität und verweist deutlich auf das Reisebüro und hat gar keine umfassende Beratungsintention.

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  5. Pingback: Themen im Januar 2010: Emotionen und Online-Shopping, Facebook-Applikationen, Texten fürs Web und Filterkonzepte | usabilityblog.de

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