On-Page-Befragungen – Einsatzbereiche und Möglichkeiten

Zum Sammeln von Informationen von Nutzern einer Website kennt man ja die klassische Onsite-Befragung. Mittels dieser Daten lassen sich z.B. Personas erstellen. Schwieriger ist die Erhebung von Bewertungen zur Seite, denn man weiß nicht sicher, zu welchem Zeitpunkt der Teilnehmer die Befragung ausfüllt und ob er die Seite vorher überhaupt ausführlich genutzt hat. Nachfolgend lernen Sie zwei neue Möglichkeiten kennen, um an genau solche Daten zu gelangen.

Um Feedback zu einzelnen Seiten des Angebots einzuholen bietet eTracker das Tool Visitor Voice an. Dem Nutzer steht nun auf jeder Seite des Angebots die Möglichkeit offen, einen Button in der linken oberen Ecke anzuklicken und sein Feeback abzugeben – sei es Lob, Kritik oder ein Vorschlag. Der Ablauf ist nachfolgend am Beispiel deuter.com dargestellt:

Startseite Deuter mit Feedback Möglichkeit oben links
Startseite von deuter.com mit Feedback-Möglichkeit

Klickt der Nutzer auf „Feedback“, so legt sich ein Layer über die Seite. In diesem kann der Nutzer dann sein Feedback zur aktuellen Seite in Form einer Sterne-Bewertungsskala (sehr schlecht – sehr gut) abgeben.

Zunächst soll der Gesamteindruck bewertet werden, anschließend kann man Feedback zu einem bestimmten Thema in ein Textfeld eintragen und zum Schluss werden noch 3 Fragen zum Inhalt, der Gestaltung und zur Bedienung der Seite gestellt.

Feedback-Layer ausgefüllt
Feedback-Layer ausgefüllt

Ein abschließender Klick auf „senden“ speichert die Daten und der Nutzer kann normal weitersurfen.
Auf diese Weise erhält man seitenbezogenes Feedback und viele Anregungen für die Optimierung des Angebots direkt vom Nutzer im Augenblick der Nutzung.

Eine ganz ähnliche Richtung schlägt der eResult Misserfolgs-Erfolgsmonitor (kurz: MEMO) ein. Eine Erweiterung ist, dass die Abgabe von seitenbezogenen Kommentaren lediglich der Mittelteil einer vor- und nachgelagerten Befragung ist.
Der Ablauf ist folgender:
Schritt 1: Mit Aufruf der Seite wird der Nutzer zur Befragung eingeladen mit einem aufmerksamkeitsstarken Layer und im ersten Schritt lediglich mit der Frage nach seiner heutigen Intention konfrontiert.
Schritt 2: Direkt danach kann er die Seite wie geplant nutzen, ihm steht dann jedoch während des gesamten Surfprozesses ein Kommentarfeld jederzeit sichtbar im unteren Seitenbereich zur Verfügung. Er muss also nicht die Hürde überwinden, dieses erst aktiv aufzurufen, denn diese Möglichkeit kann schon einmal in Vergessenheit geraten. Hierüber lassen sich dann beliebig viele Kommentare abgeben, wobei während der Eingabe die aktuelle Seite stets sichtbar ist. Alle Eingaben können selbstverständlich ebenfalls den einzelnen Seiten zugeordnet werden können. Inhaltlich ergeben sich aufgrund der offenen Fragestellung sowohl Hinweise auf gewichtige Probleme mit der Seite, aber auch ganz allgemeine Bewertungen. Die Einfachheit der Bedienung besticht, der Nutzer kann jederzeit daruflosschreiben. Als Rückmeldung und Motivation wird die Anzahl der abgesendeten Kommentare hochgezählt.

möglicher Einsatz von MEMO
möglicher Einsatz von MEMO

Schritt 3: Doch damit ist noch nicht Schluss! Zeigt der Nutzer das Ende seines Besuchs an, so wird er zum abschließenden Fragebogen geleitet und zuallererst gefragt, ob er sein heutiges Ziel erreichen konnte. Danach können – in Abhängigkeit an die genutzten Seiten – weitere Fragen zu unterschiedlichen Bereichen, der Usability, der Zufriedenheit etc. gestellt, sowie personenbezogene Merkmale erhoben werden. Man kann dann im Anschluss genau zuordnen, wer in welcher Situation/mit welcher Intention welchen Kommentar abgegeben hat – so lassen sich die einzelnen Hinweise der Nutzer viel besser interpretieren und die richtigen Rückschlüsse ziehen.

Was halten Sie von den beiden beschriebenen Methoden zur Erhebung von Daten/Meinungen zur Website direkt „on page“?

3 Gedanken zu „On-Page-Befragungen – Einsatzbereiche und Möglichkeiten

  1. Anja Weitemeyer Beitragsautor

    Hallo Bruno, vielen Dank für Ihren Hinweis!
    UserVoice kannte ich bereits, Get Satisfaction war mir noch neu. Ein großer Unterschied zu den hier vorgestellten Methoden: Beide Anbieter setzen auf den Community-Gedanken, d.h. Vorschläge oder Probleme, die der Nutzer hier direkt beim Besuch äußert, werden öffentlich gemacht und können auch von anderen Nutzern gelesen, kommentiert oder bewertet werden (Ideen, denen viele Nutzer zustimmen werden entsprechend hoch gerankt). Es wird den Nutzern also eine Art Forum bereitgestellt und man ermöglicht somit z.B. die Mitarbeit an der eigenen Website. Sicherlich für einige Nutzer eine interessante Plattform, wo sie sich dann engagieren können.
    Das Anliegen der oben beschriebenen Onpage-Befragungsmodelle ist es eher, Detailprobleme während der Nutzung aufzuspüren und es dem Nutzer so einfach wie möglich zu machen, sich zu äußern – bevor er die Seite verlässt. Außerdem können die Anmerkungen mit der Intention des Nutzers verknüpft werden, die zu Beginn erhoben wird, ich weiß also genauer, in welcher Situation ein Problem (und hier meine ich nicht technische Probleme sondern z.B. in Bezug auf die Navigation) aufgetreten ist und kann dementsprechend die Seite optimieren. Ein weiterer Vorteil ist die nachgelagerte Befragung, die mir noch mehr über den/die Nutzer meines Angebots verrät.
    Fazit: Mit diesen Methoden werden z.T. ganz andere Ziele verfolgt, obwohl sie die gleiche Rekrutierungsart wählen.
    Viele Grüße
    Anja Weitemeyer

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  2. Pingback: Der Mix macht’s? Feedback sammeln und Ideen entwickeln durch die Nutzerschaft eines Internet-Angebots | usabilityblog.de

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