Wie Sie die Flash-Usability steigern können – und was Ihr Browser damit zu tun hat

Auch wenn Flash in der aktuellen Version (Flash Player 10) inzwischen bei über 95% der europäischen Internetnutzer verfügbar ist (laut Adobe Studie), gibt es nicht wenige Leute, aus deren Sicht „Flash“ und „Usability“ noch nie besonders gute Freunde waren.

Viele Nutzer verbinden alleine schon mit dem Begriff „Flash“ nervige Animationen, unnötige Soundeffekte und eine insgesamt eher negative als positive User Experience. Nach wie vor bestätigen sich diese Assoziationen in der Praxis und Flash-Inhalte werden schlichtweg als unnütz empfunden. Noch dazu sind sie häufig schwer zugänglich und die Usability, die auf „normalen“ Websites selbstverständlich ist, leidet enorm.

Daran sind jedoch nicht nur die eigentlichen Flash-Inhalte schuld, sondern auch die fehlende Verbindung zwischen Flash-Inhalt und Browser. Aus Nutzersicht mittlerweile grundlegende Browser-Funktionalitäten und Bedienmechanismen wie Links in einem neuen Browser-Fenster / -Tab öffnen oder in die Zwischenablage kopieren, Seiten zu den Favoriten hinzufügen, URLs im Browserverlauf speichern lassen oder der Einsatz des „Zurück-Buttons“ scheinen bis heute nicht mit Flash zu funktionieren – so zumindest die Auffassung vieler Nutzer. Doch die aktuelle Entwicklung zeigt, dass sich die Flash-Usability in Bezug auf Browser-Funktionalitäten bereits deutlich verbessert hat. So sind alle oben genannten Bedienmechanismen des Browsers auch innerhalb von Flash-Inhalten möglich.

Das folgende Beispielvideo zeigt nicht nur, wie Flash als sinnvolle und unaufdringliche Ergänzung zur Steigerung der User Experience eingesetzt werden kann, sondern gleichzeitig auch einfach bedienbar bleibt (der Fokus liegt hierbei auf dem Einsatz des „Zurück-Buttons“ im Browser):

Es ist also durchaus möglich, das Nutzungserlebnis von Flash und die grundlegenden (Browser-)Bedienmechanismen zusammen zu bringen. Dennoch sollte der grundlegende Einsatz von Flash immer überdacht und dem jeweiligen Kontext einer Website angepasst werden. Zudem bieten sich heutzutage einige alternative Technologien wie beispielsweise der Einsatz diverser JavaScript Frameworks, die mindestens den gleichen Zweck wie Flash erfüllen und dabei eine hohe Usability bieten können. Auch zukünftige Web-Standards wie HTML5 werden sicherlich dazu beitragen, dass sich die Web-Usability verbessert.

Wie stehen Sie zum Thema Flash-Usability und in welche Richtung geht die Entwicklung Ihrer Meinung nach? Kennen Sie weitere Beispiele, bei denen sich Browser-Funktionalitäten in Verbindung mit Flash-Inhalten besonders gut oder schlecht nutzen lassen?

9 Gedanken zu „Wie Sie die Flash-Usability steigern können – und was Ihr Browser damit zu tun hat

  1. Philipp

    Ich sehe den Einsatz von Flash zunehmenst kritischer. Obwohl sich die Browserintergration erhöht halte ich den Einsatz von Flash in den meisten Fällen für überflüssig.

    Sieht man sich das gezeigte Beispiel der Mercedes-Benz Seite an, gibt es dort eigentlich keinen Grund Flash zu benutzen. Diese Seite ließe sich meiner Meinung nach ebenfalls mit xHTML/CSS & AJAX realisieren.

    Flash war für mich bis jetzt lediglich die allerletzte Option und durch die Weiterentwicklung offener Webtechnologien und -standards fällt meines Erachtens diese Option jetzt auch noch weg.

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  2. Peter

    Ich stimme Philipp zu. Seit XHTML und Ajax Mainstream im Webdesign geworden sind, spätestens aber mit HTML 5 und CSS 3 gibt es nur noch wenige Gründe für Flash. Dass Apples Touch-Geräte kein Flash unterstützen, wird sicher weiter dazu beitragen, dass sich Entwickler wie auch Kunden mit den Alternativen anfreunden.

    Allerdings muss man bedenken, dass das Flash-Plugin momentan noch deutlich verbreiteter ist, als moderne und performante Browser wie Chrome oder Safari. Wenn man bedenkt, wie lange es dauert, bis eine bei Heimanwendern etablierte Technologie-Generation von der nächsten abgelöst wird (siehe z.B. IE6), dann kann man sagen, dass Flash mit Sicherheit auch in den nächsten 5 Jahren zu den wichtigsten Technologien in Webdesign gehören wird.

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  3. Finn

    Das gezeigte Beispiel mit dem funktionierenden Zurück-Button hat bei mir in Chrome mit der neuesten Flash-Version nicht geklappt. Eine deutliche Verbesserung sieht leider anders aus 🙁

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  4. Benedikt

    Also ich finde es aus Programmierersicht das Javascript und CSS3 noch keine alternative zu Actionscript und somit Flash sind. Man kann zwar fast alles in Javascript machen aber wenn man es machen will ist es ein krampf für die einfachsten dinge. Ebenso werden wir alle mal sehen ob sich die Browser Hersteller auf ein geeignetes Videoformat einigen und ob andere dinge auch so schnell umgesetzt werden. (Multitouch, Mobilgeräte etc.)
    Ebenso darf man auch nicht vergessen das mit Flash CS5 eine exportmöglichkeit nach iPhone/iPad und HTML5 existiert.
    Ich würde Flash noch nicht so schnell als Tot ansehen.

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  5. Markus

    Weitere Beispiele:
    Ich finde auch die Flash-Websites von Nissan oder Citroen auch sehr schön. Der Zurückbutton funktioniert dort auch und es läuft alles ziemlich flüssig, ist gut angeordnet, aufgeräumt und macht Eindruck – das wichtigste bei einem Flash Einsatz denke ich.

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  6. Pingback: kis » Allgemein » kis, keep it simple

  7. der andere Markus

    Philipp hat natürlich recht, dass bestimmte Microsites (so auch diese) durchaus mit anderen Technologien umgesetzt werden können. Andere Technologien sind oft schmerzhafter. Hier geht es schlichtweg um Entwicklungszeiten und somit um Kohle die entweder verdient oder verbrannt wird. Klares Plus für Flash momentan.

    Eric A. Meyer: There are a number of people, myself included, who have been observing for a while now that the current web stack feels like Flash did in 1996. Look at the canvas demos, for example.
    Entwickler benutzen FDT, FlashDevelop oder Flex. Designer(-Entwickler) bevorzugen (meist) die Flash IDE. Hier sind Transitions/Animationen schnell auf der Timeline erstellt und somit wesentlich effizienter wie 5x dem Entwickler erklären zu müssen, wie sich die Transition anfühlen sollte.
    Gerade Prototypen werden mal schnell in Flash „zusammengebastelt“.

    Wie lange dauert es bis in (großen) Konzernen eine neue Software/Browser flächendeckend ausgerollt ist? Im Consumerbereich geht das wesentlich schneller. Plugins sind nicht gerade elegant, darüber brauch man nicht streiten. Die nächsten 5 Jahre wird, wie Peter sagt, Flash sicher noch auf den Monitoren rumzuckeln und rumblinken.

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  8. Moritz Keck

    Danke für die zahlreichen Kommentare und die daraus entstandene Diskussion. Daran sieht man, dass die Meinungen zu Flash nach wie vor sehr unterschiedlich sind.

    Bleibt festzuhalten, dass sowohl aktuelle Web-Technologien wie XHTML/CSS/AJAX als auch in den nächsten Jahren neu hinzukommende wie HTML5/CSS3 an Bedeutung gewinnen werden und Flash in den Augen vieler an Relevanz verlieren wird. Ob und wie schnell Flash tatsächlich „aussterben“ wird, bleibt abzuwarten.

    Zumindest heutzutage ist Flash immer noch sehr stark vertreten, egal ob auf Server- / Clientseite oder auf Entwickler- / Nutzerseite. Ich bin der Meinung, dass es daher umso wichtiger ist, während dieser – ich nenne es mal – „Übergangszeit“ auf eine bestmögliche Usability zu achten. Die Berücksichtigung der von mir im Beitrag genannten (Browser-)Bedienmechanismen ist nur ein Teil davon und könnte dabei helfen, Flash-Inhalte für möglichst viele Nutzer zugänglich zu machen. Dass es dabei durchaus einige Hindernisse gibt, zeigt unter anderem der Kommentar von Finn bezüglich eventueller Browser(in)kompatibilitäten. Danke an dieser Stelle für den Hinweis und danke ebenso an Markus für die weiteren Beispiele (Nissan & Citroen).

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  9. Pingback: Themen im März 2010: Usability-Methoden, Flash-Usability und Apps für Online-Händler | usabilityblog.de

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