Wie Vollversender spezielle Zielgruppen erschließen – Beispiel Mea von Otto

Bei der Vielzahl von Online-Shops und Versandhäusern, die sich heute dem deutschen Internetnutzer präsentieren, scheint Eines immer wichtiger zu werden: eine möglichst konkrete Zielgruppenansprache. Der Nutzer soll sich sofort wohlfühlen und das Gefühl „Hier bist du richtig“ vermittelt werden. Da die typischen Vollversender viele verschiedene Zielgruppen und Themen bedienen müssen, werden zunehmend neue Marken etabliert, die eine spezielle „Nische“ ansprechen sollen. Dies kann man zum Beispiel beim Otto Versand beobachten.
Neben yourhome.de und schlafwelt.de wurde nun der dritte eigenständige Online-Shop ins Leben gerufen: mein-mea.de. Mea (Mode, Emotionen, Ambiente) gibt es seit 2007 als saisonalen Katalog und soll nun die „Modern Ager“ auch online begeistern. Darunter versteht Otto junggebliebene und selbstbewusste Frauen der „modernen Mitte“ ab Ende 30. Der Shop soll vor allem inspirieren und beraten. Ein Blick auf die Startseite scheint dies zu bestätigen: Die Suchfunktion ist eher unauffällig platziert, verschiedene Formen der Produktpräsentation stehen im Vordergrund. Auf dem folgenden Ausschnitt nicht sichtbar sind Highlights aus den einzelnen Sortimenten und Lieblingsstücke der Kundinnen, die unterhalb der Flash-Bühne präsentiert werden.

startseite_mea

Startseite www.mein-mea.de


Stöbern steht auf mein-mea.de klar im Vordergrund. Es finden sich viele verschiedene Darstellungsweisen: Produktkarusselle, Blätterfunktionen und drei unterschiedliche Varianten für Ansicht der Produktübersichtsseiten. Auch ein Online-Katalog ist verfügbar, was angesichts der Markeneinführung via Printkatalog auch sehr wichtig ist. Daneben werden eine Bewertungsfunktion und ein Produktvergleich angeboten. Insgesamt mutet die Seite sehr übersichtlich an. Nicht ganz zeitgemäß erscheinen jedoch die fehlenden Ansichten, die einen Artikel aus verschiedenen Perspektiven zeigen. Den Artikel von hinten oder seitlich betrachten zu können, kann den Kunden bei seiner Kaufentscheidung entscheidend unterstützen bzw. ist heute ja eigentlich schon ein Muss.
Beratungs- und Styling-Tools erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Auch Mea hat ein solches im Angebot. Über eine Art Steuerkreuz kann die persönliche Stimmung eingestellt werden und das Tool zeigt entsprechende Produktvorschläge. Auch wenn man sich fragen könnte, ob es sich nicht eher um Stilrichtungen als Stimmungen handelt, fällt die Bedienung sehr leicht und die Vorschläge sind gut erkennbar:

Fazit:
Mit mein-mea.de bietet Otto ein zielgruppengerechtes und überschaubares Sortiment, welches in ansprechender Form präsentiert wird. Eine recht einfache Bedienung und verschiedene Einstiegsmöglichkeiten laden zum Stöbern ein. Profilbasierte Produktangebote und die geplante Stylingberatung könnten dazu beitragen, die Kundinnen zu binden und den Shop noch attraktiver zu machen. Das Konzept scheint zeitgemäß, da eine spezifischere Ansprache einen klaren Wettbewerbsvorteil bedeuten kann. Doch wo liegt dann die Zukunft der Vollversender?

Wie sehen Sie das? Wird es bald nur noch Spezialversender und Shops mit konkreter Zielgruppenausrichtung geben oder haben Vollsortimentler weiterhin ihre Daseinsberechtigung? Was ist für eine konkrete Zielgruppenansprache oder solche „ausgelagerten“ Shops besonders wichtig?

5 Gedanken zu „Wie Vollversender spezielle Zielgruppen erschließen – Beispiel Mea von Otto

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  3. Elske Ludewig

    Ja, das Portal gibt es in dieser Form nicht mehr. Ein Print-Katalog existiert noch und die Artikel sind auf otto.de in der Katalogwelt zugänglich. Über die konkreten Gründe können wir sicherlich nur mutmaßen. Jedoch möchte der Konzern ja zukünftig vermehrt einzelne Marken bündeln, so dass es auch bei Mein Mea vielleicht einen Bezug zu diesem Restrukturierungsprogramm gibt (siehe Internet World Business April 2012).

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  4. Robert

    Aus Sicht des Kunden sind natürlich Shops die cross-selling betreiben am vorteilhaftesten. Ein Shop, Kunde findet fast alles, spart Versand. Top. Problem ist oftmals allerdings die mangelhafte Suchfunktion in solchen Shops. In spezialisierten findet man sich aufgrund der genaueren Kategoriebeschreibungen besser und schneller zurecht. Wer hat in einem „0815“ Shop schon Lust sich durch 4 Ebenen zu klicken? Würden sich da so manche mehr Mühe machen würde ich sagen „All in one Shop“ = Top. Bis dahin bestellt man eben weiterhin das Buch bei A, die Schuhe bei Z und alles andere bei B-Y.

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