Apps für Content-Portale – eine neue Chance für Paid Content?

Bild App: Startscreen

Einen ersten Versuch startete der Springer Verlag mit der Bild-Zeitung mit seiner iPhone-App und dem geplanten Bezahlsystem. Dieser Ansatz hat in den letzten Monaten für viel Rauschen im App-Blätterwald gesorgt.

Der Springer Verlag wollte nach einer einmonatigen Nutzungsphase eine Abo-Funktion einführen, wodurch der Nutzer monatlich 1,59 Euro (oder 3,99 Euro mit PDF-Version der Zeitung) für die Nutzung der App und somit für den Abruf des Contents bezahlen sollte.

Bis heute ist diese Abo-Funktion allerdings noch nicht „scharf“ gegangen. Es scheint so als sei die Furcht zu groß, dass viele der bisherigen Nutzer nicht bereit wären für die Inhalte monatlich einen Obolus zu bezahlen. Da die bereitgestellten Informationen auch durch andere Apps zum Nulltarif abgerufen werden können.

Es wird bereits gemutmaßt, dass das Experiment des Springer Verlags mit seiner kostenpflichtigen App bereits gescheitert ist bzw. die App doch kein wirtschaftlicher Erfolg ist.

An den Funktionen kann diese eigentlich nicht liegen, denn die App hat hier einiges vorzuweisen, das es so sonst nicht gibt.

Ein Beispiel hierfür ist der sog. iBild View. Dort werden die aktuellen Schlagzeilen mit Bild und Schlagzeile kurz angerissen. Durch horizontales Scrollen können weitere aktuelle Themen überflogen werden. Möchte man zu einem einzelnen Thema mehr erfahren, so genügt es, die entsprechende Schlagzeile kurz nach oben zu „schuppsen“ und weitere (ältere) Schlagzeilen werden nachgeladen.
Zudem kann jeder Zeit durch vertikales Scrollen weiter zur nächsten Schlagzeile gewechselt werden.

iBild-View: Titelbild mit Schlagzeile
iBild View: Titelbild mit Schlagzeile

iBild View: weitere Artikel zum Thema
iBild View: weitere Artikel zum Thema

Neben dem iBild View gibt es noch weitere interessante Funktionen, z.B. den Downlaod der Printausgabe als PDF oder einfach nur die Tatsache, dass man Schlagzeilen des nächsten Tages bereits am Vorabend lesen kann.

Wenn es nicht unbedingt an den Funktionen liegt, woran könnte es sonst liegen?
Vielleicht am doch recht allgemeinen Content, der auch kostenlose durch andere Apps bezogen werden kann?

Was meinen Sie dazu:
Ist es aus Ihrer Sicht denkbar, dass ein Content-Portal, das ein sehr spezielles Themagebiet abdeckt, größere Chancen hat eine kostenpflichtige App dem Nutzer schmackhaft zu machen? Indem er dort z.B. immer die neusten, recht spezifischen (Fach-)Informationen zu einem bestimmten Thema erhält.

3 Gedanken zu „Apps für Content-Portale – eine neue Chance für Paid Content?

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  3. Alexander Thoms

    Hier spielen nicht nur die Art der Inhalte, sondern wieder einmal das pricing eine bedeutende Rolle.

    A. Prinzipiell: je spezifischer, fachbezogener, damit differenzierter die Inhalte sind, umso höher wäre Nutzwert einzustufen. Ergo: Erstdownload (auch wenn kostenfreies Testangebot dabei ist) wird erfüllt und die Chance auf wiederholte Nutzung erhöht sich.

    Hierbei spielt allerdings auch eine Rolle, ob die Inhalte zeitkritisch konsumiert werden müssen und ob sie mobil konsumiert werden müssen (Komfort vs. Mobilität ist immer noch ein Aspekt, der erst mit den Tablets langsam abnimmt).

    Beispiel: Inhalte des Fachjournalisten als App mobil zu verteilen, dürfte kaum Erfolg haben und starken Umsatz generieren…Vom Abo ganz zu schweigen.
    Eine Chance könnten dagegen redaktionell aufbereitete, lokale Inhalte sein. Aber: Datenschutz, Nutzungsgewohnheiten.

    B. Das Pricing. Ich lehne mich aus dem Fenster und meine, dass das Nutzerprofil, das die App – auch in geringem Maße kostenpflichtig – lädt, zum großen Teil intensive und jüngere Nutzer sind, die die bekannte Gratismentalität eben noch tief verinnerlicht haben. Für diese Nutzer spielt es eben eine Rolle, ob sie 1,59 im Monat ausgeben (das insgesamt fragwürdige Niveau der Bild sei außer Acht gelassen) oder sich ein Eis kaufen.

    Hier könnten Contentanbieter, deren einziges bzw. wesentliches Geschäftsmodell das Redaktionelle ist, wohl nur versuchen, die Schmerzgrenze auszuloten. Sicher hätten weniger Nutzer etwas gegen 50 Cent im Monat. Damit wird zwar nicht wirklich Gewinn gemacht, es ist aber gut für die Leser-Blatt-Bindung.

    Problem für große Skalierung: Micropayment, Vertrauen in Datensicherheit…

    Um die abschließende Frage zu beantworten: Ja, aber nur wenn die Daten mindestens ebenso aktuell notwendig sind wie fachspezifisch. Dieser Content muss wohl aber erst noch erfunden werden, das korreliert ja kausal häufig sehr stark – die Aktienkurse mal ausgenommen. Aber möchte wohl kein Unternehmer ernsthaft online monetarisieren.

    MfG,
    Alex Thoms

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