Nie mehr allein: Wie Social Commerce den Online-Shopping-Trip verändern kann

shopping

Produkte und Dienstleistungen im Internet zu kaufen ist für eine Mehrheit der deutschen Onliner eine bekannte Erfahrung. Von den knapp 45 Millionen deutschen Internetnutzern haben über 37 Millionen im letzten Jahr online eingekauft (Quelle: agof.de). Electronic Commerce ist also wichtiger als je zuvor – gerade weil sich dieser Markt extrem schnell entwickelt.
Längst haben sich weitere Ausprägungen des (Ver-)Kaufens im Internet entwickelt. Ein Stichwort, welches immer häufiger fällt, ist Social Commerce. Hierbei stehen aktive Beteiligung und Austausch sowie persönliche Beziehungen der Kunden untereinander im Vordergrund.

Produktbewertungen und das Einbeziehen von Meinungen anderer Kunden bei der Kaufentscheidung sind ein einfaches Beispiel. Aber die Möglichkeiten sind längst vielfältiger geworden: Live-Shopping, Clubshopping, Crowd Sourcing, Mass Customization und Shopping-Blogs gehören ebenso zum Portfolio des Social Commerce (eine gute Übersicht samt Erklärungen findet sich z. B. in einer Präsentation der unic AG, gefunden im Social Commerce Blog).

Wie erwähnt, sind die Meinungen anderer Kunden schon sehr wichtig. Noch besser wäre doch aber, wenn vertraute Personen wie Freunde oder Verwandte bei der Kaufentscheidung beraten könnten. Wenn die beste Freundin zwar in einiger Entfernung wohnt, ein gemeinsamer Shopping-Trip aber dennoch möglich ist.
Ein Beispiel für die Möglichkeit des gemeinsamen Einkaufens im Internet findet sich bei dem Kosmetik-Shop hautbalance.de.
Hier kann man Freunde per E-Mail, Facebook, Twitter, etc. einladen und sofern man zeitgleich online ist, über ein Chatfenster kommunizieren und sich gegenseitig Produkte vorstellen bzw. sich darüber austauschen.

hautbalance3

Gemeinsames Einkaufen auf hautbalance.de

Das Verknüpfen mit Freunden geht sehr einfach und das Chatfenster kann ausgeblendet werden, wenn man sich mal gerade nichts zu sagen hat. Alle der verfügbaren Funktionen finden sich stets am unteren Seitenrand. Das Konzept „ShopTogether“ besticht also durch die Integration verschiedener Netzwerke, vielfältige Funktionen und einfache Bedienung. Ein Besuch lohnt sich.

Doch auch im Falle des Social Commerce gibt es Stimmen die meinen, dieser angebliche Mega-Trend würde übermäßig gehypt und könnte der bestehenden Erwartungshaltung nicht gerecht werden. Andere sehen die Entwicklung als unumgänglich und wieder andere verweisen schlicht und einfach auf nachweisbar steigende Conversion-Rates durch Bewertungssysteme und Kundenrezensionen.

Doch was ist nun wirklich dran am gemeinsamen Einkaufen? Wie sehen Sie das: Ist die Euphorie übertrieben oder ist in Zukunft alles „social“? Wie kaufen die User denn nun in 10, 20 oder 30 Jahren online? Ich freue mich über Ihre Spekulationen!

Weiterführend Inhalte zum Thema Social Commerce:
Social Commerce – Verkaufen im Community-Zeitalter von Jochen Krisch & Andreas Haderlein (PDF, 2008)

14 Kommentare zu „Nie mehr allein: Wie Social Commerce den Online-Shopping-Trip verändern kann

  1. Sylvio Teubert

    Grunsätzlich sollte man sich erstmal mit der Begriffsbestimmung von Social Commerce beschäftigen. Seit ich mich mit diesem Thema beschäftige, habe ich schon eine Menge Definitionen gehört oder gelesen.

    Wie definieren Sie Social Commerce?

    Für mich gehört z.B. Live Shopping nicht zum Social Commerce im engeren Sinne.

  2. Pingback: Lesenswert: @twittagessen, Captcha-Ad, Amazon, Fahrrad.de, Social Commerce, GeeknRolla :: deutsche-startups.de

  3. Elske Ludewig

    Hallo Herr Teubert,
    vielen Dank für Ihren Kommentar. Es gibt hier wirklich einige Auffassungen davon, was Social Commerce eigentlich ist. Ich verstehe darunter eine spezielle Ausprägung des eCommerce, bei der aktive Beteiligung, Austausch und persönliche Beziehungen der Kunden untereinander im Vordergrund stehen (ähnlich im Beitrag genannt). Da es beim Live-Shopping oft eine starke Community-Integration gibt, würde ich es hinzuzählen. Vielleicht eine etwas weiter gefasste Definition als Ihre. Was verstehen Sie unter Social Commerce?

  4. Richard Buettner

    Hi – guter Blog-Post – Danke!
    Das Shop toegether Tool ist ein guter Ansatz wenn auch ein relativ technischer. Einen Tweet-this oder einen Facebook „like“ Button kann ich in 2 Minuten auf meinen Shop installieren. Wichtiger ist ein Gesamt-Social-Media/Commerce Konzept zu verfolgen. D.h. ich hoere zu was meine Zielgruppen im sozialen Web kommunizieren, lerne daraus und biete fuer die Kunden nutzenstiftende Inhalte an. Wie z.b. die Komsetiktips von Hautbalance auf YouTube. D.h. technischer social commerce ist ohne social media nur ein leere Huelle….

    Gruss
    Richard

  5. Elke Hockauf

    Das Spannende an Social Commerce ist für mich die Übertragung des Konzeptes meines Ladengeschäftes in Birkenwerder bei Berlin auch auf den Online-Shop. Dazu gehören sowohl die persönliche Beratung der Kunden durch Fachkräfte als auch die Werbung für das Geschäft und die dort angebotenen Produkte über persönliche Empfehlungen von Freunden und Verwandten. Mit ShopTogether habe ich die dazu passende technische Plattform gefunden. Eingebettet in unser gesamtes Social-Media-Konzept habe ich mit dieser Anwendung bisher sehr gute Erfahrungen gemacht.

  6. Pingback: Twitter Trackbacks for Nie mehr allein: Wie Social Commerce den Online-Shopping-Trip verändern kann | usabilityblog.de [usabilityblog.de] on Topsy.com

  7. Sylvio Teubert

    Hallo Frau Ludowig,
    ich finde die Definition von Paul Marsden recht passend, die ich auch vertrete:
    „Social Commerce: A subset of electronic commerce that involves using social media, online media that supports social interaction and user contributions, to assist in the online buying and selling of products.“

    Also sind wir der gleichen Auffassung.

    Hingegen sehe ich, ähnlich wie Jochen Krisch, Social Commerce als Differenzierungspotenzial neben Visual Shopping und Live Shopping. Das Problem liegt jedoch, wie bei jeder Typologisierung, Kategorisierung, etc., dass sie selten in Reinform auftreten.

    Meist sieht man Mashups, wie z.B. einige Deal & Discount Seiten (z.B. citydeal.de), die eine Mischung aus Live-Shopping und Social Shopping sind, oder Visual Shopping Anwendungen, die Social Commerce Funktionen integriert haben. (z.B. Polyvore mit Bewertungsfunktion).

    Dies macht eine Begriffsabgrenzung noch schwieriger.

  8. Doreen

    Der Instant Messenger ist sicherlich ein nettes „Shop Together“ Tool, aber man sollte nicht aus den Augen verlieren, dass viele Onlineshopper sich immer noch schwer tun mit neuen Tools. Man könnte allein die Frage stellen, wieviele von unseren Kunden sind denn tatsächlich bei twitter & co. angemeldet und wieviele nutzen dieses Network, oder wieviele bookmarken sich ihre Lieblingsseiten bei mister wong und Co.?
    Um Social Networks in Shopsysteme einzubinden und effektiv zu nutzen, sollten wir meiner Meinung nach alle einen ganz großen Schritt zurückgehen und unsere Kunden (die vielleicht grad erst das Onlinshoppen für sich entdeckt haben) nicht mit technischen Schnickschnack überschwemmen. Reicht nicht eine Art Forum mit ganz einfacher Kommentarfunktion wie wir es schon seit langem von Frauen-Communities à la jolie.de oder erdbeerlounge.de kennen?
    Mich als Kundin würde auch vor allem interessieren, wer die anderen Kunden sind und was und wofür sie was geshoppt haben (siehe Amazon.de „Kunden kauften auch“ nur nicht so anonym).
    Das Social Shopping fände ich wesentlich spannender in Bezug auf den Onlineshop (eigene Community, eigenes Forum) als mit externen Mitteln wie Facebook, twitter und Co.

  9. Elske Ludewig

    Ich stelle mir auch hin und wieder die Frage, wie viele der Nutzer von den neuartigen Tools wirklich Gebrauch machen. Hier darf man seine Zielgruppe sicherlich nicht aus dem Auge verlieren. Trotzdem macht es Spaß die ganzen sCommerce-Ideen einmal auszuprobieren (wie zum Beispiel den Levi’s Friends Store: http://www.youtube.com/watch?v=23KLU2hnB0s). Der betriebene Aufwand sollte aber natürlich nicht ins Leere laufen. Daher ist hier Wissen über die Anforderungen der Nutzerschaft aus meiner Sicht sehr lohnenswert.

  10. Pingback: Nachgefragt: Kaufen Sie noch oder shoppen Sie schon? | usabilityblog.de

  11. Pingback: Teil dich (mit)! Wie refashion.de Facebook und Freundeslisten in den Online-Shop holt | usabilityblog

  12. Pingback: Themen im April 2010: Gemeinsam Einkaufen, (mit) Einkaufstasche oder Warenkorb, Ästhetik & Usability und Filtersysteme | usabilityblog

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *