Augmented Reality auf dem iPhone – ein Blick auf Apps, die unsere Realität erweitern

Wer den Begriff „Augmented Reality“ bei Google eingibt, stößt millionenfach auf Treffer und Informationen. Auch wer hier im Blog danach sucht, findet ebenfalls einige Beiträge wie beispielsweise von Martin Beschnitt oder von Johanna Möller. Zudem findet sich ein Beitrag über eine Arbeit von Marek Plichta, dessen Augmented Reality Anwendung „iTie“ beim letztjährigen eResult Usability-Contest mit dem Design Award prämiert wurde. Augmented Reality (zu Deutsch: Erweiterte Realität) scheint also mehr denn je ein brandheißes Thema zu sein.

Insbesondere auf mobilen Geräten wie dem iPhone, das mit seinem Multitouch-Display, dem eingebauten Kompass (3GS), GPS-Ortung und permanenter Internet-Verbindung die idealen Voraussetzungen für ein Augmented Reality Device bietet, ist es nicht verwunderlich, dass inzwischen zahlreiche kostenlose und kostenpflichtige iPhone-Apps erschienen sind, die unsere Realität in verschiedenster Art erweitern. In diesem Beitrag möchte ich einige der aktuell verfügbaren iPhone-Apps vorstellen und andeuten, in welche Richtung die weitere Entwicklung bezüglich Augmented Reality auf mobilen Geräten gehen könnte.

Nearest Tube
Zeigt U-Bahn Stationen in der Umgebung an. Die App greift dabei auf Kamera-, GPS- und Kompassfunktion des iPhones zurück, zudem erfolgt die Bedienung dabei durch einfaches Schwenken des iPhones (Lagerungssensor).

See Breeze
Zeigt die aktuelle Windrichtung und -stärke an.

Sun Seeker
Ähnlich wie See Breeze, zeigt den aktuellen Stand der Sonne an.

Pocket Universe: Virtual Sky Astronomy
Sternenkarte, die den tatsächlichen Sternenhimmel mit orts- und zeitabhängigen Informationen anreichert und sich automatisch an die Position des iPhones ausrichtet.

Pocket Universe im Einsatz

Layar
Umfangreicher Augmented Reality Browser, der unter anderem die Suche nach Wohnungen ermöglicht (oder auch den zeitweisen Wiederaufau der Berliner Mauer ;)).

ubique
Augmented Reality App, die unter anderem ortsbezogene Wikipedia-Artikel und Bilder anzeigt.

ubique im Einsatz

mobeedo
Ähnlich wie ubique, unterstützt darüber hinaus auch die persönliche Erstellung von ortsbezogenen Informationen / Notizen.

mobeedo im Einsatz

Augmented Driving
Erkennt und zeigt eine Augmented Reality View der Straße während dem Autofahren an, dabei werden auch vorausfahrende Autos erkannt. Dabei werden auch Fahrspurmarkierungen miteinbezogen, wodurch die App das Wechseln der Fahrspur erkennt und den Fahrer benachrichtigt.

Recognizr
Erkennt Personen anhand ihrer Gesichter (Kamerafunktion des iPhones wird verwendet). Anschließend werden sämtliche verfügbaren Informationen / Verbindungen zu dieser Person in sozialen Netzwerken wie beispielsweise Facebook angezeigt. Die Person muss allerdings vorher ihr Gesicht bzw. Foto freigegeben und in die Datenbank eingetragen haben. Die App ist noch nicht erhältlich und befindet sich derzeit auf sämtlichen mobilen Plattformen noch im Beta-Stadium.

Alle Beispiele zeigen, zu was heutige mobile Geräte wie das iPhone fähig sind. Auch wenn viele der gegenwärtigen Augmented Reality Apps auf den ersten Blick eher einen „spielerischen“ Charakter haben, wird es in naher Zukunft mehr und mehr Anwendungsbereiche geben, in denen solche Apps dem Nutzer einen klaren Mehrwert bieten können.

Auch das Bedienkonzept bei Augmented Reality Apps wie beispielsweise bei Nearest Tube wirkt auf den Nutzer sehr natürlich: Via GPS wird automatisch der Standort ermittelt, dank Kompass richtet sich die Karte immer automatisch in Nutzerrichtung aus und mithilfe des im iPhone integrierten Beschleunigungssensors wird die Display-Darstellung automatisch an die jeweilige Blickrichtung des Nutzers angepasst. Es wird also nicht nur – wie bei bisherigen mobilen Anwendungen – die eigentliche Position des Nutzers erkannt, sondern auch die Richtung, in die er schaut (siehe Abbildung).

Bedienkonzept von Nearest Tube

Da täglich neue Apps hinzukommen und auch die Technik dahinter immer ausgereifter wird, dauert es in meinen Augen nicht mehr lange, bis die ersten Anwendungen massentauglich und somit weiter verbreitet sein werden. Ich bin sogar der Meinung, dass Anwendungen im Bereich Augmented Reality das Potential haben, die Art wie wir unsere Umgebung wahrnehmen, wie wir mit unseren Mitmenschen kommunizieren und wie wir Informationen aufnehmen und weitergeben, grundlegend zu verändern. Auch eine Beeinflussung unseres Konsumverhaltens ist im Kontext Augmented Reality denkbar, was bereits heute einige der verfügbaren Apps andeuten (an dieser Stelle auch die Nennung von Stichwörtern wie „Shopping“ oder „Werbung“).

Egal ob auf dem iPhone oder anderen Plattformen: Welches Potential sehen Sie im Thema Augmented Reality? Kennen Sie weitere spannende Apps? Sind Sie der Meinung, dass sich dadurch möglicherweise neue Geschäftsmodelle ergeben und Branchen verändert werden? Oder denken Sie, dass die Anwendungsbereiche in punkto erweiterte Realität eher überbewertet werden?

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6 Kommentare zu „Augmented Reality auf dem iPhone – ein Blick auf Apps, die unsere Realität erweitern

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  3. analogfunk

    Ein interessanter Übersichtsartikel mit den vielleicht wichtigsten Apps auf den “Märkten”. Schade finde ich in diesem, wie leider auch vielen anderen Artikeln zum Thema, dass nur die Rede vom “iPhone” ist und dieser Begriff weiter zum Synonym für “Smartphones” avanciert. Dabei ist der Android-Market ähnlich gut sortiert wie der App-Store und der Marktanteil der Android Smartphones nimmt (in den USA) rasant zu: http://tinyurl.com/27prbma
    Daher würde ich mir wünschen, dass in Organen wie diesem, wo es um die Applikation und ihre Nutzbarkeit als solche geht, der “iPhone-Bias” vermieden wird.

  4. Moritz Keck Artikelautor

    Danke für den Kommentar und das Feedback. Es ist richtig, dass sich die bisherigen Artikel rund um das Thema “App Usability” primär mit Apps beschäftigen, die auf dem iPhone laufen. Dies liegt vor allen Dingen daran, dass das iPhone sowohl in Sachen Mobile Usability / UX als auch in punkto App-Vielfalt bisher an der Marktspitze stand (und immer noch steht) und den Begriff “App” überhaupt erst massenmarkttauglich definiert hat.

    Umso erfreulicher ist die Tatsache, dass inzwischen auch andere mobile Plattformen wie – von Ihnen bereits genannt – Android zum iPhone-Markt aufschließen und auch die Geräte, auf denen beispielsweise Android OS läuft, an das Nutzungserlebnis des iPhones heranreichen. Dies belebt den Gesamtmarkt und bringt zukünftig sicherlich auch eine breitere Sichtweise auf das Thema “App Usability” innerhalb dieses Blogs.

    Nicht umsonst habe ich am Ende dieses Artikels auch bewusst die Leser gefragt, welches Potential sie im Thema Augmented Reality sehen – egal ob auf dem iPhone oder anderen mobilen Plattformen.

  5. Pingback: Themen im Mai 2010: AB-Tests, Guidelines zur Formulargestaltung und Augmented Reality | usabilityblog.de

  6. Martin Dobes

    Gaming with Augmented Reality been a relatively unexplored territory, and at the moment, most of it is limited to interacting with virtual items on your mobile device. We came up with a game that lets you interact with virtual objects with your fingers. SoccAR is a simple game that’s based on the popular sport, soccer. You need to print out a playing field which you position the phone/tablet’s camera over, and on the display you’ll be able to see a virtual ball on screen. You then move your fingers around the field, trying to manipulate the ball and score goals.

    The game works for two or more players.

    See it in action here:
    http://www.youtube.com/watch?v=2P7UNjl6dl8

    You can download it here:
    http://itunes.apple.com/de/app/soccar/id504178476?mt=8

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