Fragen an Johanna Möller: Was Sie schon immer einmal über Inspiration und Kreativität wissen wollten

Wer kennt das nicht – neue Produkte oder Dienstleistungen sollen entwickelt oder Geschäftsfelder erschlossen werden. Und jetzt fehlt es an Ideen und Konzepten, die sich vom bisher dagewesenen unterscheiden. In solchen Situationen ist Kreativität gefragt, um die ausgetretenen Pfade verlassen zu können.
Manch einer mag davor zurückschrecken, kreativ sein zu müssen. Ich denke aber, dass das jeder kann. Es kommt nur darauf an, die passenden Rahmenbedingungen zu schaffen. Eine angenehme Atmosphäre, in der Ablenkungen durch Mails oder Anrufe weitgehend ausgeschaltet sind ist beispielsweise ein wichtiger Erfolgsfaktor.


Auch das Zurückgreifen auf Inspirationsquellen kann das Finden neuer Ideen erleichtern. Eingesetzt werden zum Beispiel ausgewählte Bilder oder Gegenstände. Der gezielte Einsatz solcher Inspirationsquellen ist Bestandteil vieler Kreativitätstechniken. Inspirierend kann aber auch ein kurzer Spaziergang oder der Besuch eines Einkaufszentrums wirken.
Möchten Sie mehr wissen zu den Themen Kreativität und Inspiration? Beispielsweise, was man bei der Vorbereitung eines Kreativworkshops beachten sollte, was während des Workshops auf jeden Fall vermieden werden sollte oder wie man Materialien findet, die inspirierend wirken?
Ich habe mich mit diesem Themengebiet intensiv auseinandergesetzt und stehe ihnen gern für Ihre Fragen zur Verfügung. Schreiben Sie einfach Ihre Frage in einen Kommentar zum Artikel.

5 Gedanken zu „Fragen an Johanna Möller: Was Sie schon immer einmal über Inspiration und Kreativität wissen wollten

  1. Pingback: Twitter Trackbacks for Fragen an Johanna Möller: Was Sie schon immer einmal über Inspiration und Kreativität wissen wollten | usabilityblog.de [usabilityblog.de] on Topsy.com

  2. Tom

    Hallo Johanna!

    Wir befinden uns hier auf dem Usabilityblog. Seit ich damit begann Benutzerfreundlichkeit und Moderne, insbesondere im Hinblick auf das „Web 2.0“, zu erforschen, beobachte ich ständig die etablierten Angebote. Nehmen wir einmal Amazon als Beispiel. Hier wird sich im Grunde überhaupt nicht um Benutzerfreundlichkeit gekümmert, stattdessen wird der Besucher mit „verkaufsfördernden“ Maßnahmen überhäuft. Ich persönlich betrachte das als Penetranz – Benutzer_Freundlichkeit_ sehe ich darin nicht.

    Andererseits kann wohl niemand abstreiten, dass Amazon sehr erfolgreich ist. Liegt es nun an der Werbung, der Markenkraft, dem Angebot oder vielleicht auch an der Benutzerführung?

    Ich beschäftige mich nun schon längere Zeit mit Usability im Allgemeinen, lese hierzu auch viel von Jens Jacobsen, Jacob Nielson, hier im Blog und anderes. Dabei fällt mir auf, dass es einen Konsens in Richtung Einfachheit gibt. Wie ist dies nun mit Funktionsvielfalt oder neuen Ideen zu vereinbaren?

    Es soll ja hier um Kreativität gehen. Da stellt sich die Frage: „Kann _freie_ Kreativität nicht vielleicht ein Hindernis für gute Benutzbarkeit sein?“ Wie trainiert man sich bzw. seine Kreativität so, dass sie einerseits tatsächlich kreativ, im Sinne von innovativ, wirkt, andererseits aber immernoch als benutzerfreundlich durchgeht?

    Viele Grüße,
    Tom

    Antworten
  3. Johanna Möller Beitragsautor

    Hallo Tom,

    vielen Dank, die Frage ist sehr interessant und immer wieder aktuell. Schließlich fällt es vielen bei der Konzeption von Seiten immer wieder schwer, das richtige Maß an „so wenig wie möglich, so viel wie nötig“ zu finden. Kreative und innovative Lösungen werden dann schnell gleichgesetzt mit „mehr als es vorher gab.“
    Tatsächlich kann das auch der richtige Weg sein, nämlich immer dann, wenn ein dringender Bedarf gedeckt wird,für den es vorher noch gar keine Lösung gab.
    Die Beobachtung, dass es einen Trend zur Einfachheit gibt kann ich aber auch bestätigen, und genau hier sehe ich genauso viel Potential für innovative, kreative Lösungen. Die Herausforderung dabei ist meiner Meinung nach, neue Technologien so mit den bisherigen Funktionen und Angeboten zu verknüpfen, dass ganz neue, viel einfachere und intuitivere Bedienkonzepte daraus entstehen. Wie schaffe ich es beispielsweise, einem Nutzer immer nur genau die Funktion anzubieten, die er grad benötigt? Wie führe ich einfacher durch einen Prozess als mit 20 Klicks?
    Solche Fragen erfordern genauso viel Kreativität wie die Schaffung einer komplett neuen Funktion, denke ich.

    Um aber auch noch konkret auf die Frage einzugehen, wie man seine Kreativität in „benutzerfreundliche Bahnen“ lenkt:

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es diesbezüglich enorm Hilfreich ist, so viele Nutzertests wie möglich zu machen.Mit jedem Test lernt man mehr darüber, wo später Probleme auftreten können. Konkret während des Kreativprozesses kann das entweder eingesetzt werden, indem im Workshop immer mal wieder jemand „in die Benutzerrolle schlüft“ und nach einer Ideensammlungsphase Feedback zu den Ideen gibt. Oder man baut aus seinen Ideen einen kleinen Prototypen und testet ihn mit der späteren Zielgruppe. Eine Kombination aus beidem wäre sicher ideal.

    Ich hoffe, ich konnte schon einmal weiterhelfen. Für weitere Fragen stehe ich natürlich gern zur Verfügung 🙂

    Antworten
  4. Tom

    Hallo Johanna!

    Schön, dass Du geantwortet hast. 😉

    > Wie schaffe ich es beispielsweise, einem Nutzer immer nur genau die Funktion anzubieten, die er grad benötigt? Wie führe ich einfacher durch einen Prozess als mit 20 Klicks?

    Genau hier sehe ich eins der größten Probleme.
    Ein einfaches Beispiel ist das Login zu Beginn eines Bestellprozesses in einem Onlineshop. Grob zusammengefasst, gibt es wohl ungefähr drei Typen von Anmeldeprozeduren. Die vermutlich am verbreitetsten dürfte jene sein, wo man seine E-Mail-Adresse und – falls vorhanden – sein Passwort eintippt.

    Nun haben wir auch schon einmal eine andere Methode ausprobiert. Und zwar ganz nach dem Motto „so wenig wie möglich – nur das, was nötig ist“. Das Ziel war es, den Benutzer von Eingabe zu Eingabe zu führen – interaktiv. Das heißt, es gab anfangs nur _ein_ Eingabefeld. Dort sollte der Kunde seine E-Mail-Adresse eintragen. Denn diese Angabe ist einfach immer nötig. Anhand der Adresse lässt sich herausfinden, ob es schon ein Kundenkonto gibt oder nicht. Der Kunde bekommt dann entweder ein Passwortfeld zum Einloggen oder ein Datensatzfeld, um seine persönlichen Daten (erstmalig) einzugeben.

    Also eigentlich eine Vereinfachung und gleichzeitig ein „an die Hand nehmen“.
    Was war das Ergebnis? Wir haben mehrere Tests durchgeführt – mit Shopbetreibern und Kunden (Käufern) – ungefähr zwei Drittel der Probanden _suchten_ das Passwortfeld (auch wenn sie es nicht nutzten) oder warteten bis die Seite fertig geladen sei. Sie warteten sogar bis zu einer Minute, ehe sie die Seite wieder verließen und meinten, sie sei kaputt.

    Ein einfaches Eingabefeld mit der Aufforderung zur Eingabe der E-Mail-Adresse und einem Button zum Abschicken – einfacher geht es kaum noch, denke ich. Und dennoch war gerade hier die Einfachheit Grund zur Verwirrung.

    Komisch, nicht? 😉
    Wie macht man’s besser?

    Viele Grüße,
    Tom

    Antworten
  5. Johanna Möller Beitragsautor

    Hallo Tom,
    ein interessantes Beispiel, keine Frage. Im Grunde macht man es dem Nutzer mit dieser Art der Eingabe einfach, er sieht nur das, was in dem Moment relevant ist.
    Ich vermute, dass diese Version der Anmeldung aus zwei Gründen nicht funktioniert hat: Zum einen ist die Standardvariante mit der Wahlmöglichkeit, ob man Neu- oder registrierter Kunde ist einfach gelernt. Relevanter und wesentlich universeller einsetzbar ist meiner Meinung nach die Erkenntnis, dass die Nutzer in irgendeiner Form gern wüssten, was auf sie als nächstes zukommt. Was brauche ich für die Registrierung? Muss ich ein eigenes Passwort festlegen? Wie viele Schritte kommen überhaupt auf mich zu? All das sind Fragen, die man sich schon zu Beginn des Bestellvorgangs stellt und auf die man zumindest im Groben eine Antwort erwartet.
    Das wiederum ist eine Erkenntnis, die nur der Nutzertest eindeutig belegen konnte. Einen Versuch war die beschriebene Vereinfachung allemal wert, finde ich. Vorteilhaft, wenn so etwas schon sehr früh in der Entwicklung getestet wird 😉
    Aber eine Analyse des Problems ohne Bild vor Augen ist natürlich schwierig. Gibt es vielleicht Beispiele für diesen Weg?

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *