Optimierung von Online-Formularen: Was Sie immer schon einmal wissen wollten (Fragen an Martin Beschnitt)

Formular

Ob im Checkout-Prozess eines Online-Shops, beim Abonnement eines Newsletters, bei der Registrierung für einen persönlichen Account oder dem Abschluss einer Versicherung übers Internet: Immer hat man es mit der Eingabe bzw. Angabe von persönlichen Daten zu tun.

Gerade aus diesem Grunde ist es wichtig, sich mit der Verständlichkeit und der Bedienbarkeit solcher Formulare zu beschäftigen – unabhängig davon, ob es sich nur um einige Pull-Downs und offene Textfelder oder aber um ganze Formularstrecken über mehrere Seiten handelt.

Die Usability von Online-Formulare wirkt sich sehr stark auf die Conversion aus!

So ist zumindest meine persönliche Erfahrung aus zahlreichen Usability-Studien heraus und auch als Privatsurfender. Wenn ich als Nutzer nicht verstehe, dass ich nochmals mein gerade festgelegtes Passwort wiederholen soll, so schaffe ich es nicht ein Produkt zu kaufen oder mich zu registrieren. Genauso wie wenn ich mich in einer komplexen Formularstrecke verliere, weil die Fortschrittsanzeige nicht in der Lage ist mir zu verdeutlichen, wo ich mich gerade befinde und wie viel Schritte noch vor mir liegen / wie ich wieder zum vorigen Schritt zurückkomme.

Wie optimiere ich Online-Formulare?

Hier gibt es kein „Allheilmittel“. Es lohnt sich jedoch bereits schon die gängigsten Usability-Regeln im Umgang mit Formularen zu beachten. Eine schöne Zusammenfassung sowie die Antwort auf die allseits beliebte Frage „Sollten die Bezeichnungen von Eingabefelder links oder darüber stehen?“ liefert Luke Wrobelewski in seinem PDF „BEST PRACTICES FOR FORM DESIGN“.

Reicht dies nicht aus, bieten (kostenlose) Mouse-Tracking-Tools weitere Anhaltspunkte, wo der Fehler im jeweiligen Formular liegen kann/könnte. Darüber hinaus lohnt es sich wie bei der jeder Usability-Analyse auch erst einmal die Daten seiner Webanalyse-Tools zu betrachten, um so schon einmal zu erkennen, auf welchen Seiten innerhalb einer Formularstrecke die meisten Nutzer „aussteigen“.

Somit kann man fokussierter in eine nachgelagerte Analyse gehen. Beispielsweise im Rahmen einer expertenbasierten Evaluation, bei der mehrere Usability-Experten das Formular bzw. die Formularstrecke auf Herzen und Nieren testen – inkl. der bewussten Herbeiführung von Fehler/Fehleingaben. Hier wird getestet, ob das System – in diesem Fall die Website – dem Nutzer ausreichend Hilfestellungen bietet, z. B. durch unmittelbare Anzeige aufgetretener Fehler am jeweiligen Seitenanfang und der Hervorhebung des jeweiligen Eingabefeldes, das beispielsweise übersehen wurde oder unzureichende Angaben enthält. Zudem wird schnell erkannt, ob Angaben zum Eingabeformat (z.B. von Geburtstagen, Uhrzeiten, etc.) ausreichend sind oder einer ausführlicheren Anzeige bedürfen.

Sofern es sich jedoch um komplexe Formularstrecken handelt (z. B. einen Online-Antrag für eine Kreditstrecke oder zur Beantragung von Kindergeld), dann ist es meist unumgänglich, die anvisierte Zielgruppe im direkten Umgang mit diesen Anträgen zu beobachten – im Rahmen eines klassischen Usability-Tests im Labor. Denn nur so ist es möglich, den Grund für manche Aktionen und Reaktionen der Probanden zu erfahren bzw. im Nachgang des Ausfüllens wirklich zu erfragen.

Adaption von Offline-Formularen ins Web

Zuguterletzt noch ein zweiter Linktipp, für alle die ggf. schon ein „Offline-Formular“ besitzen und dies nun ins Web adaptieren möchten: Die Kollegen von UXmatters haben einen sehr schön Artikel zum Thema „Putting a Paper Form Online | Avoiding Dropouts and False Information | Applying Aesthetics“ geschrieben. Definitiv einen Blick wert.

Ihre Meinung / Ihre Fragen

Wie stehen Sie zum Thema Online-Formulare? Haben Sie Fragen oder auch Anregungen zu diesem Thema? Gerne stehe ich Ihnen rund um das gesamte Thema die nächsten Tage Rede & Antwort.

2 Gedanken zu „Optimierung von Online-Formularen: Was Sie immer schon einmal wissen wollten (Fragen an Martin Beschnitt)

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