Vorteile hervorheben, Risiken für den Nutzer minimieren – wie Formulare zur Newsletteranmeldung gestaltet werden können

© Thorben Wengert / Pixelio
© Thorben Wengert / Pixelio

Im letzten Blogbeitrag zum Thema Newsletter wurden Guidelines zur Gestaltung und Ansprache hervorgehoben. Auch auf die Gefahr hin, das „Pferd von hinten aufzuzäumen“ soll im heutigen Beitrag einmal ein genauer Blick auf den Anmeldeprozess bei Newslettern gelegt werden.

Jeder Anmeldeprozess beginnt mit dem ausfüllen eines Formulars. Das bleibt im allgemeinen gleich – unterschiedlich jedoch kann die Nutzererfahrung mit diesem Prozess sein. Wichtige und allgemeingültige Regeln der Formulargestaltung sind anschaulich im Beitrag „Tipps für die optimale Formulargestaltung zusammengefasst“ vorgestellt. Diese sollen zur Einführung kurz genannt sein:

  • Pflichtfelder deutlich kennzeichnen
  • Ausschließlich benötigte Daten abfragen
  • Klare Struktur der Eingabefelder und deren Benennung
  • Feedback geben (z. B. in Form von aktiven Fehlerhinweisen, Pop-Ups)
  • Erläutern von Schutzmechanismen wie CATCHPAs,  SSL-Verschlüsselung und Double-Opt-in
  • Scrollen auf Formularseiten möglichst vermeiden

Wichtige Tipps! Dennoch muss diese Liste, wenn wir von einem guten Newsletteranmeldeformular reden wollen, ergänzt werden.

Was die Anmeldung zum Newsletter besonders macht

Meiner Meinung nach muss bei der Anmeldung zum Newsletter aber noch eine weitere Handlungsoption deutlich hervorgehoben sein – nämlich die zur Abmeldung. Das klingt nun erst einmal paradox, denn schließlich soll ein Formular die Dateneingabe leicht machen und den Nutzer bei der Eingabe persönlicher Daten unterstützen. Sicher, wenn der Kunde eines Onlineshops Probleme hat, seine persönlichen Adressdaten zu ändern, ist es fraglich, ob er weiterhin in diesem Shop einkaufen wird. Beim Newsletter aber und das muss besonders hervorgehoben werden, geht der Anmeldende in gewisser Weise ein „höheres Risiko“ ein. Er gibt persönliche Daten für den Erhalt aktueller Informationen preis, deren Qualität aber erst beurteilet werden kann, wenn der erste Newsletter im Postfach landet. Es gilt daher die oberen Punkte um die folgenden zu erweitern:

  • Abmeldefunktion bereits bei Anmeldung anbieten
  • Vorteile der Anmeldung deutlich hervorheben
  • Nur die Emailadresse sollte Pflichtfeld sein

Vertrauen schaffen – Anmeldungsentscheidung unterstützen

Ziel sollte es sein, die Hemmschwelle zur Anmeldung deutlich zu reduzieren. Eine klar herausgestellte und vor allem leicht bedienbare Möglichkeit zur Abmeldung zeigt dem Nutzer – so einfach wie die Anmeldung war, wird auch deine Abmeldung sein. Das schafft Vertrauen. Ein Incentiv, z. B. in Form eines Gutscheins, kann die Entscheidung zusätzlich vereinfachen.

Die Hemmschwelle kann weiter gesenkt werden, wenn nur die Emailadresse verpflichtend abgefragt wird. Zwar wird dadurch eine persönliche Ansprache im Newsletter unmöglich, dennoch stellt sich immer die Frage, ob der Interessent sich bei verpflichtender Namensangabe überhaupt angemeldet hätte. Zur Not meldet man sich dann eben unter Verwendung eines Pseudonyms an. Dies aber führt die Ansprache dann ad absurdum. Ich denke diesen Trade-Off zwischen personalisierter Kundenkommunikation bei gleichzeitig weniger Anmeldungen zum Newsletter oder aber höher liegenden Anmeldezahlen bei unpersönlicher Ansprache sollte man immer berücksichtigen.

Zur Praxis

Gibt es die Superanmeldung zum Newsletter – nun gefunden habe ich diese nicht. Vieles richtig gemacht hat aber heine.de.

heine

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Die Vorteile einer Anmeldung werden klar und deutlich kommuniziert. Es wird nur die Emailadresse zur Registrierung verlangt. Etwas versteckt, die Möglichkeit, sich wieder abzumelden und auch der Hinweis auf etwaige Sicherheitsmaßnahmen bleibt eher vage. Aber alles in allem – eine einfache Anmeldung.

Auch Klingel.de weiß in Teilen zu überzeugen. Die Reiternavigation zu den Optionen „Weiterempfehlen“, „Daten ändern“ und „ Newsletter abbestellen“ verkürzen das Formular, halten es kurz und dennoch werden alle Handlungsoptionen übersichtlich präsentiert .

klingel

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Auch hier wieder das aufmerksamkeitsstarke herausstellen der Incentivierung in Form eines Gutscheins. Auch gut – der Hinweis auf eine SSL verschlüsselte Datenübertragung sowie die Erklärung der Funktion des Catchpas. Ärgerlich jedoch, Name und Vorname sind Pflichtfelder.

Ein weiteres Beispiel – die Newsletteranmeldung von sheego.de.

sheego

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Zwar müssen bei sheego.de alle angebotenen Optionen per scrollen erkundet werden – sehr gut umgesetzt ist dafür aber der Anmeldebutton, welcher einen deutlichen Call-to-action enthält. Des Weiteren werden die Optionen „Daten ändern“ und „Newsletter abmelden“ deutlich kommuniziert.

Zum Abschluss noch ein Newsletteranmeldeformular von newegg.com. Nur ein Eingabefeld wird angeboten. Über Radiobuttons kann die An- und Abmeldung vorgenommen werden. Also einfacher geht’s wirklich nicht.

newegg

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Ihre Meinung ist gefragt. Kann die deutliche Kommunikation einer Abmeldeoption bereits bei der Anmeldung zu einem Newsletter die Wahrscheinlichkeit der Anmeldung selbst erhöhen. Was ist wichtiger – eine hohe Zahl an Anmeldungen oder eine persönliche Ansprache im Newsletter selbst. Könnte die offen propagierte Darstellung einer einfachen Abmeldung die Bereitschaft zur Registrierung allgemein erhöhen? Ich freue mich auf Ihre Meinung.

2 Gedanken zu „Vorteile hervorheben, Risiken für den Nutzer minimieren – wie Formulare zur Newsletteranmeldung gestaltet werden können

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