Nachgefragt: Kaufen Sie noch oder shoppen Sie schon?

Warum das Einkaufen im Internet „Online-Shopping“ heißt, und nicht „Online-Buying“ hat sicherlich mehrere Gründe. Doch wenn es hier einen Unterschied gibt, wo liegt dieser genau? Vor einigen Jahren hat Marcus Breuer auf _notizen aus der Provinz festgestellt:
„Shopping ist nicht möglichst effizientes Einkaufen sondern eine erlebnisbetonte, oft stark sozial geprägte Beschäftigung, die man am besten zusammen mit einer oder mehreren guten Freund/innen genießt. Deswegen funktioniert Shopping im Web nicht.“

So weit so gut – im Jahr 2006. Inzwischen hat sich im eCommerce Einiges getan. Die Etablierung des Begriffs sCommerce (s=social) zeigt, dass auch der Einkauf im Internet mittlerweile sehr wohl sozial geprägt sein kann. Wie vielfältig die Möglichkeit des Austausches der Kunden untereinander sind, wurde im Beitrag „Nie mehr allein: Wie Social Commerce den Online-Shopping-Trip verändern kann“ dargestellt.

In der sich anschließenden Diskussion wurde jedoch auch die Frage aufgeworfen, inwieweit diese Angebote tatsächlich genutzt werden. Ist eine Einbindung von Twitter, Facebook & Co. tatsächlich notwendig? Sollte man in jedem Fall auf den Social Commerce-Zug aufspringen?
Grund genug einmal nachzufragen – und zwar bei typischen deutschen Internetnutzern.

Ergebnisse eResult Omnibus Mai 2010
Ergebnisse eResult Omnibus Mai 2010 (Vergrößerung per Klick)


Von den 600 Nutzern (quotierte Stichprobe) haben beispielsweise knapp 79% angegeben, in den letzten 6 Monaten eine Kundenbewertung gelesen zu haben. Dagegen hat nur jeder Dritte innerhalb dieses Zeitraums eine Bewertung selbst verfasst. Live-Shopping-Portale und Shopping-Clubs können ihre Reichweite noch ausbauen: Erst 12,3 bzw. 11,3% der Nutzer besuchen solche Angebote.

Wie stark werden eigentlich Facebook-Fanpages von Online-Shops wahrgenommen? In den letzten 6 Monaten hat immerhin jeder 10. Befragte ein solches Profil aufgerufen. Das sind sogar noch etwas mehr als diejenigen, die einen Merk- oder Wunschzettel an Freunde/Bekannte versandt haben. Betrachtet man nur die jüngeren Nutzer (bis 29 Jahre), sind die Zahlen erwartungsgemäß höher: Hier hat jeder 5. eine solche Facebook-Fanpage besucht.
Zu guter Letzt: Den Tweets eines Online-Shops oder Shopping-Portals sind nur 1,8% der Webnutzer gefolgt.

Insgesamt ging aus den Daten hervor, dass Social Shopping vor allem etwas für jüngere und erfahrene Nutzer ist. Kundenbewertungen haben sich jedoch auch bei eher unerfahrenen Kunden durchgesetzt. Dieser Service ist enorm wichtig. Trotzdem sind die oben genannten Zahlen natürlich nur eine Momentaufnahme. Die Entwicklung bleibt in jedem Fall spannend.

Methodik:
Die Daten wurden über den eResult Omnibus erhoben – einer monatlich durchgeführten Mehrthemenbefragung über das passiv rekrutierte Online-Access Bonopolis.de.

4 Gedanken zu „Nachgefragt: Kaufen Sie noch oder shoppen Sie schon?

  1. Nicole Haase

    Interessant finde ich bei dem Thema auch, dass ein Thema / Produkt oft entweder extrem positiv oder negativ ankommen muss, um beurteilt zu werden. Allerdings muss ich selbst eingestehen, dass ich auch nicht jeden Kauf bewerten mag und eben nur die besonders auffälligen erwähne.

    Interessante Erhebung!

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  2. Pingback: 10 Lesetipps der Woche für Shopbetreiber » Von Ulrich Hafenbradl » shopbetreiber-blog.de

  3. Hendrik

    Interessante Ergebnisse. Für Shops kann da vor allem die Einbindung der Kundenbewertungen in die sozialen Netzwerke ein logischer Schluss sein, oder? Denn da tummeln sich doch die potenziellen Käufer

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  4. Pingback: „Bequem“, „hochwertiger Stoff“, „riecht komisch“ – Produkte durch Vergabe von Schlagworten bewerten | usabilityblog

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